Lieber Reto (1)

Aus der Reihe der «nie gesendeten E-Mails». In loser Folge (vielleicht) veröffentlichte Erinnerungen und Gedanken.

Lieber Reto.

Jetzt bist Du schon bald drei Jahre in Shanghai. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Du wolltest mich schon ein paarmal anrufen, aber die Zeitverschiebung, die vielen anderen Tätigkeiten… wer weiss, vielleicht hätten wir uns auch gar nicht so viel zu erzählen? Oder viel zuviel?

Gestern bin ich einkaufen gegangen und als ich da unter den Bäumen im warmen Schein der Sonne spazierte, kam mir unmittelbar die Erinnerung hoch.

Weisst Du noch, als wir kurz nach Lehrabschluss mit dem Zug nach Sizilien fuhren? War es im selben Jahr oder ein Jahr danach?

Du hattest eben den Führerschein gemacht (hast Du nicht deswegen den Termin für die Betrieb - LAP verpasst?) und wir wollten eigentlich in Palermo einen Wagen mieten. Wie gut, dass wir keinen gekriegt hatten! Man musste 21 Jahre alt sein, um Autos zu mieten. Wir wären wohl nicht weit gekommen in diesem Verkehrsmoloch Palermo. Dessen Lichtsignale meist ausgeschaltet waren und überall hupende Fiat und Alfa Romeos mit wild gestikulierenden Fahrern.

Aber eben die Erinnerung. Wir fuhren dann mit dem Zug von Palermo nach Agrigento im Süden. Nachdem wir in Agrigento das erste Mal im Mittelmeer baden konnten (ich habe mir damals die Füsse furchtbar an der Sonne verbrannt), sollte uns der Zug der FS (ein brauner Fiat-Doppeltriebwagenzug) nach Gela bringen. Aber in Aragona fuhr der verflixte Zug anstelle nach rechts gen Osten schnurstracks wieder geradeaus in Richtung Norden. Wir hatten den falschen Triebwagenzug erwischt und der fuhr zurück in Richtung Palermo.

Ich mag mich noch gut an die Reaktion des Capo Treno erinnern. In der Schweiz hätte man uns stillschweigend ein Billett mit «Irrfahrt» (einfache Fahrt, gültig zur schnellstmöglichen Rückfahrt) verkauft und uns noch den Fahrplan dazu gesagt. Aber der italienische Capo Treno… händeringend… «Ma perché! Perché non hanno domandato l'orario! E adesso, che faciamo? Mamma mia. Questa non è la Svizzera. Il prossimo treno? Io non lo so! Mamma mia!».

Am nächsten Bahnhof stiegen wir aus, ich versuche gerade mich anhand von Google Maps zu orientieren. War das wohl Comitini? Der Bahnhof ist heute nur noch eine Haltestelle, damals wurde gerade das Bahnhofbüro neu renoviert. Wir wunderten uns, weshalb so ein Kleinbahnhof mit Marmorböden ausgestattet wurde. Ja, damals wunderten wir uns ;-)

Der Bahnhofvorsteher liess uns das Gepäck im neuen Stationsbüro lagern. Auf die Frage, ob wir uns hier irgendwo verpflegen könnten, wies er uns den Weg den Geleisen entlang zu einem in der Ferne in der Mittagshitze flimmernden Gebäude mit grossen schattenspendenden Bäumen. Es war sicher schon über dreissig Grad, aber wir freuten uns auf ein kühles Getränk.

Als wir dort ankamen, waren wir erst enttäuscht. Es war kein Ristorante, eher ein Negozietto. Unter den Bäumen sass die Nonna und die Besitzerin, sie strickten und die Besitzerin hustete zwischendurch ganz wüst und spuckte dann irgendwohin. Auf unsere Frage, ob sie hier «Qualcosa da bere è panini» hätten, nickte sie nur, stand auf und ging in den Laden. Dort stand dann eine grosse Kühltruhe, welche uns je eine Büchse eiskalten Coca Cola versprach. Bei den Panini fragte uns die Donna nach Schinken oder Salami. Wir entschieden uns angesichts der eher prekären Verhältnisse (Fliegen, Temperatur) zu dem besser haltbaren Salami. Sie verschwand nach hinten. Das immer wieder gut hörbare Husten, gefolgt vom «Cha-Tschu» des Spuckens ignorierten wir unserem Hunger und Appetit zuliebe.

Sie kam dann mit den ganz gut aussehenden und riechenden Brötchen zurück. Wir bezahlten irgend einen lächerlich tiefen Preis in italienischen Liren und machten uns auf den Weg zurück zum Bahnhof. Die Panini waren köstlich, der Salami schmeckte gut und das Cola löschte den Durst auf dem staubigen, heissen Weg.

Am Bahnhof brachte dann unser Wunsch nach zwei Fahrkarten mit F.I.P.-Ermässigung (½-Preis) zurück nach Agrigento den lieben Bahnhofvorsteher schier um den Verstand. So viele Billette verkaufte der wohl nur in einem halben Jahr. Ich erinnere mich noch an die schwungvolle Schrift auf dem von Hand geschriebenen Zettelbillett. Und natürlich, dass die beiden Billette umgerechnet keine zwei Franken kostete.

Der irgendwann heranrumpelnde Zug brachte uns zurück zur Abzweigstation. Was wir dort erlebten, schreibe ich vielleicht irgendwann in einen Beitrag.

So, Reto, ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und auch Spass im fernen Shanghai. Wer weiss, vielleicht telefonieren wir doch noch irgendwann einmal.

Dein Freund und Stifti-Kollege, Urs

Urs | Sonntag 07 August 2016 - 7:41 pm | | default | Kein Kommentar
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USB-Tethering an iPhone to a VM(ware)

Sometimes I need to use a VMware Workstation Windows VM for testing or analyzing things.

And also sometimes, I need to do this while there is no NATed or bridged network (ethernet or WiFi) availabe. Eg. because there are proxy restrictions or other security reasons.

So I liked to use my iPhone for tethering it through USB (which allows to load it at the same time) with my virtual machine. This can be done by installing iTunes on that Windows VM. But hey, I don't want that whole bloated iTunes stuff :-(

I googled this page, which indicated the way. But is it still valid?

