U.S. Westcoast 2016, Tage in Pismo Beach

Die ganze Reise war ja ein wenig Wahnsinn… ich bin ja im Frühling von meinen Ferien in Asien zurückgekommen und habe realisiert, dass ich das letzte Mal Ende 2014 in Pismo war. Und jetzt nochmals ein Jahr oder länger warten? Das «Heimweh» wurde zu gross, also habe ich so lange gesucht, bis ich einen finanzierbaren Weg hingekriegt habe.

Und so war ich nun vom Montag-Abend bis Freitag-Morgen in meinem geliebten Pismo Beach.

Panorama über die Bucht von Pismo Beach vom Kon Tiki Inn aus aufgenommen

Der Dienstag startete mit einer Überraschung. Nach dem Frühstück bemerkte ich draussen grosse Aufregung. In der Bucht von Pismo schwammen rund 5-6 Buckelwale auf Futtersuche. Was die Wale übrig liessen, liess grosse Vogelschwärme eifrig sich daran laben. Es war ein tolles Spektakel und ich war natürlich ohne Stativ und mit nur einem 18-200mm Objektiv sehr schlecht ausgerüstet. Also habe ich nur relativ unscharfe Bilder. Die Wale kommen ja immer wieder an anderen Orten hoch. Nur einer sprang etwa dreimal fast an der selben Stelle aus dem Wasser. Danach machte ich mich daran, den Blog à jour zu führen. 

Buckelwal, so gut es mein Objektiv zuliess

Den Rest des Tages verbrachte ich mit einem kurzen Schwumm im Pool und ich genoss die warme Nachmittagssonne, die den Sitzplatz so schön beschien. Auf den Sonnenuntergang hin, besuchte ich den «Ventana Grill», wo ich via OpenTable einen Platz gebucht hatte. Das Restaurant war «pumpenvoll» und ich konnte den Sonnenuntergang von einem Fensterplatz aus bewundern. Zum Einstieg gab es… eine «New England Clam Chowder», what else :-)

New England Clam Chowder (Suppe mit Muscheln)

Die Teigwaren mit Meeresfrüchten hatten etwas zu viel Käse für meinen Geschmack, aber es gab lokales Bier, also ein 805 von Firestone Walker. Zum Dessert gönnte ich mir einen Tequila, etwas das ich sonst nicht trinke. Es war ein einjähriger (Añejo Patron) und eine ziemliche Portion. Ob es an dem lag, dass ich eher schlecht schlief und Albträume hatte?

Leider nicht mein Wagen. Roter Oldtimer.

Am Mittwoch las ich erst mal die vielen Tweets, SMS und FB-Einträge bevor ich mir mein übliches Hotelfrühstück gönnte. Die Aussicht vom Rasen draussen auf die Bucht und das Pier war fantastisch.

Morgendlicher Blick auf das Pier von Pismo Beach vom Kon Tiki Inn aus

Ich lümmelte etwas im Zimmer herum und entschloss mich dann, nach Paso Robles zu fahren um dort den Laden der Brauerei «Firestone Walker» zu besuchen. Die Autofahrt auf der 101 dauert rund 35 Minuten. Dort wurde es etwas tricky. An die Brauerei angegliedert ist der sogenannte Tap-Room. Dort kann Bier verkostet und getrunken werden. Zudem hat es auch ein Restaurant mit Souvenier-Shop. Allerdings wollte ich ja zum Verkaufsladen.

LED-Schilder im Souvenir-Laden von Firestone Walker

Der war dann zweihundert Meter weiter südlich in einem anderen Gebäude. Der Shop bietet viele T-Shirts, Gläser, Krüge und weitere Devotionalien. Aber vor allem bietet er einen begehbaren Kühlraum mit allen Biersorten, die im Angebot sind. Drinnen hält man es allerdings nicht lange aus, da er auf rund 5° C gekühlt ist.

Kühlraum des Firestone Walker Brauereiladen in Paso Robles

Ich probierte zwei neue Sorten, das «Wookey Jack Black Rye IPA» und das «Luponic Distortion» und beide Biere überzeugten mich. Ich recherchierte dann etwas über die Gesamtmenge Alkohol bei Zoll und im Fluggepäck und entschied mich, so zu selektionieren, dass ich unter 5 Kg kam. Bei den Sour-Bieren gab es eh eine Mengenbeschränkung im Shop. Pro Person / Tag nur eine Flasche pro Sorte!

Ich machte dann eine kleine Umwegfahrt und fuhr via Harmony - Morro Bay zurück, auf den eigentlich geplanten Abstecher nach Avila Beach verzichtete ich, da die Zeit doch schon etwas fortgeschritten war. Zudem wollte ich nochmals in den Pool.

Der Sonnenuntergang kurz nach 19 Uhr war toll und nach ein wenig Photobearbeitung war die Zeit davongerannt.

Blick auf das Pier von Pismo im Abendlicht
Sonnenuntergang über dem Pazifik vor Pismo Beach

Also verzichtete ich auf den Spaziergang und rief mir einen Uber. Der fuhr mich dann in vier Minuten für 6.50$ zum Ft. McLintock's, wo ich auf 20:30 Uhr einen Tisch reserviert hatte. Das Steakhouse war verblüffend leer. Auf Nachfrage beschied man mir, dass vor einer Stunde noch alles voll gewesen sei. Trotzdem, mich dünkt, die wirtschaftliche Situation der USA sieht man mindestens in Pismo schon daran, dass einige Restaurants ganz oder temporär geschlossen sind. Da es keinen Special gab, der mir zusagte, gönnte ich mir das Porterhouse und ein Glas Wein.

Geburtstagsessen im Ft. McLintocks, Porterhouse Steak und ein Glas Rotwein

Wenn man fragt, kriegt man auch klitzekleine Desserts und so genoss ich eine normal (d.h. für uns normal) grosse Kugel Vanilleglacé mit einem Häubchen Schokoladesauce. Um das ganze Essen einigermassen aufzuwiegen, nahm ich den Heimweg auf Schusters Rappen unter die Füsse und war rund 35 Minuten später wieder im Hotel.

Ob es das viele Fleisch und der Alkohol waren, die mich erneut so intensiv träumen liessen? Ich erinner mich sehr selten an meine Träume und meistens vergehen sie am selben Tag. Aber der ist mir sogar heute, am Samstag-Abend auf der Heimfahrt noch präsent. Ich erspare Euch jetzt die Psychoanalyse, aber es hatte mit der Eisenbahn zu tun ;-)

Am Donnerstagmorgen telefonierte ich dank Swisscom iO und dem guten Hotel WLAN eine Dreiviertelstunde gratis mit R. aus W. (wir wollen hier keine Namen nennen) ;-), während die gute Fee das Zimmer machte. Ich hinterlasse jeweils zwei Dollar, manchmal aber auch nur einen, dafür eine Tafel Schweizer Schoggi. Ich hoffe, das kommt bei den Bediensteten auch gut an.

Im Gespräch fiel mir dann ein, dass ich ja noch versprochen hatte, komisches Zeugs zu kaufen. Und so schnappte ich mir den Wagen und fuhr zum Five Cities Drive rüber um zu schauen, ob ich die Ware dort kriege. Den Käse aus der Sprühdose fand ich nach einiger Suche im lokalen Bio-Supermarkt. Die führen also auch Junk-Food ;-) Zudem entdeckte ich dort auch noch gleich frische Apple Turnovers, auch im Einzelverkauf. Leider keine Apple Fritters, lieber Andy!

Easy Cheese, für einen Freund gekauft 🙊

Die andere Ware war schwieriger zu ergattern, ich musste bis nach Arroyo Grande, wo mich auch prompt das Garmin in die Wüste schickte. Nach etwas herumfragen, kramte der Angestellte lange in den Schränken und konnte es dann auftreiben. 

