Die Glaser waren da… (FTTH)

Nachdem die Stadt Bern bzw. EWB ja schon vor längerer Zeit mal angekündigt hatte, dass Bern nicht immer als langsamste Stadt gelten möchte, hat es nun geklappt. Ich habe Glasfaseranschlüsse im Haus, das sogenannte Fiber to the home (FTTH). Aber zur Geschichte.

Februar 2013

Auf dem Trottoir vor unserem Haus sind Markierungen zu sehen.

März 2013

Als ich zur Arbeit will, baggern da drei Leute von einer Baufirma ein Loch ins Trottoir. Ich erlaube mir nachzufragen und bekomme zur Antwort, dass das für «irgend so eine Installation von Swisscom und EWB» sei.

Meine Nachfrage beim Liegenschaftsverwalter (wir sind Stockwerkeigentümer) meinte der, dass im 2012 mal eine Info an ihn gekommen sei, aber anscheinend auch direkte Infos an uns erfolgt hätten sein sollen.

Zehn Tage später habe ich eine Mail von einem anderen Eigentümer. Offenbar war eine andere Baufirma an der Haustüre und wollte bei mir im Keller ein Loch nach draussen buddeln. Schade halt… Ich schliesse den Keller auf und lasse ihn offen.

Mein damaliger Provider Netstream weiss eh gar nichts von den kommenden Möglichkeiten.

April 2013

Irgend eine Baufirma stösst ein Rohr vom Trottoir in meinen Keller. Die Sauerei wird recht ordentlich weggemacht. Nur die Weinflaschen haben jetzt halt eine Staub-/Gipsschicht.

Ein paar Tage später liegt plötzlich ein Bündel Glasfaserkabel in meinem Keller.

Juli 2013

Ich frage mal den Verwalter, ob es News gäbe. Er meint nur, dass sich jemand bei mir melde.

Nachdem mein Provider immer noch keine Idee von IPv6 hat, wechsle ich mal zu INIT7. Der Fredy Künzler hat ja quasi das Protokoll in die Schweiz gebracht :-)

August 2013

Irgendwer war mal wieder im Haus und hat die Kabel in einem schönen Stahlkanal von meinem Keller zum Verteiler vis-à-vis des Elektroverteiler gezogen und dort einen sogenannten BEP (Building Entry Point) - Kasten montiert. Ich lasse den Keller zur Sicherheit weiterhin offen.

Irgendwann wird noch ein Kabelkanal bis ins EG gezogen und dann heisst es, die Arbeiten seien abgeschlossen. Nur müsse dann noch eine Vermessung der Kabel stattfinden.

Die Monate gehen ins Land… irgendwann sind die Vermessungen auch abgeschlossen… die Monate gehen ins Land.

Februar 2015

Das EWB meldet sich und meint, dass sie nun auch unter die Provider gehen werden. Offenbar wird das Thema FTTH wieder aktueller. Mein Provider INIT7 hat ja auch schon länger sein synchrones GBit/Ethernet - Angebot Fiber7 lanciert.

Ich frage mal scheu bei meinem Provider nach und Fredy meldet sich wenig später mit Details zur Installation. Offenbar werde es Mai bis Juni, bis Fiber7 in Bern verfügbar sei.

Mai 2015

Da ich die Probleme in einem alten Haus kenne, frage ich mal scheu bei einem akreditierten FTTH-Installateur nach, ob er vorher mal vorbeikommen könne. Ich erfahre, dass die Claims im Glas-Eldorado abgesteckt seien. Zitat:

Die Strasse nn in 3nnn Bern befindet sich leider nicht in einer von uns erschlossenen Mikrozelle.

Deshalb haben wir weder Einsicht in die Dokumente von Energie Wasser Bern, noch dürfen wir in dieser Zelle Glasfaserinstallationen tätigen.

Während ich mit INIT7/Fiber7 die Abo-Details kläre, finde ich heraus, wer für unser Haus zuständig ist. Der Projektleiter erklärt sich bereit, bei mir vorbeizukommen um die Situation gemeinsam zu prüfen.

Juni 2015

Ich finde einen Termin mit dem Projektleiter und er kommt vorbei. Gemeinsam öffnen wir den Kasten beim BEP und stellen fest, dass sechs Faserbündel à 4 Fasern ins Haus hineinkommen. Hätte ich nicht gedacht, da die Vorbereitung ja wirklich chaotisch war. Es sind vier Parteien im Haus, aber ich habe eigentlich zwei Wohnungen. Der Projektleiter macht sich fast ins Hemd vor Angst, mir Details zu sagen. Ständig verweist er auf EWB und dass er nachfragen müsse. Schlussendlich schafft er es, mit EWB zu klären, dass das Faserbündel 04.01 für mein Büro verwendet werden darf.

Juli 2015

Ich werde von der Firma des Projektleiters angerufen und man teilt mir einen Termin für die Installation zu. Ich teile denen mit, dass ich bereits mit einem PL gesprochen hätte. Wussten sie nicht…

Zwei Monteure kommen vorbei und finden nach erstaunlich wenig Zeit (ca 1 Stunde) heraus, wo die Kabel vom Keller bis in den dritten Stock und von meiner Wohnung in mein Büro führen. Zum Glück erkläre ich Ihnen, welches Bündel sie hochführen müssen. Die Installation klappt ganz gut und nach zwei, drei Messungen sind die Leute zufrieden.

Und siehe da, es brennt schon Licht auf Plug 1. Fiber7 hat am selben Tag den POP 640BUZ in Betrieb genommen.

Ausblick

Aktuell kämpfe ich noch mit Router/Firewall. Darüber schreibe ich aber einen separaten Artikel.

Urs | Samstag 18 Juli 2015 - 3:45 pm | | default | Kein Kommentar
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