It is… thank you, Web Sailor :-)

In short, tested against a Windows Server 2016 VM (Tech Preview 5)

  • Download iTunes (in my case iTunes 12.4.1.6) from the Apple Website.
  • Use 7Zip to «Open» the file iTunes[version].exe
    Opened iTunesSetup.exe with it's msi inside
  • For an 64 Bit Windows target extract the «AppleApplicationSupport64.msi» and «AppleMobileDeviceSupport64.msi» to your disk and copy it to the target VM or machine
  • Install the files beginning with «AppleApplicationSupport64.msi» and then «AppleMobileDeviceSupport64.msi»!
  • If you try it the other way, you may have a hung install like this
    Mobile Support seem to hang

    followed by this error
    Error message while installing tethering support for iPhone on Windows
  • If you installed it the right way, you should be able to connect your iPhone through USB and get an internet connection. For VMware Workstation, use the small icon to connect your iPhone to the VM
    how to connect an iPhone via USB to your VM
  • In my case, I also needed to activate the «trust this computer» on my iPhone as described in this Apple KB
  • After that, the network connection with my iPhone was detected and did work as a charm.
    Network settings of my VM after tethering with my iPhone

Urs | Dienstag 21 Juni 2016 - 6:46 pm | | default | Kein Kommentar
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Ups, I did it again (California)

Ich bin ja eben erst aus den Ferien zurückgekehrt, da muss man schon vorwärts schauen, oder?

Am 1. Januar 2015 bin ich zuletzt von der US-Westcoast heimgekehrt und irgendwie juckte es mir schon lange in den Fingern. Also liess ich mir nach ein paar Abklärungen die Floor-Limite der Kreditkarte noch mehr erhöhen und ging Shoppen ;-)

Das Flugticket ergatterte ich mir relativ einfach, nachdem ich das rundherum geklärt hatte. Das Zimmer im Kon Tiki Inn sowieso. Und nun habe ich heute auch noch den Zug reserviert.

Meine Kurz-Ferien werden mich im September via London nach Seattle führen. Nach einem Tag Reserve werde ich Amtraks «Coast Starlight» besteigen und damit bis San Luis Obispo fahren. Dort werde ich mir einen Mietwagen nehmen und nach Pismo Beach fahren. Schlussendlich wird mich der Mietwagen ein paar Tage später nach Los Angeles bringen, von wo ich dann wieder über London heimfliege.

Damit habe ich alle (fast?) grossen Eisenbahnstrecken (mit Schlafwagen) in Nordamerika befahren.

Amtrak-Netzkarte USA
  1. 1992, erste Reise in die USA mit Heinz und Zumi. 
    «City of New Orleans» von New Orleans bis Chicago.
    «California Zephyr» von Chicago bis nach Oakland mit Zwischenhalt in Grand Junction
  2. 1993, die grosse Reise mit Adi
    «California Zephyr» von Reno bis Denver
  3. 1994, Kanada und Alaska jeweils zu viert
    «Canadian» von Toronto bis nach Edmonton
  4. 2005, Kanada und Alaska mit meinem Vater
    «Canadian» von Toronto bis nach Vancouver
  5. Juni 2007, USA, Telluride Bluegrass Festival, alleine
    «California Zepyhr» von Chicago bis nach Grand Junction
  6. Dezember 2012, USA mit Stephan
    «Southwest Chief» von Chicago nach Los Angeles (eigentlich nur bis Fullerton, CA) und
    «Pacific Surfliner» von Fullerton, CA nach San Diego
  7. April 2013, USA, alleine
    «Empire Builder» von Chicago nach Seattle
  8. Dezember 2014, USA mit Stephan
    «The Crescent» von New York nach New Orleans und
    «The Sunset Limited» von New Orleans bis Tucson

Ein paar Unterwegs-Eindrücke.

Blick aus dem Fenster im California Zephyr, 2007
Lok von Amtrak in Denver, 2007
Austieghilfe in Grand Junction aus dem California Zephyr 2007
Southwest Chief in La Junta, 2012
The Empire Builder at Winona, 2013
Schaffnerin Danielle vor dem Empire Builder, 2013
Abteil im Crescent, 2014
Lokomotiven des Sunset Limited in El Paso, 2014

Urs | Donnerstag 21 April 2016 - 12:00 am | | default | Kein Kommentar
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LoraWAN / The Things Network – Bern

Während meinen Ferien in Südostasien erreichte mich über ein Retweet von Fredy Künzler eine Nachricht über ein «Low Power Radio» - Netzwerk, welches da in Zürich/Winterhtur am Entstehen ist.

Da wir uns gerade beruflich ein wenig mit Things beschäftigen und Swisscom sehr stark in den Markt drückt, wäre so ein offenes Netwzerk da ja auch noch ganz interessant.

Ich folge seither dem Twitter-Account von «The Things Network Zurich» und denke jedesmal, dass ich mich da mal melden sollte. Heute war es dann soweit. Ich registrierte mit auf Slack, installierte mir die App auf dem Mac und iPhone und interagierte mal ein wenig mit den Leuten.

Auf Slack wartete auch schon ein potentieller Mitstreiter aus dem Grossraum Bern und wir diskutierten über dieses Netzwerk. Aktuell geht es um den Aufbau einer Infrastruktur für die Abdeckung. Mit relativ wenig Geld lässt sich ein Gebiet mit einem 5 Kilometerradius gut abdecken. Die Infrastruktur in Form von Gateways, welche die Verbindung zwischen den eigentlichen Things (hier Nodes genannt) und den Servern von «The Things Network» herstellen, kostet rund 250 €. 

Hier gibt es auf Github eine Zusammenstellung der notwendigen Teile für ein Gateway.

Natürlich braucht es für die Aufstellung des Gateway ein möglichst hohes Gebäude. Vorzugsweise eine wetterfeste Aussenmontage, wobei anscheinend auch nahe am Fenster (oder sogar am Fenster mit Saugnapf) im Innenraum montiert werden kann.

Auf der Node-Seite sieht es aktuell noch weniger spektakulär aus, das Ganze ist noch am Entstehen.

Ich werde nun mal herumfragen, ob noch ein paar Leute mit machen würden. Schön wäre es, wenn wir den ganzen Grossraum Bern (Burgdorf - Bern - Thun / - Seeland - Biel) abdecken könnten. Hier mal meine Möglichkeit:

Abdeckung von meinem Standort aus.

Um die Karte zu zeichnen, habe ich diese Webseite benutzt.

Falls sich genügend Leute melden, würde ich eine offizielle Gruppe bei The Things Network registrieren und wohl auch einen Slack-Raum öffnen (allenfalls bei den Zürchern einen Channel dazunehmen). Dann könnte man mal zusammensitzen und über die Möglichkeiten diskutieren.

Wer Interesse hat, meldet sich hier per Kommentar, per Twitter (@Jackobli), via den Slack-Kanal oder via eMail bei mir. Ich werde dann die weiteren Schritte versuchen zu koordinieren.