Eistee «Very Berry Hibiscus» von Schtarpöcks ;-)

Nach der Rückfahrt ins Hotel wägte ich ab und entschied mich schlussendlich, doch an den Strand runter zu gehen und ein wenig zu spazieren. Die Schiene, ein Malleo Sprint von Ottobock, ist waschbar, sollte also damit klappen. Ich hörte mich in Gedanken schon am nächsten Tag über den Sand in der Schiene fluchen, aber es ging erstaunlich gut. Als ich dann in Pismo vorne war, kam mir in den Sinn, dass ich mein Portemonnaie und auch meine Kreditkarten im Hotel gelassen hatte… War also nix mit Shopping… :-(

Dickes Wädli im Malleo Sprint am Strand

Am Abend ging ich dann nochmals zu Fuss zum Pier runter, einfach der Strasse entlang, um dort bei Mo's ein halbes Rack Spare Ribs zu essen. Zum Ärmelhochkrempeln und Finger ablecken gut!

Spare Ribs bei Mo's in Pismo Beach

Nach der Heimkehr begann dann die grosse Pack-Orgie, wie kriegt man 14 Fläschchen Bier sicher im Koffer verstaut? Es war ein Krampf, alles in T-Shirts oder andere Wäschestücke eingewickelt, die Aussenstellen noch mit dem Verpackungskarton abgesichert. Die teuren Sour-Biere in den Trecking-Schuhen… ;-)

Sicherer Biertransport im Schuh

Und dann war schon die letzte Nacht fällig. Am Abend erhielt ich die Rechnung vom Hotel per Mail. Einchecken konnte ich nicht online, aber ich wollte ja sowieso früh genug los. Die Nacht war wie immer etwas unruhig wegen der Schiene und weil es heim geht.

Der Freitag ist kurz erzählt. Frühstück habe ich mir auf's Zimmer mitgenommen um jede Minute noch zu geniessen. Das Wetter war zum ersten Mal neblig, was ja sonst eigentlich die Regel ist am Pazifik. Die Sonne brannte sich erst gegen 10:30 durch, das war dann auch die Zeit zum Adieu sagen. Die Reception durfte sich auch ab zwei Tafeln Schokolade freuen und dann fuhr ich auf meiner bewährten Route gegen Los Angeles los.

Der Nebel reisst langsam auf, Abschied von Pismo Beach

Bei Oxnard hatte es das erste Mal etwas stockender Verkehr, die letzten 20 Meilen vor LAX waren dann eher mühsam. Wobei wir nie wirklich lange standen, meistens ging es nach zwei, drei Minuten weiter und ich kam so auf einen Durchschnitt von rund 30-35 Meilen pro Stunde. Da die Tankstellen auf der Ausfahrt 48 zum Airport Boulevard alle auf der anderen Seite waren, dachte ich mit 7/8 auf der Anzeige durchzukommen und fuhr direkt zu Avis und gab meinen Wagen ab. Leider kontrollierte ich den Zettel nicht, den mir der Bedienstete mit einem freundlichen «Have a nice day» in die Hände drückte, so merkte ich erst unterwegs, dass man mir 59 US $ zusätzlich belastet hatte… wofür auch immer, Taxes etc. Mal wieder eine nachträgliche Reklamation :-(

Am Flughafen selbst ging es dann zügig durch das Checkin und die Sicherheitskontrolle. Hier muss man immer noch die Schuhe ausziehen… mühsam. Aber den Gurt habe ich trotzig anbehalten. ;-)

Bis zur Abflugzeit genoss ich noch ein wenig die Aspire-Lounge, welche allerdings gerade umgebaut wird. Dafür gab es nur noch einen Gutschein für ein Gratis-Getränk. Immerhin wurde ein feines Ale von Anchor Steam und Chips mit frischem, würzigem Hummus. Musste mich zusammennehmen, um nicht zu viel davon zu essen :-)

Chips mit Hummus und ein Ale in der Aspire Lounge

Zum Rückflug gibt es später noch einen Beitrag.

Urs | Sonntag 18 September 2016 - 2:43 pm | | default | Kein Kommentar
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U.S. Westcoast 2016, Coast Starlight – Tag 2

Während der Nacht fuhr der «Coast Starlight» rumpeln gen Süden. Ich schlief etwas unruhig, neben dem Schütteln plagte auch die Schiene, aber das kenne ich ja nun zu Genüge.

Wir kamen gegen 6 Uhr nach Sacramento und da war ich dann halbwach, ich versuchte noch einige Zeit vergeblich, den Druck der Blase zu ignorieren, bevor ich mich doch noch entschloss, aufzustehen…

Gegen acht Uhr erreichten wir den Grossraum San Francisco und somit wieder das Meer. Ich genehmigte mir einen French Toast zum Frühstück und hatte eine sehr nette Unterhaltung mit einer vermutlich etwa gleichaltrigen Frau. Als ich sie fragte, weshalb sie den Zug nähme, erklärte sie mir, dass ihr Vater sehr viele Jahre bei Union Pacific gearbeitet hätte und sie schon als Kinder fast immer im Zug unterwegs gewesen wären.

Speisekarte mit Frühstück des «Coast Starlight»

Der Zug bediente Emeryville und Oakland, wo uns viele Fahrgäste verliessen und zuckelte dann weiter südwärts… aber auf der Höhe von Fruitville gab es eine Schnellbremsung. Der Schaffner eilte durch den Wagen und rief laut: «hold the handrails and watch for baggage». Die US-Züge bremsen irgendwie anders, weniger schleifend, mehr stotternd und so kam der Zug nach ein paar hundert Metern zu stehen. Kurze Zeit später meinte Justin, der Schaffner über die Lautsprecher, dass dies ein «Unfortunate trespasser incident» sein könnte und wenn es so sei, dürfte es zwei bis vier Stunden dauern.

Polizei und Unfalluntersuchungsfahrzeuge in Fruitvale, CA

Es war dann so und es dauerte insgesamt ziemlich genau vier Stunden. Polizei, Unfalluntersuchungsteams, Gerichtsmediziner erschienen. Der Lokführer und der Zugführer (Conducter) mussten ausgewechselt werden, bis es endlich weiterging. Anscheinend kämpfen die US-Eisenbahngesellschaften sehr stark mit unaufmerksamen Leuten, die auf und über die Gleise gehen oder fahren und das Prozedere ist sehr standardisiert. Gem. Justin werden von den Loks auch Diagnosedaten heruntergeladen, dazu gehören auch die Daten der installierten Videokameras auf der Lok.

Ich schrieb dem Kon Tiki Inn (Hotel) eine E-Mail, dass es sehr später werden könne, ich aber schon noch erscheinen werde. Zudem schaute ich, ob ich irgendwie die Autovermietung Avis im Flughafen von San Luis Obispo kontaktieren könnte. Es war zwar eine Telefonnummer aufgeführt, aber ich hatte keine Lust, Roaminggebühren für das ja jeweils recht übliche Warteschlangenmusikhören zu bezahlen. Also versuchte ich es via Twitter. Tatsächlich bekam ich nach zwei Stunden (!) eine Antwort (so geht Social-Media), mit der Bitte anzurufen. Ich konnte dann via die Zentrale eine Mail abdrücken und harrte der Dinge. 

Während der Zug nun wieder seinen Weg gen Süden aufnahm, gab es ein spätes Mittagessen. Ich vermisse ja die Zeit, als noch richtig gekocht wurde. Also unten im Speisewagen mehrere Köche Steaks brieten und Kartoffeln schälten. Als die Köche noch über die Menus bestimmen konnten und es noch keinen gewärmten Einheitsbrei gab. Vor allem vermisse ich den Apple Pie à la mode, den es früher zum Dessert gab. Immerhin, im «Coast Starlight» wird die Glacé nicht einfach als Häagen-Dazs Kübelchen auf den Tisch gestellt und mit Plastiklöffel serviert, wie auch schon in anderen Zügen erlebt.

"Menukarte des «Coast Starlight» und ein Vanille-Glacé"

Wir fuhren durch die Landwirtschaftsgebiete zwischen Salinas und Paso Robles, wo in diesem trockenen Land mit viel Bewässerung Gemüse angepflanzt wird.

Gemüsefelder südlich von Salinas
Bewässerte Gemüsefelder bei Elsa, California

Ich dachte erst, dass diese rötlichen Wolken von der Sonne gefärbt seien, da kam mir das Gespräch mit der Frau im Speisewagen in den Sinn. Sie erklärte, dass sie in Paso Robles ihren Sohn besuchen würde und dass es dort so schlimm gebrannt hätte. Und tatsächlich, schaute man in die Sonne, war es klar, dass es Rauchwolken waren.

Rauchwolken über dem halben Tal bei King City, California

Die Karte mit allen Wald- und Buschbränden wurde von/für Google aufbereitet. Riesige Gebiete wurden verwüstet und es ist noch nicht mal richtig Herbst. :-(

Dann kamen wir nach Paso Robles und ich dachte, wir hätten von den vier Stunden Verspätung rund eine Stunde aufgeholt. Denn von Paso Robles bis San Luis Obispo geht es mit dem Auto nur eine halbe Stunde. Der Zug fährt aber nicht die Berge gerade hoch und wieder runter, sondern windet sich in fast eineinhalb Stunden langsamer Fahrt durch die Hügel an der Küste.

Eisenbahnstrecke Paso Robles - San Luis Obispo im Vergleich daneben der (deutlich kürzere) Highway 101

Die Kurven waren atemberaubend eng, das geht hier, da die Wagen mit einer Mittelkupplung ausgestattet sind. Die Fotos durchs Fenster wurden meist nichts. Das Licht war schon zu schlecht und die mit dicken Gummidichtungen ausgestatteten, leicht eingelassenen Fenster lassen nur eingeschränkt Fotos in Längsrichtung des Zuges zu. Nach einem spektakulären «Horse Shoe» der fast so eng wie die Bernina-Bahn bei der Alp Grüm ist, ging es dann geradewegs zum Bahnhof San Luis Obispo, wo ich mit beinahe vier Stunden Verspätung ausstieg und Justin nochmals für die spannenden Gespräche über die Eisenbahn, aber auch das Leben und die Politik dankte.

Da weit und breit kein Taxi zu sehen war, wagte ich mich an meine erste «Uberfahrt» und tatsächlich, schon vier Minuten nach der Reservation erschien Earl mit seinem weissen Hyundai und fuhr mich in knapp 10 Minuten für 12.74 US $ zum Flughafen.

Bei der Autovermietung Avis blickte der Mann nur ganz beiläufig auf meinen Fahrausweis und händigte mir gegen eine einzige Unterschrift (!) die Papiere und den Schlüssel aus. Dauerte nur ein paar Sekunden und schon drei Minuten später sass ich in meinem roten GMC. Ich hätte mir zwar eher eine Limousine vorgestellt, aber für die paar Meilen tut es auch dieser Panzer.

Avis, Mietwagen

Ich kam nicht mal an einer Schranke vorbei, sondern konnte direkt losfahren und war schon eine halbe Stunde später, kurz vor acht Uhr abends in meinem geliebten, wie immer ausgebuchten Kon Tiki Inn in Pismo Beach.

Reception des Kon Tiki Inn am Abend

Nach dem Check-In holte ich mir noch ein Sandwich und ein Sixpack Pale 31, so war auch das kleine Nachtessen gerettet.

Und damit Ihr auch noch wisst, wie es am nächsten Morgen aussah… Kitschig wie immer :-)

Palmen beim Kon Tiki Inn vor dem Pazifik

Urs | Donnerstag 15 September 2016 - 8:03 pm | | default | Ein Kommentar

U.S. Westcoast 2016, Coast Starlight – Tag 1

Ich hatte am Vorabend die Wecker auf kurz nach 6 Uhr gestellt. Das klappte hervorragend und nach ein wenig im Bett rumlümmeln, konnte ich mich überwinden, in die Dusche zu gehen. Gepackt war schnell, so dass ich etwa um 7:20 Uhr bei der Reception war. Der Bus fuhr angeblich jede halbe Stunde, wurde mir ja am Vorabend beschieden.

Als ich mich nach dem Shuttle erkundigte, wurde der Fahrer aufgerufen und war praktisch sofort bereit. Es reichte grad noch für einen kleinen Schluck Apfelsaft. Dann ging es mit mir alleine im Bus gleich los und so war ich bereits kurz nach halb acht Uhr auf dem Perron und wartete auf die Light Rail. Somit war ich bereits um viertel nach acht Uhr in der Nähe des Bahnhof «King Street» in Downtown Seattle. Zeit genug, um noch irgendwo einen Kaffee zu ergattern.

Bahnhof Seattle «King Street» mit dem markanten Turm

In der Tat war da nur grad ein Starbucks verfügbar, wen wundert's in Seattle ;-)

Etwas widerwillig betrat ich den Laden, machte ausfindig, wo man sich anstellen sollte und orderte dann einen doppelten Espresso. Der war mit 2 Dollar irgendwas relativ günstig, meine Erwartungen also eher tief. Ich musste dann doch sehr lange warten, bis der Barrista alle diesen lustigen Milchmischgetränke für die anderen Gäste zubereit hatte. Der Gesichtsausdruck, als er versuchte meinen Namen auszusprechen, machte die Wartezeit wieder wett :-)

Starbucks Kaffeebecher

Der Espresso schmeckte so… naja, also einigermassen geniessbar und wurde auf dem kurzen Weg zum Bahnhof weggeputzt. Dort hiess kurz warten und dann begann schon das «Check in». D.h. man zeigte seine Reservation (elektronisch, zB Apple Wallet genügt) und bekommt vom Conductor einen von Hand geschriebenen Zettel mit Wagennummer und Abteilnummer. D.h. den selben Nummern, welche schon auf dem e-Ticket waren ;-)

Bahnhofhalle der Seattle «King Street» (aufgenommen am Vorabend)

Draussen stand der Zug bereit, aber offenbar wollte man die Leute nicht zu früh auf das Personal loslassen.

Der «Coast Starlight» bereit im Bahnhof Seattle «King Street»

Um viertel nach neun Uhr, 20 Minuten vor der geplanten Abfahrt, durften wir dann endlich los. Mein Wagen, 1132, war der zweitvorderste Schlafwagen, davor nur die zwei Gepäck-/Dienstwagen und die beiden Loks. Justin, unser Schaffner, begrüsste die Fahrgäste beim Eingang und half bei Bedarf mit dem Gepäck.

Superliner Wagen 1132 des «Coast Starlight»

Ich richtete mich im Abteil Nummer 7 ein. Die «Roomette» genannten Abteile verfügen über zwei gegenüberliegende Sitze, welche abends zu einem Bett zusammengeführt werden können. Das zweite Bett ist in der Decke und kann heruntergeklappt werden. Seitlich hat es eine Ablage, auf welche ich gäbig meinen Koffer stellen kann. Ich finde es für eine Person eine praktische Wahl. Die nächsthöhere Klasse ist als Dreier-Abteil mit Dusche/WC im Abteil deutlich (Faktor 2.5-3) teurer.

"Roomette des «Coast Starlight»"

Der Zug fuhr rechtzeitig los und schwankte aus dem Bahnhof. Die Gleise der Bahngesellschaften (Amtrak hat nur wenige, eigene Strecken an der Ostküste) sind in einem teilweise erbärmlichen Zustand und man wird ordentlich durchgeschüttelt, in den doppelstöckigen Superliner-Wagen merkt man das aufgrund des Schwerpunkts noch stärker. Justin erklärte den Reisenden alle Regeln (nur mit Schuhen durch die Wagen gehen, Rauchverbot etc.) und stellte sich bei jedem Fahrgast noch einzeln vor. 