Wie sagt der Kollege jeweils… «Also, los, hopp, mache!» :-)

Urs | Sonntag 17 April 2016 - 9:05 pm | | default | Kein Kommentar
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Datenpanik

Unsere Daten werden aufgezeichnet. Google, Bing, Amazon und wie sie alle heissen, zeichnen unser Surfverhalten auf. Speichern, welche Bücher wir gekauft haben, welche Musik.

Alles in der Zwischenzeit breit akzeptiert. Vielleicht nicht toll, aber einigen hilft es. So wie mit der Werbung im Briefkasten. Einige wollen das, andere nicht.

Aber natürlich nicht bei der SBB. Das sind ja diese Überwachungskraken, welche mich mit dem Swisspass sogar noch beim Schlafen ausforschen wollen… 😱

Aber nun zur Geschichte.

Da kaufte ein Mensch über die App der SBB ein Billett von A nach B. Dazu muss er sich einloggen und mit seiner Kreditkarte bezahlen. So und nicht anders geht es.

Am nächsten Tag erhält der Mensch eine Umfrage von einem von der SBB beauftragten Marktforschungsunternehmen. Und der Mensch wundert sich, dass die SBB seine Bewegungsdaten aufzeichnen.

Die Diskussion fand auf Twitter statt und wurde schnell «interessant». Es haben sich ein paar übliche Verdächtige in die Diskussion eingebracht… ;-)

Nun ist es wirklich nicht so, dass die SBB Bewegungsdaten aufzeichnen. Im genannten Fall handelt es sich um eine gemäss den AGB mögliche Marktforschungsbefragung. Siehe hier die AGB im Detail.

AGB-Auszug

Die meisten Firmen haben Marktforschungsabteilungen, welche solche Umfragen definieren. Meist führen die eigentlichen Befragungen aber spezialisierte Firmen durch. Diese werden durch Verträge eingebunden und dürfen die Daten selbstverständlich nicht selbst verwerten. Diese Firmen tun das auch nicht, weil sie ihr Geld ja nicht mit Daten, sondern mit Umfragen verdienen. Die wollen sich ja nicht selbst aus dem Markt kicken.

Diese spezialisierten Befragungsfirmen haben ausgefeilte Umfragetools und können die Daten dann in einer ansprechenden Form (Reports etc.) bereitstellen. Eine Arbeit, welche die firmeneigene Abteilung nicht so effizient erledigen könnte.

Es gibt aber auch Befragungsfirmen, welche in bestimmten Bereichen tätig sind und die anonymisierten Umfragewerte behalten dürfen. Das kann einen Sinn ergeben, wenn diese Befragungen Firmenvergleiche ermöglichen. Ich kenne einen Fall, wo es um Zufriedenheit mit der IT-Leistung (Support etc.) geht. Diese zeigt dann auf, welche Ergebnisse man erzielt hat und zeigt Vergleichswerte aus der selben oder anderen Branche (Vergleich zum Besten, zum Schwächsten, zum Median etc.). Also interessante Vergleichswerte, die einer Firma zeigen, wo man es gut macht und wo man sich bessern könnte.

Und… man muss die Umfragen wirklich nicht beantworten, wenn man Angst hat, dass man damit zu viel offenlegt. Einfach Mail löschen. Und im Falle der SBB kann man sich sogar via Opt-Out von Befragungen ganz austragen lassen.

Urs | Donnerstag 07 April 2016 - 10:21 pm | | default | Sechs Kommentare
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Asia 2016, Samstag in Singapore / Heimreise

Damit ich noch etwas vom Tag hatte, haben wir am Vorabend beschlossen, um 8:30 beim Frühstück zu sein. Das klappte, wenn ich auch etwas länger für den Start brauchte… der Wein, bzw. der Sherry (zum Käse) liess ein wenig grüssen ;-)

Am Vorabend hatte ich auf Thomas Anraten noch einen late Checkout abgemacht und konnte so das Zimmer bis 14 Uhr reservieren. Dies erlaubte uns, nach dem Frühstück noch ein wenig die Gardens By the Bay zu besuchen. Damit ich vor der Abreise noch alle Geräte aufladen konnte, kam mir das am 31. März abgelaufene GA gerade recht ;-)

GA als Ersatz für Hotelkarte

Ob es am Vorabend lag oder wirklich am Wetter, konnte ich nicht genau sagen. Auf jeden Fall dünkte es mich noch einen Tick wärmer/schwüler als an den Vortagen. Wir kauften uns beim Eingang einen Eintritt in den Cloud Forest mit Shuttleservice auf der Hinfahrt für knapp 20 S $. Das Fahrzeug, eine Art vergrösster Golfwagen, brachte uns in wenigen Minuten zum Eingang der Glaskuppe des «Cloud Forest».

Shuttle im Gardens By the Bay

Beim Eingang empfing mich der Wasserfall und eine angenehme, fast schon leicht fröstelnde Kühle. Sie tat auch Thomas gut, der ja direkt aus der eher kühlen Schweiz angereist war und somit noch etwas mehr Akklimatisierung nötig hatte :-)

Im Gebäude gab es einen Rundgang auf mehreren Etagen mit Orchideen und Sonnentaugewächsen. Überall wird kühles Wasser versprayt oder fliesst in Bächlein oder Wasserfällen über die Anlage. Eine sehr schöne Ausstellung über das Weltklima, wunderschöne, riesengrosse Kristalldrusen oder Stalaktiten rundeten das Erlebnis ab. Ein Besuch ist lohnenswert.

Im Cloud Forest, Blick auf die mit Gewächsen und Blumen überwachsene Struktur

Danach «mussten» wir wieder raus in die Wärme und spazierten gemütlich durch die Gartenanlage zurück zum Marina Bay Sands. Es ist schon ein imposantes Gebäude, auch bei Tag. Dort oben links hatten wir am Vorabend gespiesen :-)

Das Marina Bay Sands in Singapore
Die «Bäume» im Gardens By the Bay mit Gehwegen dazwischen

Dann machten wir uns auf den Weg zurück zum Conrad Centennial, damit ich noch genügend Zeit für eine Dusche und das Packen des Koffers hatte. Wir verabredeten uns um 13:30 in der Lounge auf einen letzten Drink. Auf 13:45 Uhr hatte ich ein Taxi bestellt. Der Flug nach Hongkong sollte um 16:05 abheben.

Während ich im Zimmer war, erreichte mich eine SMS von Cathay Pacific, dass mein Flug etwas mehr als eine halbe Stunde Verspätung habe. So konnten wir die Abreise vom Hotel noch eine Viertelstunde verzögern. Erstaunlicherweise hatte alles einigermassen im Koffer wieder Platz gefunden.

Und so tranken Thomas und ich in der Lounge im 31. Stock noch ein Ginger Ale und um 14 Uhr bestieg nach einem Handschlag das Taxi, welches mich zum Flughafen Changi brachte.