Die Murray Morgan Bridge in Tacoma
Die Tacoma Narrows Bridge

Schon bald kam das Speisewagenpersonal vorbei. Da ich ja kein Frühstück hatte, wählte ich den ersten Durchgang für das Mittagessen, welcher um 12 Uhr startete. Dort lernte ich an meinem Tisch zwei nette englische Gentlemen und deren schweigsame Tochter kennen. Ihre Angetrauten sassen am Nachbarstisch. Es gab eine kleine Plauderei über das Reisen und mein Akzent wurde nach Canada verortet. Ich fühlte mich unglaublich gebauchpinselt ;-)

Irgendwann am Nachmittag blieben dann die Wolken von Washington State hinter uns und die Sonne grüsste durch die Wolken.

Wolken und Gegenlicht in Portland, Oregon

Einen Teil des Tages verbrachte ich damit, einen Blogbeitrag über den Samstag in Seattle zu schreiben. Mein iPad dient mit einer AT&T Sim-Karte und einem Data-Abo als Hotspot. Die Versorgung entlang der Strecke ist relativ gut, aber sobald man völlig abseits der Zivilisation ist, ist dann Ende der Fahnenstange.

Bloggen im Zug

Am Nachmittag holte ich mir im Parlour-Car, der eine Bar beherbergt, ein Sierra Nevada Pale Ale. Einer der besseren Schachzüge, die Amtrak in Sachen Verpflegung gemacht hat. In Eugene, Oregon, gab es mal wieder einen etwas längeren Halt, den man zum Beine vertreten nützen kann. Ich liebe es, die Amtrak Züge und Bahnhöfe mit dem leider nicht mehr erhältlichen «Perfect B&W» App zu fotografieren. Der dort vorhandene «Ansel Adams»-Filter macht die Fotos zu Bijous.

Der «Coast Starlight» in Eugene
Passagiere entlang des «Coast Starlight» in Eugene, Oregon

So gegen das Nachtessen um 20:00 Uhr fuhren wir in der Gegend von Chemult, d.h. in der Nähe von Klamath Falls und dem fabelhaften Crater Lake, aber draussen war es stockdunkel.

Als ich vom Nachtessen zurückkam, war mein Bett gemacht und lud zu einem leicht geschüttelten, eher unruhigen, aber trotzdem erholsamen Schlaf.

Urs | Mittwoch 14 September 2016 - 02:25 am | | default | Kein Kommentar
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U.S. Westcoast 2016, Samstags in Seattle

Die erste Nacht schlafe ich meist unruhig, nun zusätzlich wegen der Schiene, die ich nach dem Bänderriss am Fussgelenk noch rund vier Wochen tragen muss.

Ich war halbwach, als der Wecker ging und somit schnell auf den Beinen. Die Sonne lachte durch die Storen und blendete, als ich sie hochzog.

Morgensonne durch das Hotelfenster in Seattle im Hampton Inn

Die Dusche im Hampton Inn & Suites könnte man auch zu Dritt gleichzeitig benutzen, so gross war sie. Allerdings sind die Armaturen immer ein kleines Rätsel. So auch hier, weshalb der Knopf in der Mitte des Griffes? Und wie kalt kommt das Wasser, bevor man die richtige Stellung des Knaufs gefunden hat?

Duschknauf im Hotel Hampton Inn in Seattle

Danach ging ich zur Reception, wo um die Ecke der Frühstücksraum war. Ich hatte am Vorabend nur die Ecke mit dem Kaffee bemerkt, aber im hinteren Bereich hatte es einen grosszügige Selbstbedienungsbereich mit fast allem, was das Herz begehrt. Eier mit Würstchen, Waffeleisen um sich frische Waffeln zu backen, Frühstücksflocken, Früchte, Toast und natürlich… Bagel mit Cream cheese! :-)

Durchlauftoaster beim Frühstück im Hotel

Der Sesam-Bagel brauchte zwei Durchläufe! Der Kaffee war ordentlich geniessbar. Leider hatte es keinen Grapefruitsaft, da bin ich wohl zu exotisch mit meinem Geschmack. Aber verdünnter Apfelsaft ist ja auch ganz ok.

Bagel mit Cream cheese

Nachher machte ich mich im Hotelzimmer bereit für einen langen Tag in Downtown. Draussen war es frisch und man sah erste Blätter mit Herbstfarben.

Herbstfarben an den Blättern der Bäume vis-à-vis des Hampton Inn

Das Hotelshuttle, welches beinahe auf Zuruf fährt (ich wartete nie länger als 5-10 Minuten), brachte mich in wenigen Minuten zum Bahnhof der Sound Transit Light Rail. Der Streckenverlauf beim Flughafen ist auf Stelzen, also ging es mit dem Lift hoch.

Bahnhof SeaTac/Airport der Sound Transit Light Rail

Oben kam der Gang zum Billettautomaten. Der Fahrer des Shuttle hatte mir gesagt, dass Retour gleich teuer wie eine Tageskarte sei. Und genau so wurde es mir am Automaten angeboten. Einzelbillett wählen, Ziel angeben, Tageskarte auswählen, Anzahl Erwachsene auf eins setzen und 6.50$ einwerfen. Aber das mit dem Münz und Nötli abzählen oder die Kreditkarte einführen, war nicht für alle gleich einfach. Also gab es auch hier ein kleines Gedränge.

Warteschlangen bei den Billettautomaten in SeaTac/Airport

Auf dem Perron fiel mir auf, dass relativ viel Security-Personal anwesend war und teilweise auch die ankommenden, d.h. endenden Züge durchsuchte. In der Ferne sah ich den wolkenumhüllten Gipfel des Mount Rainiers. Tolle Fernsicht. Und schon rauschte eine dreiteiliger Zug heran, der mich nach Downtown bringen sollte. 

Einfahrender Zug der Sound Transit Light Rail

Der Zug fährt in rund 35 Minuten in die Innenstadt. Anfänglich auf Stelzen, geht der Streckenverlauf dann in den Vororten auf Strassenniveau, aber mit eigener Trasse. Später dann in der Innnenstadt wird die Light Rail in einem Tunnel geführt. Interessanterweise verkehren in den Tunnels auch Busse der Nahverkehrsbetriebe!

Die Innenstadt von Seattle aus dem Zugfenster.

Bei der Haltestelle «International District/China Town» verpasste ich den Ausstieg, weil ich mich nicht gut vorbereitet hatte. Zudem war das «City Maps To Go» im Tunnel etwas hilflos… ;-) Ich fuhr also weiter bis University und ging dann erst etwas orientierungslos in die falsche Richtung.

Potpourri aus Downtown Seattle

Dann orientierte ich mich an der Space Needle, denn dorthin wollte ich ja ins EMP-Museum. Da der Akku schon fast leer war, trank ich in einem Café noch zwei Espressi und gönnte mir gegen den doch angestauten Durst auch einen frischen Bio-Grapefruitsaft. Der war sehr bitter und erfrischend :-)

Ein frischer Fruchtsaft und ein Espresso

Das Aufladen des iPhone gestaltete sich als etwas aufwändig. Meine Original US-Apple-iPhone Ladestecker wollten in dieser Dose nicht stecken bleiben. Der Zustand der Dosen lässt sich bei der Infrastruktur ein wenig auf das ganze Land übertragen.

Steckdose im Café

Als ich bei der Space Needle ankam, begrüsste mich ein strahlendblauer Himmel mit warmem Sonnenschein und so gab es eine grandiose Aussicht.

Die «Space Needle» von Seattle

Ich verbrachte rund zwei Stunden im EMP-Museum, das nicht nur für SciFi-Fans sehenswert ist, sondern auch eine tolle Ausstellung über die Geschichte der E-Gitarre hat und gönnte mir anschliessend draussen einen Chicago-Style all Beef Hotdog. Dass ich mir die Gurke mit samt Sweet Relish über die Jacke kippte, wäre nicht vorgesehen gewesen. Henusode, es gab keine grossen Flecken und liess sich zu Hause auswaschen.

Ein Original Star Trek Communicator

Ich fuhr mit der Monorail zum Westlake Center, spazierte (drängelte) mich ein wenig durch den Pike Market und fand zu guter Letzt wie von Geisterhand gelenkt noch die Bar der Pike Brewery, wo ich mir ein nettes Pale Ale genehmigte.

Dann ging ich zur King Street Station von Amtrak, erkundigte mich, wann ich am Sonntag dort sein müsse und machte mich mit dem Weg und den Wegzeiten vertraut.

Der Bahnhof «King Street» von Amtrak in Seattle

Anschliessend fuhr ich mit der Light Rail zurück zum Flughafen und ging zu Fuss zum Hotel zurück. Unterwegs machte ich noch kurz Halt im «Mango Thai Cuisine & Bar», wo es ein sehr leckeres, gelbes Thai Curry mit Pouletfleisch und Mango-Chutney gab. Kurze Zeit später kam ich ziemlich fix und foxy im Hotel an. Die Uhr zeigte nach 20 Uhr und der Schrittzähler fast 19'000 Schritte an. Meine Füsse… ;-)

Zeit, den Tagesplan für den Sonntag nochmals abzurufen, die Wecker zu stellen und ein wenig am Kissen zu horchen.

Urs | Sonntag 11 September 2016 - 7:54 pm | | default | Drei Kommentare
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U.S. Westcoast 2016, Anreise

Die Nacht auf den Freitag schlief ich unruhig. Das Reisefieber hat mich nach unzähligen Reisen immer noch im Griff und die verflixte Schiene am rechten Fuss lässt mich sowieso mindestens zweimal aufwachen.

So wurde ich beim ersten Wecker schon wach und absolvierte den Morning Run. Dusche, Necessaire fertig füllen und damit das letzte Stück in den Koffer packen. Den Elektronik-Grümpel in Umhängetasche und Rucksack verteilen, einen letzten Espresso geniessen und nach einem Rundgang (tatsächlich fast das Fenster im Badezimmer offengelassen) ab auf's Tram. Natürlich vergesse ich immer etwas… diesmal den Ohrring, wie ich am Ziel der Reise nach kurzer Suche feststellte.

Um 6:30 Uhr bin ich schon lange nicht mehr mit dem Tram unterwegs gewesen. Es fuhr – für mich ungewohnt – ohne ständiges Steckenbleiben im Strassenverkehr und ohne von Lieferwagen behelligt zu werden, direkt und ohne Verspätung zum Bahnhof. So stand ich um 6:50 Uhr schon auf dem Perron beim Gleis 2 und wartete auf den IC zum Flughafen.

Die Fahrt dahin vertrieb ich ein wenig mit dem Beobachten der Mitreisenden. Die junge Frau am Fenster gegenüber, welche bereits laut mit einer Kollegin quasselte. Oder die Business-Frau gleich über den Gang, welche ihren Koffer so in den Gang stellte, dass fast niemand vorbeikam, während sie wie wild ihr Laptop beharkte. Oder den knapp über vierzig Jahre alten Mann mir gegenüber, der sein Schoko-Joghurt mit dem von zu Hause mitgenommenen Löffel ass. Später tippte er ein wenig auf dem HP-Notebook (Verdacht Nummer 1) und begann dann im Raum Aarau noch eine TelCo. Dabei wurde er sehr laut. Man bekam mit, dass er an irgendwelchen Verträgen arbeitete und dabei ging es um eine Bankensoftware. Da war mir eigentlich schon klar, wo er arbeitete. Als dann der Kondukteur kam, bemerkte er, dass er sein Portemonnaie mit GA zu Hause liegengelassen hatte. Er hatte einzig seinen Badge für den Zutritt zum Bürogebäude bei sich. Der kurze Blick darauf zeigte mir, dass mich mein Verdacht nicht getäuscht hatte. Ich erfuhr dann alle seine Details (Geburtsdatum, Wohnort), als er diese dem Kondukteur melden musste, damit dieser sein GA im System nachschlagen konnte. Tja, so ginge Social-Engineering… aber lassen wir das.

In Zürich Flughafen machte ich einen schnellen Transit und war 25 Minuten nach der Zugsankunft schon in der Oneworld-Lounge. Dort war der Kaffee grad noch knapp geniessbar und das Brötchen dafür schön knusprig. Ich chattete noch kurz mit der Kollegin und ging dann etwas früh los zum Gate. BA 711 sollte um 10:25 Uhr los, aber als ich beim Gate war, kam die Durchsage, dass der Flug wegen verspäteter Ankunft von London Abgangsverspätung bekäme. Toll, das wusste BA natürlich bereits, als ich noch in der Lounge war :-(

Um 11 Uhr war ich dann an Bord, auf meinem Platz 1C ganz vorne.

Flug BA 711 in Zürich Flughafen

Auch mein Sitznachbar kam dann kurz vor Abflug von hinten daher. Er war ein wenig verwirrt und hatte irrtümlicherweise den Boarding Pass des Anschlussfluges nach Dallas in der Hand und stritt sich ein wenig mit einem Eco-Passagier bei der Reihe 15 um den dortigen Sitzplatz ;-)

Wir plauderten dann ein wenig, er stammte aus Salzburg und war weitgereist. So lebte er offenbar rund 10 Jahre in Brasilien und war auch in Afrika unterwegs, irgendwo in der Hotelbranche. So verging die Zeit noch etwas schneller und schon setzten wir zur Landung in London an.

Dort gab es dann ein ziemliches Hallo, weil etliche Passagiere sehr knappe Anschlüsse hatten. Ich machte es mir gemütlich und kam trotzdem sehr schnell durch den Zoll und die Security und konnte mir schon bald in der BA Lounge ein Ginger Ale einschenken. Dort erreichte mich dann auch ein Tweet von BA, welche ich in Zürich wegen der verspäteten Verspätungsansage angemotzt hatte. Naja, 4h nach dem Ereignis, ich glaube, die bewirtschaften Twitter nicht wirklich gut.

Nachdem ich mich gut verköstigt hatte, ging es dann los zum Abschnitt B des Terminal 5, wo am Gate 42 ganz am Ende unsere 777 des BA 49 bereit stand.

Die Boing 777 der BA des Fluges 49 von London nach Seattle

Das Boarding ging ganz ordentlich und da war auch mein Platz 16K für dessen frühzeitige Reservation mit BA rund 110 Franken abknöpfte! Über diese ziemlich schräge Masche finden sich etliche Diskussionen im Internet. Auf jeden Fall ist es einer der wenigen Plätze, bei denen man nicht dem Sitznachbar über die Füsse steigen muss, wenn der im Schlafmodus ist. Die Sitzanordnung mit 2 – 4 – 2 ist für eine Business Class ziemlich eng, wenn auch in der Länge ausreichend. Die Plätze am Gang bieten aber Null Privatsphäre. Da schätze ich mir die AA, welche aussen in Diagonale angeordnete Plätze hat.

Ein weiterer Nachteil ist die fehlende Höhe, aussen musste ich den Kopf einziehen beim Aufstehen. Und die fehlenden Ablageflächen. Es hat nur eine Schublade auf der Höhe der Füsse, in welche ich gerade knapp meine Umhängetasche reinwürgen konnte. Kein Platz für ein Brillenetui oder ein Handy auf der normalen Höhe. Dass ich grad auf dem Flügel sass, hatte ich beim Buchen des Platzes auch nicht bemerkt.