Nach der Gepäckaufgabe und der Ausreisepasskontrolle konnte ich in der Lounge noch ein wenig die Zeit vertreiben. Gut zu wissen, die Security ist in Changi erst ganz aussen kurz vor den Gates. Also noch etwas Zeit einplanen, wobei es immer problemlos ging. Als ich beim Gate eintraf, rollte auch gleich meine Boing 777-300 an das Gate und spuckte die Ladung Passagiere aus.

Flug CX 734 am Changi Airport Singapore

Auf dem Flug nach Hongkong hatte es sehr viele Familien mit Kleinkindern, sogar in der Business Class. Beim Runtergehen zum Flugzeug zählte ich 18 schon teilweise in Plastikfolie eingepackte Kinderwagen auf der Gangway!

In Hongkong musste ich wieder am Transferdesk eine Papierbordkarte holen. Ich dachte Hongkong sei das Mekka der Elektronik ;-)

Danach konnte ich in die Lounge, wo ich mir die fast drei Stunden mit Surfen und Bloggen vertrieb. Um 22:50 Uhr stand nochmals ein kurzer Marsch von Gate 2 zum Gate 47 (es hätte auch eine Bahn gehabt, aber ein wenig Gehen tut ja gut beim Fliegen) an. Als ich dort ankam, begann gerade das Boarding, passte also. Und schon sass ich bequem auf meinem Platz 18K an der rechten Seite am Fenster.

Vor dem Essen begann ich mir noch den aktuellen Bond, «Spectre», anzusehen. Nach der Vorspeise gab es ein ausgezeichnetes Fisch-Curry und zum Abschluss einen kleinen Käseteller gefolgt von einer Kaffee-Glacé. Danach gab es kein Halten mehr. Sitz runter, in die Decke mümmeln und ein paar Stunden erholsamen Halbschlaf geniessen. Das kann ich nur in der Business Class, in Eco schlafe ich keine Minute. Warum auch immer…

Rund zweieinhalb Stunden vor Zürich gab es ein Frühstück und für mich die Gelegenheit, den Film noch fertig zu schauen. Wir waren im Sinkflug auf Zürich, als Bond den Bösewicht der Gerechtigkeit übergab. Happy End ;-)

Nach der Einreise – warum dauert eigentlich das Einlesen einer CH-ID fast vierzig Sekunden? – ging es durch den Zoll (jawoll, roter Durchgang). Im Übergang zum Terminal, wo der Zug fährt, empfing mich die Schweiz mit einer für mich aktuell ungewohnt kühlen Brise.

Da ich noch eine Viertelstunde bis zur Zugsabfahrt hatte, reichte das wunderbar, um noch schnell zum Flughafenbeck zu gehen und ein frisches St. Gallerbrot zu kaufen. Nach zwei Wochen Asien hatte ich doch ein wenig Entzugserscheinungen ;-)

Ein «Pfünderli» halbweisses St. Gallerbrot

Der Minibar konnte ich noch einen Espresso mit Gipfeli entreissen und schon kurz nach 9 Uhr am Sonntagmorgen war ich wieder bei mir zu Hause. Die Waschmaschine wartete auf Input und mein Vater auf den Anruf, dass ich endlich wieder zurück sei.

Fazit

Das war jetzt eher das grossstädtische Asien, auch eher der teurere Teil. Sicher wäre es auch schön, mal ein wenig durch/über das Land zu reisen, aber da müsste ich mich mehr auf die Hitze und den unbequemeren Teil gefasst machen.

Hongkong, vor allem die kleinen, engen Gassen, die Geschäfte und Restaurants in der schmalen Durchgängen, haben mir besonders gut gefallen. Ich glaube, ich werde gerne nochmals nach Hongkong zurückkehren.

Vermutlich müsste ich auch nochmals nach Macau, dann vielleicht einen oder zwei Tage länger. Da gäbe es wohl noch mehr Ecken zu entdecken, welche noch etwas ursprünglicher geblieben sind.

Singapore war mein erster Aufenthalt so nahe am Äquator. Das Wetter zwingt einem, einen Gang herunterzuschalten. Das kann ja auch mal gut tun. Sonst ist es, wie man davon gehört hat, sauber, ordentlich, geschäftig. Mir haben die Blumen und vielen tropischen Pflanzen an allen Ecken sehr gut gefallen.

Was sicher helfen könnte, wäre ein wenig chinesisch zu können. Das ist aber eine ziemliche Herausforderung.

So, das waren die 14 Tage Ferien in Asien. Machet's guet! :-)

Urs | Sonntag 03 April 2016 - 7:21 pm | | default | Ein Kommentar
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Asia 2016, Freitag mit Thomas

Diese Nacht hatte ich mich langsam an die Grösse (und Höhe) des Bettes gewöhnt, zudem war mir nicht mehr so warm.

Nach dem Frühstück im 31. Stock verfolgte ich auf Flight-Aware, wie sich LX 178 von Zürich langsam in Richtung Indien bewegte.

Aussicht auf das sonnige Singapore vom 31. Stock des Conrad Centennial

Kurz nach dem Mittag fuhr ich mit der blauen U-Bahn zur Endstation nach Bukit Panjang. Unterwegs fiel mir wieder auf, wie der Linksverkehr auch Spuren bei der Rolltreppenbenutzung (links stehen, rechts gehen) hinterlässt.

Linksverkehr (links stehen, rechts gehen) in Singapore auf der Rolltreppe

Als ich die Rolltreppen hochkam und auf die Strasse trat, war ich etwas verunsichert. Ob ich hier wirklich ein Taxi zum Zoo bekäme? Bei der Bushaltestelle war auch ein Taxi-Signet.

Bushaltestelle und Hochhäuser in Bukit Panjang in Singapore

Und tatsächlich, bevor ich mir überhaupt gross etwas überlegen konnte, brauste schon ein Taxi hin. Er fragte kurz, ob Cash in Ordnung sei, ich nickte und hüpfte rein. Die Fahrt dauerte eine knappe Viertelstunde und schon waren wir da.

Eingangstor/gebäude zum Zoo in Singapore

Ich erstand mir einen normalen Eintritt und spazierte gemütlich durch den Zoo. Die putzigen Kerlchen da im Bild lebten auf einem Baum und waren nicht in einem Gehege. Offenbar gefällt es denen genug, dass sie nicht abhauen.

Äffchen im Baum, praktisch auf einen Meter Distanz

Besonders putzig, aber auch etwas stinkig, sind die asiatischen Zwergotter.

Danach ging es weiter, zum – bei diesen Temperaturen – etwas bedauernswerten Eisbären, den weissen Tigern und den Gibbons.