Sitz 16K des BA 49 von London nach Seattle

Die Flugzeit sollte rund 9 Stunden betragen und uns auf dieser nördlichen Route über Grönland und Kanada nach Seattle bringen. Das ist auch der Grund, weshalb ich via London fliege und nicht mit AA via JFK.

Route von Flug BA 49 von London nach Seattle

Als ich beim Boarden die Familien mit Kindern sah, schwante es mir und tatsächlich sass auf der selben Reihe in der Mitte ein sehr junges Ehepaar mit noch jüngerem Kind. Eher gar ein erst ein paar Wochen altes Neugeborenes.

Und dann ging es rechtzeitig los.

Wolkiger Himmel beim Verlassen von London

Der Service sonst war akzeptabel, das Essen einigermassen ok, obwohl ein Filet von fast drei Centimeter Höhe ja nicht wirklich durchgebraten sein sollte. Das Movie-Angebot war aktuell/gut und die Kopfhörer dichteten relativ gut ab. Allerdings schmerzen mir nach 2 Stunden die Ohren, da die Muscheln eng anliegen und sich nicht gerade mit meiner Ohrenform verträgt.

Wenigstens das Bierangebot war ok auf Flug 49

Ich ging dann noch in die Liegestellung und döste ein paar Stunden, holte somit den Schlaf der vergangenen Nacht nach. Die letzte Dreiviertelstunde vor der Landung war dann eher eine Qual. Das Neugeborene schrie jämmerlich und die Eltern schienen zunehmend überfordert. Ich hörte nur einmal die Mutter jammern «I cannot mute it», vermutlich hatte das Kleine Probleme mit dem Druckausgleich beim Sinkflug.

Im Anflug auf Seattle / Tacoma

Und dann waren wir leicht vorzeitig in Seattle. Nach kurzer Zeit waren die Docks bereit und das Aussteigen begann. Der Weg bis in die Immigration war sehr kurz und dort erwartete mich die Auswahl. US-Bürger, Kanadier und Leute mit vorausgefülltem ESTA durften durch die kurze Schlange und dann links zu den Kiosken für die Selbstregistrierung. Ich brauchte etwas Hilfe, bis ich meinen Pass einlesen konnte (fest andrücken). Danach ging es schnell durch die Fragen und dann zu einem der vier Immigration Officers. Da die Leute nuscheln, muss ich immer etwa zweimal nachfragen…

Und dann stand ich schon unten und wartete auf meinen Koffer. In der Zwischenzeit hatte ich mein iPad aus dem Rucksack gegrübelt und siehe da… die in der Schweiz aktivierte AT&T-SIM-Karte hatte sich sauber eingebucht und ich hatte LTE. Zeit, meinem sich stets Sorgen machenden Vater eine Nachricht zu senden.

Das Hampton Inn & Suites hatte eine Kurzwahl bei den Shuttle-Bussen. Ich rief die 49 und nach kurzer Zeit brauste schon ein Shuttle heran. Es brachte mich in wenigen Minuten zum Hotel, welches unter der Light-Rail liegt. Diese hört man aber mindestens in meinem Zimmer nicht, auch nicht den Flugverkehr.

Hampton Inn & Suites in Seattle/Tacoma

Ich gönnte mir zum Tagesabschluss noch das obligate Welcome - Breakfast, ein Moon Over My Hammys beim Denny's, der gerade um die Ecke über die Strasse liegt. Danach ging es nach einem sehr langen Tag in die Heia!

Urs | Sonntag 11 September 2016 - 05:55 am | | default | Kein Kommentar

Lieber Reto (2)

Aus der Reihe der «nie gesendeten E-Mails». In loser Folge (vielleicht) veröffentlichte Erinnerungen und Gedanken.

Nun, Reto, es ist schon wieder fast ein Monat vergangen… Auch heute, als ich an diesem warmen Samstag einkaufen ging, kam mir wieder unsere Reise in den Sinn.

Ich erinnere mich, dass Du einen Tramper-Rucksack mit einem Zelt dabei hattest. Ich schleppte wohl eine alte Reisetasche oder einen normalen Rucksack. Auf jeden Fall fuhren wir mit unseren Freikarten und ein paar hundertausend Lire im Portemonnaie los. Von Zürich mit dem Zug nach Milano. Dort assen wir wohl im Bahnhof eine dieser kleinen Pizzen, die wir das erste Mal bei einer Rundreise dort kennengelernt hatten.

Irgendwann nach 9 Uhr abends fuhr dann unser Zug mit dem Schlafwagen. Es war kein Universal, sondern ein T2, also ein Schlafwagen mit kleineren Zweier-Abteilen, welche man jedoch mit unseren Zweitklass-Fahrkarten benutzen durfte. Ich mag mich nicht an alle Details erinnern, aber es war ja Sommer, also sehr heiss. Wir gingen abwechselnd beim Schlafwagenschaffner Bier kaufen. Aber nach dem dritten Gang hielten wir seine letzte Flasche in den Händen. Immerhin, es war eine grosse Flasche und sie war kühl und schmeckte köstlich.

Der Zug ratterte durch die Nacht in den Süden… irgendwann am nächsten Tag kam unser Zug in Villa San Giovanni an und wurde dann in den Bauch der Fähre verladen. Wagen um Wagen, das dauerte ewig. Jedesmal, wenn der Zug wieder ins Ausziehgleis zurückfuhr, wunderten wir uns ob den vielen Abfällen neben den Gleisen. Bergeweise Altglas und Dosen.

In Messina wiederholte sich das Manöver und dann ging es weiter entlang der Nordküste von Sizilien. Fast die ganze Strecke wurde gerade saniert und der Zug zuckelte mit knapp 50 km/h dahin. Entsprechend kamen wir gegen Abend mit rund zwei Stunden Verspätung in Palermo an.

Wie ich im ersten Artikel der Serie geschrieben habe, bekamen wir ja zum Glück keinen Wagen in Palermo. Also fuhren wir am nächsten Tag mit dem Zug nach Agrigento.

Dort angekommen, versuchten wir uns zu orientieren. Wir hatten aus irgend einem Reiseführer oder von einem Kollegen eine Hotelempfehlung, welches in der Nähe des Bahnhofes sein sollte. Während wir vor dem Bahnhof die Karte versuchten zu interpretieren, kam ein junger Taxifahrer zu uns und ich erklärte ihm, zu welchem Hotel wir wollten. Er meinte, das sei nicht weit vom Bahnhof gut erreichbar. Aber ein älterer Kollege eilte sofort hinzu und gestikulierte. Nein, das sei nicht wahr. Der Weg zum Hotel sei sicher fast drei Kilometer. Wir waren etwas müde und es war sehr heiss, also handelten wir einen Fahrpreis von wohl rund 10 Franken aus und der ältere Kollege fuhr mit uns los. Er fuhr die «Via Francesco Crispi» runter, wendete irgendwo ganz unten und fuhr nach oben wieder zurück.

Das Hotel war dann natürlich nur rund vierhundert Meter vom Bahnhof weg, aber naja, mit dem Wagen, so erklärte der schlaue Fahrer, müsse man natürlich erst nach unten zum wenden, weil man von oben wegen einem Fahrverbot nicht in die Strasse rein fahren dürfe. Wir nahmen es als Lehrstück ;-)

Am nächsten Tag wollten wir dann runter zum Strand. Den Busfahrplan und die Schilder verstanden wir jedoch nicht. Da wir Zeit hatten, gingen wir zu Fuss runter durch die Tempelanlage (Valle dei Templi). Natürlich kamen wir in die mittägliche Hitze. Zudem hattest Du auf in der Mitte des rund 90minütigen Fussmarsches plötzlich einen Schwächeanfall. Du hattest ja nie viel Reserven auf den Rippen und warst völlig unterzuckert, da wir kein Frühstück genommen hatten. In einem Restaurant tranken wir etwas und Du futterste irgendwelche Biscotti in Dich hinein. 

Dann ging es weiter. Unten am Strand machte ich den Fehler meines Lebens und ging sofort ins Wasser. Als ich danach durch den Sand zum Badetuch zurückging, waren meine Füsse voller Sand und bei der nachfolgenden Aktion Sonnencrème bekamen sie nichts ab. Nach dem Sonnenbad war die Bescherung dann komplett. Meine Füsse waren rot wie ein Krebs und schmerzten stark. Du hingegen hattest ja nie Probleme mit der Sonne, wurdest im Sommer nach zwei oder drei Sonnenbädern einfach schön braun und immun.

Ich weiss nicht mehr, ob wir dann mit einem Bus oder einem Taxi in die Stadt zurückfuhren. Abends bekam ich auf jeden Fall meine Füsse fast nicht in die Socken und Schuhe, so stark schmerzten sie.

Aber sonst war Agrigento der Hit. Abends war die «Viale della Vittoria» eine einzige Flaniermeile. Unter den Bäumen und in der ausklingenden Tageshitze spazierte die halbe Stadt dort entlang. Man schwatzte, verhandelte, fuchtelte mit den Händen. Vermutlich wurden Geschäfte verhandelt, Ehen angebahnt oder nur über die Politik oder den Calcio diskutiert. Auf jeden Fall gab es unzählige Cafés und kleine oder grössere Ristorante, wo man auf dem Balkon oben über die Strasse schauen konnte. Wir assen frische griechische Salate mit Tomaten, wie ich sie vorher noch nie gekostet hatte. Die Gurken (sorry, Herr Natischer) waren knackig und erfrischend. Und natürlich gab es frische Pizzen, wie wir sie in der Schweiz damals noch nicht wirklich kannten. Und natürlich schmeckte un Vino rosso dazu ganz ausgezeichnet.

Was war das für eine interessante Zeit, noch ganz ohne Telefonino und Internet. Erinnerst Du Dich auch noch?

Nun, ich gehe davon aus, dass Shanghai auch ganz interessant ist, aber mich zieht es aktuell eher nicht nach China, sondern in die andere Richtung. Also, bis ein anderes mal! 

Dein Freund und Stifti-Kollege, Urs

Urs | Samstag 03 September 2016 - 8:37 pm | | default | Ein Kommentar
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Lieber Reto (1)

Aus der Reihe der «nie gesendeten E-Mails». In loser Folge (vielleicht) veröffentlichte Erinnerungen und Gedanken.

Lieber Reto.

Jetzt bist Du schon bald drei Jahre in Shanghai. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Du wolltest mich schon ein paarmal anrufen, aber die Zeitverschiebung, die vielen anderen Tätigkeiten… wer weiss, vielleicht hätten wir uns auch gar nicht so viel zu erzählen? Oder viel zuviel?

Gestern bin ich einkaufen gegangen und als ich da unter den Bäumen im warmen Schein der Sonne spazierte, kam mir unmittelbar die Erinnerung hoch.

Weisst Du noch, als wir kurz nach Lehrabschluss mit dem Zug nach Sizilien fuhren? War es im selben Jahr oder ein Jahr danach?

Du hattest eben den Führerschein gemacht (hast Du nicht deswegen den Termin für die Betrieb - LAP verpasst?) und wir wollten eigentlich in Palermo einen Wagen mieten. Wie gut, dass wir keinen gekriegt hatten! Man musste 21 Jahre alt sein, um Autos zu mieten. Wir wären wohl nicht weit gekommen in diesem Verkehrsmoloch Palermo. Dessen Lichtsignale meist ausgeschaltet waren und überall hupende Fiat und Alfa Romeos mit wild gestikulierenden Fahrern.

Aber eben die Erinnerung. Wir fuhren dann mit dem Zug von Palermo nach Agrigento im Süden. Nachdem wir in Agrigento das erste Mal im Mittelmeer baden konnten (ich habe mir damals die Füsse furchtbar an der Sonne verbrannt), sollte uns der Zug der FS (ein brauner Fiat-Doppeltriebwagenzug) nach Gela bringen. Aber in Aragona fuhr der verflixte Zug anstelle nach rechts gen Osten schnurstracks wieder geradeaus in Richtung Norden. Wir hatten den falschen Triebwagenzug erwischt und der fuhr zurück in Richtung Palermo.

Ich mag mich noch gut an die Reaktion des Capo Treno erinnern. In der Schweiz hätte man uns stillschweigend ein Billett mit «Irrfahrt» (einfache Fahrt, gültig zur schnellstmöglichen Rückfahrt) verkauft und uns noch den Fahrplan dazu gesagt. Aber der italienische Capo Treno… händeringend… «Ma perché! Perché non hanno domandato l'orario! E adesso, che faciamo? Mamma mia. Questa non è la Svizzera. Il prossimo treno? Io non lo so! Mamma mia!».

Am nächsten Bahnhof stiegen wir aus, ich versuche gerade mich anhand von Google Maps zu orientieren. War das wohl Comitini? Der Bahnhof ist heute nur noch eine Haltestelle, damals wurde gerade das Bahnhofbüro neu renoviert. Wir wunderten uns, weshalb so ein Kleinbahnhof mit Marmorböden ausgestattet wurde. Ja, damals wunderten wir uns ;-)

Der Bahnhofvorsteher liess uns das Gepäck im neuen Stationsbüro lagern. Auf die Frage, ob wir uns hier irgendwo verpflegen könnten, wies er uns den Weg den Geleisen entlang zu einem in der Ferne in der Mittagshitze flimmernden Gebäude mit grossen schattenspendenden Bäumen. Es war sicher schon über dreissig Grad, aber wir freuten uns auf ein kühles Getränk.

Als wir dort ankamen, waren wir erst enttäuscht. Es war kein Ristorante, eher ein Negozietto. Unter den Bäumen sass die Nonna und die Besitzerin, sie strickten und die Besitzerin hustete zwischendurch ganz wüst und spuckte dann irgendwohin. Auf unsere Frage, ob sie hier «Qualcosa da bere è panini» hätten, nickte sie nur, stand auf und ging in den Laden. Dort stand dann eine grosse Kühltruhe, welche uns je eine Büchse eiskalten Coca Cola versprach. Bei den Panini fragte uns die Donna nach Schinken oder Salami. Wir entschieden uns angesichts der eher prekären Verhältnisse (Fliegen, Temperatur) zu dem besser haltbaren Salami. Sie verschwand nach hinten. Das immer wieder gut hörbare Husten, gefolgt vom «Cha-Tschu» des Spuckens ignorierten wir unserem Hunger und Appetit zuliebe.

Sie kam dann mit den ganz gut aussehenden und riechenden Brötchen zurück. Wir bezahlten irgend einen lächerlich tiefen Preis in italienischen Liren und machten uns auf den Weg zurück zum Bahnhof. Die Panini waren köstlich, der Salami schmeckte gut und das Cola löschte den Durst auf dem staubigen, heissen Weg.

Am Bahnhof brachte dann unser Wunsch nach zwei Fahrkarten mit F.I.P.-Ermässigung (½-Preis) zurück nach Agrigento den lieben Bahnhofvorsteher schier um den Verstand. So viele Billette verkaufte der wohl nur in einem halben Jahr. Ich erinnere mich noch an die schwungvolle Schrift auf dem von Hand geschriebenen Zettelbillett. Und natürlich, dass die beiden Billette umgerechnet keine zwei Franken kostete.

Der irgendwann heranrumpelnde Zug brachte uns zurück zur Abzweigstation. Was wir dort erlebten, schreibe ich vielleicht irgendwann in einen Beitrag.

So, Reto, ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und auch Spass im fernen Shanghai. Wer weiss, vielleicht telefonieren wir doch noch irgendwann einmal.