Dort telefonierte ich noch ein paar Minuten mit meinem Vater. Das Swisscom iO ist eine coole App, sie erlaubt mir, bei bestehendem WLAN oder 3/4G-Abo, kostenlose Anrufe an Schweizer Swisscom-Kunden. Da ich ein 1 GB Abo für diese Zone hatte, passte das gut. Die Gesprächsqualität ist auch ausgezeichnet. Der «normale» Anruf via Telefon kostet ja sonst 2.25 Fr. pro Minute!

Zwergflusspferd im Zoo von Singapore

Nach dem Abstecher zu den Zwerflusspferden überlegte ich mir kurz, ob ich Thomas am Flughafen abholen sollte. Allerdings schien mir die Fahrt im Taxi im Feierabendverkehr etwas lange, also ging ich mit einem Taxi zum Sim Lim Square, da es dort noch einen Elektronik-Supermarkt zu besichtigen gab.

Sicht von Oben durch das Glasdach in einen Elektronik-Shop in Singapore

Vor dem Geschäft gab es Trödler, welche offene, zweifelhafte Ware verkauften. Beim Eingang grosse Plakate, welche zu Preisvergleich und Vorsicht mahnten (!). Drinnen waren klassische Läden, welche zB Laptops von Asus verkauften, aber auch Krims-Krams-Läden mit hunderten von Steckern und USB-Kabeln. Alles nicht unbedingt günstig. Also liess ich die Finger davon.

Flight-Aware war dann etwas hintendrein mit den Daten, Google meldete bereits die Landung und so erhielt ich zuerst eine Message von Thomas, dass er gelandet sei. Also ging ich zur nächsten U-Bahn und fuhr zurück zum Hotel. Dort angekommen, traf ich Thomas draussen beim Rauchen. So ein Zufall, sein Taxi war eben erst vorgefahren :-)

Nachdem wir uns ein Willkommens-Ginger Ale in der Lounge gegönnt und den Sonnenuntergang bewundert hatten, ging jeder in sein Hotelzimmer, um sich noch etwas frisch zu machen.

Sonnenuntergang vom 31. Stock des Conrad Centennial in Singapore

Nachdem die Kleiderordnung bekannt war (kein Jackett, da > 30° C) zogen wir gegen 8 Jahr los und fuhren zum Marina Bay Sands rüber. Thomas zeigte mir die Shopping Malls und wir genossen noch etwas die Aussicht auf die Skyline und das Hotel von draussen. Anschliessend fuhren wir mit dem Lift in das Restaurant «Sky on 57».

Thomas konnte hier vor ein paar Wochen noch eine Reservation für 21:00 Uhr ergattern. Sogar einen Platz am Fenster. Und das war ja auch der Grund, weshalb ich überhaupt nach Singapur geflogen bin. Ich hatte ihn ja zu seinem Geburtstag zu einem Nachtessen in Singapur eingeladen ;-)

Ausblick auf das nächtliche Singapore vom «Sky on 57»

Wir überlegten uns kurz, das «Menu Surprise» zu nehmen. Aber Thomas war sich nicht sicher, zudem gibt es das nur zu zweit. Also bestellten wir uns das «Gastromic Set Menu» mit Begleitweinen, ich die ganzen sieben Gänge, Thomas verzichtete auf den Käse und kam auf sechs Gänge. 

Feines Rindsfleisch im Sky on 57
Käseteller im Sky on 57

Das Menu war wirklich sehr toll arrangiert, nicht zuviel und wurde auch individuell auf die Spezialwünsche angepasst. Die Begleitweine waren sehr delikat. Vor allem der zur zweiten Vorspeise gereichte Riesling hat mir sehr geschmeckt. Und natürlich der zum Hauptgang (Rindsfleisch) servierte Syrah, der fast schwarz war. Eine Wucht.

Ein wunderbarer Ferienabschluss. Wir machten uns dann auf den Weg hinunter zur U-Bahn, nur um gerade noch die letzte Fahrt heim zu erwischen. Es hätten keine fünf Minuten später sein dürfen.

Urs | Sonntag 03 April 2016 - 12:22 pm | | default | Ein Kommentar
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Asia 2016, Donnerstag in Singapore

Ich hatte relativ gut geschlafen, mich auf dem rund 10 Quadratkilometer grossen Bett nur etwa zwei-, dreimal verirrt und doch etwas warm bekommen. Ich justierte die Klimaanlage neu und nahm mir für die nächste Nacht vor, kein Pyjama zu tragen.

Ich schaffe es gerade noch kurz nach 10 Uhr in die Executive Lounge im 31. Stock, um dort noch ein kleines Frühstück zu nehmen. Die nette Bedienung serviert Espresso und frischen Grapefruit-Saft, alleine das schon verdient Punkte. Dann lümmelte ich noch ein wenig im sehr grosszügigen und kühlen Hotelzimmer herum, bis ich mich entschloss, in die freuchte Hitze raus zu gehen. Es war dann schon kurz vor vier Uhr, als ich startete.

In der U-Bahnstation «Promenade», welche gleich um die Ecke liegt, kaufte ich eine Wertkarte für den ÖV. Die Karte kostete 10 S $ und hatte ein verfügbares Guthaben von 5 S $ drauf.

ezlink-Wertkarte für den Nahverkehr in Singapore

Ich lud am Automaten noch eine Zehnernote dazu und fuhr dann mal mit der blauen Linie in Richtung Bukit Panjang bis zur Station D9, «Botanic Garden».

Ich spazierte in der spätnachmittaglichen Wärme von rund 31° C durch den grosszügigen Botanischen Garten mit vielen schönen Blumen und altem Baumbestand.

Bougainville in verschiedenen Farben im Botanischen Garten von Singapore

Ich besuchte auch noch die Unesco World Heritage Site «National Orchid Garden», welcher im Botanischen Garten liegt und 5 S $ Eintritt kostet. Lohnte sich wirklich. Wunderschöne Orchideen aller Art sind zu finden und ich dachte ein wenig traurig daran, dass ich dieses Erlebnis gerne mit meiner Mutter geteilt hätte, welche so gerne Blumen und auch Orchideen hatte.

Orchidee mit Luftwurzeln an einem Baum
 

Ich schnupperte brav an jeder Blüte… Seit meinem Besuch mit Heinz auf Big Island im Februar 2002, wo uns eine Frau in einem tropischen Pflanzenparadies (ich glaube, es war hier) darauf aufmerksam machte, dass gewisse Orchideen wie Schokolade riechen, mache ich das. Leider auch hier erfolglos…

Gelbrote Orchideen

Ich hätte sicher noch hunderte, weitere Bilder schiessen können. Und auch hier hätte es sich wohl gelohnt, die Nikon mitzunehmen. Aber die lag im kühlen Hotelzimmer und hing mir nicht am Rücken.