Dein Freund und Stifti-Kollege, Urs

Urs | Sonntag 07 August 2016 - 7:41 pm | | default | Kein Kommentar
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USB-Tethering an iPhone to a VM(ware)

Sometimes I need to use a VMware Workstation Windows VM for testing or analyzing things.

And also sometimes, I need to do this while there is no NATed or bridged network (ethernet or WiFi) availabe. Eg. because there are proxy restrictions or other security reasons.

So I liked to use my iPhone for tethering it through USB (which allows to load it at the same time) with my virtual machine. This can be done by installing iTunes on that Windows VM. But hey, I don't want that whole bloated iTunes stuff :-(

I googled this page, which indicated the way. But is it still valid?

It is… thank you, Web Sailor :-)

In short, tested against a Windows Server 2016 VM (Tech Preview 5)

  • Download iTunes (in my case iTunes 12.4.1.6) from the Apple Website.
  • Use 7Zip to «Open» the file iTunes[version].exe
    Opened iTunesSetup.exe with it's msi inside
  • For an 64 Bit Windows target extract the «AppleApplicationSupport64.msi» and «AppleMobileDeviceSupport64.msi» to your disk and copy it to the target VM or machine
  • Install the files beginning with «AppleApplicationSupport64.msi» and then «AppleMobileDeviceSupport64.msi»!
  • If you try it the other way, you may have a hung install like this
    Mobile Support seem to hang

    followed by this error
    Error message while installing tethering support for iPhone on Windows
  • If you installed it the right way, you should be able to connect your iPhone through USB and get an internet connection. For VMware Workstation, use the small icon to connect your iPhone to the VM
    how to connect an iPhone via USB to your VM
  • In my case, I also needed to activate the «trust this computer» on my iPhone as described in this Apple KB
  • After that, the network connection with my iPhone was detected and did work as a charm.
    Network settings of my VM after tethering with my iPhone

Urs | Dienstag 21 Juni 2016 - 6:46 pm | | default | Kein Kommentar
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Ups, I did it again (California)

Ich bin ja eben erst aus den Ferien zurückgekehrt, da muss man schon vorwärts schauen, oder?

Am 1. Januar 2015 bin ich zuletzt von der US-Westcoast heimgekehrt und irgendwie juckte es mir schon lange in den Fingern. Also liess ich mir nach ein paar Abklärungen die Floor-Limite der Kreditkarte noch mehr erhöhen und ging Shoppen ;-)

Das Flugticket ergatterte ich mir relativ einfach, nachdem ich das rundherum geklärt hatte. Das Zimmer im Kon Tiki Inn sowieso. Und nun habe ich heute auch noch den Zug reserviert.

Meine Kurz-Ferien werden mich im September via London nach Seattle führen. Nach einem Tag Reserve werde ich Amtraks «Coast Starlight» besteigen und damit bis San Luis Obispo fahren. Dort werde ich mir einen Mietwagen nehmen und nach Pismo Beach fahren. Schlussendlich wird mich der Mietwagen ein paar Tage später nach Los Angeles bringen, von wo ich dann wieder über London heimfliege.

Damit habe ich alle (fast?) grossen Eisenbahnstrecken (mit Schlafwagen) in Nordamerika befahren.

Amtrak-Netzkarte USA
  1. 1992, erste Reise in die USA mit Heinz und Zumi. 
    «City of New Orleans» von New Orleans bis Chicago.
    «California Zephyr» von Chicago bis nach Oakland mit Zwischenhalt in Grand Junction
  2. 1993, die grosse Reise mit Adi
    «California Zephyr» von Reno bis Denver
  3. 1994, Kanada und Alaska jeweils zu viert
    «Canadian» von Toronto bis nach Edmonton
  4. 2005, Kanada und Alaska mit meinem Vater
    «Canadian» von Toronto bis nach Vancouver
  5. Juni 2007, USA, Telluride Bluegrass Festival, alleine
    «California Zepyhr» von Chicago bis nach Grand Junction
  6. Dezember 2012, USA mit Stephan
    «Southwest Chief» von Chicago nach Los Angeles (eigentlich nur bis Fullerton, CA) und
    «Pacific Surfliner» von Fullerton, CA nach San Diego
  7. April 2013, USA, alleine
    «Empire Builder» von Chicago nach Seattle
  8. Dezember 2014, USA mit Stephan
    «The Crescent» von New York nach New Orleans und
    «The Sunset Limited» von New Orleans bis Tucson

Ein paar Unterwegs-Eindrücke.

Blick aus dem Fenster im California Zephyr, 2007
Lok von Amtrak in Denver, 2007
Austieghilfe in Grand Junction aus dem California Zephyr 2007
Southwest Chief in La Junta, 2012
The Empire Builder at Winona, 2013
Schaffnerin Danielle vor dem Empire Builder, 2013
Abteil im Crescent, 2014
Lokomotiven des Sunset Limited in El Paso, 2014

Urs | Donnerstag 21 April 2016 - 12:00 am | | default | Kein Kommentar
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LoraWAN / The Things Network – Bern

Während meinen Ferien in Südostasien erreichte mich über ein Retweet von Fredy Künzler eine Nachricht über ein «Low Power Radio» - Netzwerk, welches da in Zürich/Winterhtur am Entstehen ist.

Da wir uns gerade beruflich ein wenig mit Things beschäftigen und Swisscom sehr stark in den Markt drückt, wäre so ein offenes Netwzerk da ja auch noch ganz interessant.

Ich folge seither dem Twitter-Account von «The Things Network Zurich» und denke jedesmal, dass ich mich da mal melden sollte. Heute war es dann soweit. Ich registrierte mit auf Slack, installierte mir die App auf dem Mac und iPhone und interagierte mal ein wenig mit den Leuten.

Auf Slack wartete auch schon ein potentieller Mitstreiter aus dem Grossraum Bern und wir diskutierten über dieses Netzwerk. Aktuell geht es um den Aufbau einer Infrastruktur für die Abdeckung. Mit relativ wenig Geld lässt sich ein Gebiet mit einem 5 Kilometerradius gut abdecken. Die Infrastruktur in Form von Gateways, welche die Verbindung zwischen den eigentlichen Things (hier Nodes genannt) und den Servern von «The Things Network» herstellen, kostet rund 250 €. 

Hier gibt es auf Github eine Zusammenstellung der notwendigen Teile für ein Gateway.

Natürlich braucht es für die Aufstellung des Gateway ein möglichst hohes Gebäude. Vorzugsweise eine wetterfeste Aussenmontage, wobei anscheinend auch nahe am Fenster (oder sogar am Fenster mit Saugnapf) im Innenraum montiert werden kann.

Auf der Node-Seite sieht es aktuell noch weniger spektakulär aus, das Ganze ist noch am Entstehen.

Ich werde nun mal herumfragen, ob noch ein paar Leute mit machen würden. Schön wäre es, wenn wir den ganzen Grossraum Bern (Burgdorf - Bern - Thun / - Seeland - Biel) abdecken könnten. Hier mal meine Möglichkeit:

Abdeckung von meinem Standort aus.

Um die Karte zu zeichnen, habe ich diese Webseite benutzt.

Falls sich genügend Leute melden, würde ich eine offizielle Gruppe bei The Things Network registrieren und wohl auch einen Slack-Raum öffnen (allenfalls bei den Zürchern einen Channel dazunehmen). Dann könnte man mal zusammensitzen und über die Möglichkeiten diskutieren.

Wer Interesse hat, meldet sich hier per Kommentar, per Twitter (@Jackobli), via den Slack-Kanal oder via eMail bei mir. Ich werde dann die weiteren Schritte versuchen zu koordinieren.

Wie sagt der Kollege jeweils… «Also, los, hopp, mache!» :-)

Urs | Sonntag 17 April 2016 - 9:05 pm | | default | Kein Kommentar
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