Ein Strauss an Farben der selben Orchideensorte

Erlaubt mir noch eine Grossaufnahme, dann ziehen wir weiter.

Hineinzoomen erlaubt, sehr schöne Struktur auf den Blüten dieser Orchidee

Der weitere Weg führte mich noch durch den Ingwergarten (botanisch Ingwerartige = «Zingiberales»), zu welchen nicht nur das Ginger Ale, äh, sondern auch die Banane gehört.

Nachdem ich einen Ginger Jive getrunken hatte, dessen leichte Süsse von einer kleinen, aber fiesen Schärfe im Gaumen begleitet wurde, verliess ich den Botanischen Garten im südlichen Bereich und fand dann irgendwo eine Bushaltestelle. Als da ein Bus vorfuhr, welcher mit Harborfront angeschrieben war, dachte ich, da hüpf ich jetzt rein.

Der Bus fuhr irgendwo durch die Stadt, war aber angenehm gekühlt und es war interessant aus dem Fenster zu «schpienzle» und den verschiedenen Fahrgästen zuzuschauen/zuzuhören (auch wenn man nix versteht).

Irgendwo an der Ecke «Tiong Bahru Road» zu «Seng Poh Road» hatte es mehrere Restaurants und so stieg ich kurzentschlossen an der nächsten Haltestelle aus und landete ohne allzu gross nachzudenken im Seafood-Restaurant «Sin Hoi Sai». Ich bestellte mit Crevetten-Panade frittierte Pouletteile und nach Marktpreis zu erstehende Muscheln (Bamboo Clam) an Knoblauch-Sauce. Ich ass draussen und liess mir dazu noch ein Schälchen Reis aufschwatzen, was gerade recht in der Menge war. Dazu trank ich ein Tiger-Bier, die grosse Flasche kam gut weg. Es war nähmlich immer noch um die 29° C. 

Poulet frittiert mit einer teuflisch scharfen Sauce
Bamboo Clam mit Knoblau

Die rote Sauce probierte ich erst mit den Stäbchen, leicht hineintunken und dann ganz vorne auf der Zunge berühren. Sie war teuflisch scharf :-)

Das Ganze kostete mich dann rund 47 S $, als knapp 40 Franken, wobei rund die Hälfte für die Muscheln standen.

Danach suchte ich mir die nächste U-Bahnstation heraus, es war Chinatown und spazierte gemütlich rund 25 Minuten bis dort, von wo mich die blaue Linie bequem zur Haltestelle «Promenade» zurück brachte.

So waren trotz der grossen Hitze ein paar Schritte, wenn auch gemütlich, zusammengekommen und ich begab mich in das Hotel und suchte im Lift mein Stockwerk! Ihr findet die Logik, oder?

Stockwerktasten im Lift des Conrad Centennial in Singapore

Dann mal gute Nacht, am Freitag war dann ja die Ankunft von Thomas geplant.

Urs | Samstag 02 April 2016 - 3:54 pm | | default | Drei Kommentare
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Asia 2016, Reise nach Singapur

Ich wachte kurz vor dem Wecker auf, wirklich ausgeschlafen fühlte ich mich jedoch nicht. Nach der Dusche packte ich meinen Koffer fertig (Erinnerung ans nächste Mal, den Adapter für die hier vorherrschenden englischen Stecker nicht in den Koffer tun) und ging zum Checkout. Die Angestellten waren immer noch fix und freundlich. Ich bekam auf Wunsch auch eine Papierkopie der Rechnung.

Draussen überlegte ich kurz, ob ich ein Taxi nehmen sollte. Aber es war ja wirklich nicht weit und ich war gut in der Zeit. Also machte ich mich auf den Weg, schleppte den Koffer einmal über eine Fussgängerbrücke mit der Rolltreppe hoch und auf dern anderen Seite die steile Treppe runter und dann ging es schon über die Fussgängerbrücke zum Outer Harbor Terminal.

Dort konnte ich am Schalter für die Superclass-Passagiere meinen präventiv im Hotel ausgedruckten Boarding-Pass vorweisen und somit meinen Koffer gleich nach Singapore durchchecken. Ein sehr praktischer Service.  Anschliessend ging es durch die Passkontrolle zum Gate, wo man beim Verladen der Fluggepäck-Container zuschauen konnte. Die stehen einfach vertäut auf dem Bug, ob das gut geht? Es ging gut.

Beladung der TurboJET-Fähre nach Hongkong Airport

Und schon begann das Boarding. In der Superclass waren auf die wohl 100 Sitzplätze nur gerade 10 belegt, so dass ich mir einen Fensterplatz aussuchen konnte. Die Aussicht war jedoch nicht berauschend, einerseits war es diesig und wolkenverhangen und andererseits waren die Scheiben mit Wassertröpfchen übersäht. Ich spüre jeweils den Seegang, aber mir macht es nichts aus, so dass ich die Zeit mit ein wenig dösen und Jetpack-Gamen verbrachte. Das «Mittagessen» bestand aus einem Tunfischbrötchen (wieder eher süsslich) und einem Kübelchen Gelee mit Früchten und einem Törtchen. Besser als nix.

Mittagessen auf der TurboJET-Fähre nach Hongkong

Im Flughafen Hongkong wollte ich durch die Security, wurde dann aber freundlich und bestimmt daran erinnert, dass man hier weder selbst ausgedruckte noch elektronische Bordkarten akzeptiere! WTF! :-(

Gut der Schalter war nur ein paar Meter um die Ecke und nachdem der Frau dort klar wurde, dass ich schon eingecheckt war und dass sogar mein Fluggepäck eingecheckt war, bekam ich die gedruckte Bordkarte problemlos. Zudem noch einen abgestempelten Beleg, den ich erst achtlos mitnahm. Damit passierte ich die Security und ging dann weiter in Richtung Terminal.

Unterwegs hatte es einen Schalter, auf welchem irgend etwas von «Refund» stand. Ich erinnerte mich an den abgestempelten Beleg und ging da mal einfach hin. Die Frau dort scannte den Beleg und händigte mir kommentarlos 120 Hongkong $ aus. Immerhin etwas mehr als 12 Franken. Keine Ahnung, weshalb ich das zu gut hatte. Ich wies dann noch drei unschlüssig dastehende Deutsche auf die Möglichkeit hin (Karma, Karma…) und ging weiter zum People-Mover, welcher mich in ein paar Minuten zum Terminal 1 brachte.

Dort ging es über Rollbänder oder Fusswege zu den Gates 15-19. Ab Gate 17 sollte mein Flug gehen und irgendwo dort müsste sich auch eine Lounge befinden.

Hinweisschilder am Flughafen Hongkong

Das Hinweisschild zum Thema heisses Wasser erinnerte mich an die Unterhaltung auf Twitter mit Remo. Der erklärte mir ja auf meine verdutzte Frage, was ich mit heissem Wasser im Viet-Nam-Restaurant denn solle, dass Asiaten offenbar noch gerne heisses, pures Wasser trinken :-)

Die Lounge war dann gleich oberhalb Gate 16/17 und ich konnte mich dort ein wenig hinsetzen und die Zeit mit Bloggen überbrücken. Es gab kleine Finger-Sandwichs (Toastbrot in Streifen), aber auch Softdrinks oder guten Kaffee. Um die Ecke hatte es einen kleinen Schalter, bei welchem man sogar Nudelsuppen bestellen konnte.

Um 13:30 Uhr rollte mein Flieger bereits ans Gate und um 14:45 begann das Boarding. Es gab zwei Zugänge, einen für Eco und einen für Business/First. So sass ich kurze Zeit später auf 14A. Der Platz neben mir blieb frei. Und kaum sass ich richtig auf dem Platz, bekam ich auch schon einen Drink.

Blick von oben auf den Platz 14A auf Flug Cathay-Pacifix CX635 nach Singapore
Cathay-Pacific Signature Drink mit Blümchen

Der Flug hob etwa 30 Minuten verspätet ab, hatte aber genügend Reserven. Der Blick aus dem Fenster zeigte ein Lantau in grau. Was für ein glücklicher Mensch ich doch war, dass ich trotz anfänglichem Regen so tolles Wetter in Hongkong erleben durfte! :-)

Flughafen Hongkong, Lantau in grau

Die Crew war wirklich sehr aufmerksam. Auch Madame Purser kam vorbei und stellte sich jedem Gast (mindestens in der Business Class) persönlich vor und wünschte eine gute Reise. Die Verpflegung war mit Früchten, einem Lachsfilet an Sauce Hollandaise und einer feinen Glacé sehr gut.

Nachtessen auf Flug CX635 von Hongkong nach Singapore

Vor dem Landen drehten wir dann noch ein paar Extrarunden, was mir den Blick auf das Land unter mir erlaubte. Man sah auch schon ein paar Brandrodungen mit kilometerlangen, gut sichtbaren Rauchwolken. Eine Plage, unter der im Sommer auch Singapore offenbar leidet.

Dann schwenkte der Pilot seine 777-200 in Richtung Singapore Changi ein und wir landeten mit knapp 20 Minuten Verspätung in die Abenddämmerung hinein. Nach den sehr schnellen und einfachen Einreiseformalitäten irrte ich draussen ein wenig in der schwülen Wärme herum und suchte den via Google ermittelten Bus. Da ich den Busbahnhof aber nicht fand, gab ich relativ schnell auf und schnappte mir ein Taxi. Dieses brachte mich in etwa einer halben Stunde zum Conrad Centennial im Marina-Gebiet.

Das Hotel hat (natürlich, sonst hätte es mir ja Thomas nicht empfohlen) grosse Klasse. Beim Check-In ging es sehr schnell, nachdem der junge Mann von seiner Chefin darauf hingewiesen wurde, dass ich schon übers Web eingecheckt hatte ;-)

Ich wurde dann persönlich ins Eckzimmer 2626 begleitet, der kurze Zeit später folgende Gepäckträger erklärte mir auch die Bedienung aller Apparaturen, wirklich auch hier sehr zuvorkommend und höflich! Die Aussicht aus der riesigen Fensterfront auf das nächtliche Singapore war atemberaubend! 

Sicht aus dem grossen Hotelfenster auf das nächtliche Downtown Singapore

Im Zimmer selbst hatte es einen Früchteteller mit Pralinen (sonst wäre es ja zu gesund). Zudem war das Bett schon aufgedeckt und ein kleiner, roter Bär mit Hinweisschild bezüglich Wiederverwendung der Leintücher sass beim Kissen.

Früchteteller mit Pralinen
Kleiner Teddy als Willkommensgruss auf dem Bett im Conrad Centennial in Singapore

Ich ging nachher noch auf ein kleines Nachtessen in eines der vielen Restaurants gleich neben dem Hotel und legte dann mein müdes Haupt in diese edlen Kissen.

Urs | Donnerstag 31 März 2016 - 6:19 pm | | default | Kein Kommentar

Asia 2016, Dienstag in Macau

Bin relativ lange im Bett liegen geblieben, war irgendwie noch wenig ein wenig «plem» von der Anreise und dem strengen Sonntag. Als ich dann rausging, war es schon zu spät für Frühstück. Machte nichts, ich hatte nicht wirklich Hunger.

Zuerst lief ich entlang der stark befahrenen, lauten Avenida de Amizade. Was mich im Laufe des Tages immer wieder verwunderte, war die Macausche Variante des Fitness-Parcours. Und man sah tatsächlich manchmal Leute, vor allem Ältere, dort an Maschinen hantieren und turnen.

Fitnessgerät an bei einem Spielplatz in Macau

Ich bog dann schnell auf Nebengässchen ab und staunte ab all den vielen, kleinen Läden. Bäckereien, Restaurants en masse. Alle sehr klein oder schmal und vielfach nur in chinesisch angeschrieben.

Ich erstand mir in einer Bäckerei für umgerechnet 2.20 Franken ein Schinken-Ei - Brötchen und eine Cola. Das Brötchen war leider (aber nicht unerwartet) eher süsslich. Gutes Brot muss man in Asien ja nicht wirklich erwarten.

Neon-Werbeschilder von Geschäften in einer Nebengasse in Macau

Am westlichen Ende der Avenide de Amizade befindet sich ein grosser Kreisel und man sieht von Ferne den Macau-Tower. Ich hatte keine Lust, dorthin zu fahren, mir war eher nach dem alten Macau.

Macau Tower im Hintergrund

Aber erst machte ich einen Abstecher in das Casino im Hotel Lisboa. Ich war von Stephan ja informiert worden, dass die Auswahl an Slot-Maschinen eher eingeschränkt ist. Die Chinesen spielen lieber eines der vielen Karten- und Würfelspiele an den Tischen. Nachdem ich erst ein wenig Geld versenkt hatte, spielte ich es nachher an zwei Maschinen zum allergrössten Teil wieder herein. Eine gute Gelegenheit, das Geld auszuzahlen und weiter die Stadt zu erkunden.

Das Hotel und Casino Lisboa in Macau

Kuriositäten findet man auch hier. Dass es Goldschmuck für die geneigte Frau in Form einer grossen, lachenden Sau gibt, kann man ja noch verstehen, schliesslich bedeutet auch hier «Schwein haben» = Glück. Aber bei diesem Laden habe ich kurz gestockt. Ich dachte erst an Schokoladetafeln, wie man sie auch bei uns (zB beim Läderach) kaufen kann. Aber nein, das war gewürztes, getrocknetes Fleisch, welches in Tafelform angeboten wird.

Getrocknetes, gewürztes Fleisch in Platten in einem Supermarkt in Macau

Es ging weiter durch enge Gässchen und irgendwie landete ich bei der Igreja de São Domingos. Nach einem kurzen Besuch der renovierten Kirche (da hatten sich die Termiten mal durch fast alle hölzernen Teile gefressen) ging es weiter durch schmale Gassen. Überall, teilweise am Strassenrand, wurde irgend etwas gekocht und es roch auch gut. Durch jede noch so schmale Gasse quetschten sich Roller. So wunderte es nicht, dass auch diese, neben den Bussen, Hauptverkehrsträger irgendwo einen Parkplatz brauchen ;-)

Abgestellte Roller in einer Nebengasse in Macau

Überhaupt fandens ich hier auf kleinstem Raum gedrängte Shops, in welchem irgend etwas feilgeboten wird. Sei es Essen, sei es Keramik oder Kleider. Häufig war es thematisch etwas sortiert. Da kamen mal ein halbes Dutzend Sanitär- bzw. Kücheneinrichtungsgeschäfte, dann wieder ein Mechaniker, der irgend etwas zusammenschraubt.

Schmaler Laden mit viel Keramik-Krimskrams

Ich ging und ging und ging und dank der App «CityMaps2Go» und der vorher im Hotel geladenen Karte war es auch einfach, im Häusergewirr den Überblick zu behalten. Irgendwo marschierte ich dann in einen kleinen Laden, der Fruchtdrinks anbot. Der junge Mann verstand mich dank dem Deuten auf das Gewünschte und mixte mir dann in einer komplizierten Prozedur genau abgewogen einen Mango-Grapefruit-Drink zusammen. Während ich wartete, wunderte ich mich ein wenig über das kleine Display im Laden, das allerhand Unzusammenhängendes zeigte, so auch diese Eisenbahn.

Holzeisenbahn-Miniatur im Schaufenster

Der fertig gemixte Drink wurde dann in einer Maschine mit einem Plastikdeckel versiegelt und ich bekam ein sehr dickes Röhrchen dazu. Da es auch noch genügend Eis drin hatte, trug ich das Getränk mal mit mir. Ich kam dann ein paar Strassen weiter zum «Reservoir». Die Estrada do Reservatorio verläuft entlang dem Teich gleich beim Hafen und es gibt Bänke zum Verweilen. Dort piekste ich ein Loch in den Deckel und erfrischte mich mit dem kühlen Getränk. Nun verstand ich auch, weshalb das Röhrchen einen halben Centimeter Durchmesser hatte. Im Drink drin hatte es nicht nur Eis, sondern ganze Mangostückchen, an denen mich zuerst beinahe verschluckte.

Danach ging es noch die paar Schritte weiter zum Outer Harbor Ferry Terminal, wo ich mir für den nächsten Tag das Ticket für die Fähre nach Hongkong Airport um 11:30 Uhr kaufte. Die Frau am Schalter wollte zwar verzweifelt die eTicketnummer oder einen Boardingpass haben, aber ich hatte keine Internet-Verbindung und konnte ihr somit nur die Flugnummer angeben. Schlussendlich gab sie mir das Ticket doch noch.

Anschliessend ging ich zurück zum Hotelzimmer, irgendwie spürte ich die 18'200 Schritte oder 12.3 Kilometer, welche ich gemäss meinem iPhone schon gelaufen war. ;-)

Mit leichten Kopfschmerzen – wohl zu wenig getrunken heute oder Coffein-Entzug – ging ich später nochmals raus und beschloss dann aber, gleich um die Ecke wieder ins Hotel reinzugehen, da es dort ein thailändisches Restaurant, das «Naam» gab. Dazu musste ich erst am hoteleigenen Fitnesscenter vorbei. Zum Glück hatte ich keine Sportbekleidung dabei und somit eine Ausrede ;-)

Ich bestaunte kurz den Pool und dachte bedauernd daran, dass ich zwar die Badehose dabei hätte, die Aussentemperaturen von knapp unter 20° C luden aber noch nicht wirklich ein.

Der Pool des Grand Lapa in Macau

Im Restaurant war nicht viel los und das Personal kümmerte sich sehr aufmerksam um mich. Die Karte sah verlockend aus und hinter den Speisen waren denn auch manchmal eine oder sogar zwei kleine Chilischoten vermerkt. Der Kellner meinte jedoch, zwei Chilis seien nicht «so scharf», was auch immer die Definition von «scharf» ist. :-)

Ich bestellte Fish-Cakes mit süss-saurer Sauce mit Erdnüssen und einen kleinen Mango-Salat als Vorspeise. Dazu eine kleine Schale rotes Curry «Kaeng Ped Yaang» mit gerösteter Ente und Früchten. Das rote Curry hatte eine Chili-Schote, aber beim Salat habe ich den Verdacht, dass da mindestens zwei Schoten hintendran war ;-)

Vorspeisen, Fish-Cakes und ein Mango-Salat mit Chilis

Zum Glück konnte ich mir die Zunge mit dem schönen Karottenblümchen wieder etwas neutralisieren bzw. kühlen. Dazu trank ich viel Tee, bevor ich mir das Curry zu Gemüte führte, es schmeckte sehr gut und überhaupt nicht scharf. Entweder hatten sie die Chilis vergessen oder das ging im Ausgleich mit der Kokosmilch und den vielen Früchten dann unter.

rotes Curry mit Ente und Früchten

Beim Bezahlen merkte ich an, dass ich Hotelgast wäre, worauf ich noch 25% Rabatt bekam :-)

Nachdem ich im Casino nebenan nochmals ein paar Hongkong Dollar riskiert, verloren und wieder gewonnen hatte, ging es ins Hotel zurück. Hier war es dann eher etwas mühsam. Ich hatte immer noch ein wenig Kopfschmerzen und im Nachbarzimmer wurde von mehreren Leuten eine grössere Party veranstaltet! :-(

Nachdem es kurz nach 24 Uhr immer noch Singen, Klatschen, Johlen und so weiter gab, rief ich mal den Concierge an und polterte dann eine Viertelstunde später ziemlich heftig mit den Fäusten an die Wand. Was genau geholfen hatte, wusste ich nicht, es wurde aber schnell ruhig und ich konnte mich in Morpheus Arme begeben.

Urs | Mittwoch 30 März 2016 - 6:54 pm | | default | Kein Kommentar
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