Die Herausforderung eines Auto-Polygamisten

Danke an Patrick für die Inspiration zum Titel! :-)

Habt Ihr einen eigenen Wagen? Lucky you! Ich besass nie einen eigenen Wagen, konnte sogar bis knapp Dreissig nicht mal einen Wagen lenken (dürfen und auch können!).

Irgendwann 1992 wollte ich demnächst die USA besuchen und das ging ohne Wagen ja nicht wirklich gut. Also nahm ich brav meine Fahrstunden und erhielt viele Stunden und Franken später die Bewilligung, ab dem 1.6.1993 ein Auto oder ähnliches Ding zu lenken. An meiner Fahrprüfung sass ich das letzte Mal auf der Fahrerseite eines geschalteten Wagens.

Seither fahre ich vor allem viele Kilometer in den USA und Canada in Mietwagen aller Firmen, Farben und Formen. Natürlich Automaten, geht ja viel einfacher. In der Schweiz fahre ich gelegentlich Mobility-Fahrzeuge, natürlich auch Automaten. Vermutlich verlernt man das Fahren in einem geschalteten Wagen nicht, aber ich konzentriere mich lieber auf den Verkehr, als auf Kupplung und Schaltknüppel.

Was mir allerdings immer noch Bauchschmerzen macht, sind die Bedienkonzepte – neudeutsch auch User-Interfaces genannt – der verschiedenen Fahrzeuge und Hersteller. Nachstehend eine kleine Liste meiner problematischten Fälle. Man darf gerne (über mich) lachen! :-)

Fahrzeugwahl 1

Auf einem meiner ersten Trips alleine in die USA flog ich nach San Diego und ging dort meinen Mietwagen bei Avis abholen. Die Bediensteten waren nett und fragten mich, ob es ok sei, wenn sie mir einen «Convertible» gäben. Ich nickte nur und fragte mich dann unterwegs im Bus zum Parkfeld plötzlich, was um Himmels willen ein «Convertible» sei. Ich fürchtete erst, es sei ein geschalteter Wagen, aber es war ein wunderschöner, roter Pontiac Firebird mit einem weissen Verdeck. Ich zupfte dann lange an der Verriegelung und getraute mich schlussendlich nicht, das Verdeck zu öffnen. Zu gross war meine Angst, dass es unmittelbar nach dem Öffnen zu regnen begänne und ich es nicht mehr zubringen würde. Murphy ist manchmal auch nur ein böser Schatten und ich ein Feigling ;-)

Fahrzeugwahl 2

In Los Angeles kam ich Abends spät nach einer langen Anreise hundemüde an und durfte bei National meinen Wagen selber aussuchen. Der gewählte Chevy Aveo stellte sich aber als Reinfall heraus. Keine elektrischen Fensterheber (!), keine Zentralverriegelung (!!), keine Klimaanlage (!!!)  und ob er eine Cruise Control hatte, habe ich nicht mal versucht rauszufinden. Der Tausch gegen einen Hyundai Sonata am Folgetag war dann auch nicht ohne.

Mietwagen am Strand von Huntington Beach, California

Fahrzeugwahl 3

In San Francisco hatte ich einen Convertible (Cabriolet) gemietet. Natürlich war es ein tolles Wochenende mit super Wetter und irgend ein Feiertag, also kamen die Fahrzeuge (gem. dem Angestellten) leider nicht rechtzeitig zurück. Da es mir nicht so wichtig war, wollte ich ein anderes Fahrzeug. Man wies mich zum Parkhaus und dort sollte ich mir eines auslesen. WTF! Alles so Dinger mit vier Rädern und einem Lenkrad, in Farben und Formen. Woher soll ich nun wissen, was ein gutes Auto ist? Der Angestellte vor Ort wollte mich nur zögernd beraten. Irgendwann platzte mir der Kragen und ich meinte nur, ich wolle ein komfortables Auto mit genügend Platz für mich. Er nannte dann einen Markennamen, was mir nicht weiterhalf, da ich einen Buick Century nicht von einem Marvel Toycar unterscheiden kann. Der arme Mann wirkte etwas verzweifelt (ob mir) und brachte mich dann zu einem Dodge Charger SXT.

Bedienkonzepte fester Anlagen

  • Tanken ist ja allgemein kein Problem, ausser, dass man bei einem Mietwagen meist beim ersten Tanken nicht mehr weiss, ob der Deckel jetzt links oder rechts ist.
  • Tanken ist auch kein Problem, ausser wenn man das erste Mal (1992) in den USA ist und die Bedienung darauf besteht, dass man den Betrag, welcher zu Tanken sei, nennen müsse. Wir einigten uns auf 20$, welche auf meiner Kreditkarte landeten. Natürlich passten nur rund 10 Gallonen in die Karre, das gab damals rund 13$. Ich dachte, der Rest sei verloren und war dann erstaunt, als ich die Differenz in Cash herausbekam.
    Grössere Diskussionen lösten wir dämlichen Europäer dann aus, als wir im tiefsten Louisiana fragten, wie viele Liter denn in so eine Gallone passen täten. Das halbe Restaurant, das an die Tankstelle angebaut war, kratzte sich fragend am Kopf und wir sahen erst beim rausgehen, dass in der Kühltruhe viele 1.5L-PET-Flaschen waren ;-)
  • Tanken ist auch allgemein kein Problem, ausser wenn beim Durchziehen der Kreditkarte nach dem ZIP-Code gefragt wird. Da gehen meist nur die fünfstelligen US-Postleitzahlen. Manchmal kann man das Terminal mit einem beherzten 00000 überreden, sonst bleibt nur der Gang ins Office.
  • Tanken geht meist auch gut, wenn man beherzt nach dem Griff des Schlauches greift, ausser es sei in Oregon. Dort wird man sehr schnell und empört von einem Angestellten darauf hingewiesen, dass hier Tanken nur durch Fachleute erlaubt ist (mindestens bis vor kurzem).
  • Tanken, auch bedient, klappt hervorragend und man kann den Ölstand gleich noch ablesen lassen. Wenn der Pickup-Truck mit dem Camperaufsatz aber 35 Gallonen (rund 125 Liter) geschluckt hat und immer noch nicht genug hat, kann es sein, dass der Angestellte nervös unter den Wagen schaut. «No» war die Antwort auf seine Frage: «Did you ride in on your last smoke?», da passten noch 15 Liter mehr rein.

Bedienkonzepte mobiler Anlagen (Autos)

Mit Autos wechselnder Hersteller hatte ich schon mehrmals meine liebe Mühe. Eine kleine Zusammenstellung.

  • Der Druck auf den Lichtschalter beim Spiegel in der dunklen Garage in San Francisco, welcher umgehend zu einem Sprechverkehr mit einer netten Dame vom Notfalldienst endete. Es war nachher aber immer noch dunkel im Wagen.
  • Das Hupkonzert um fünf Uhr früh  in West Yellowstone nach dem Druck auf den Türöffner am Schlüsselbund, welchen ich verkehrt in den Händen hielt. Und die verzweifelte Suche nach dem Rückstellknopf des Alarms. Es war nochmals der rote Alarmknopf.
  • Die Panik in einem PT Cruiser beim Verlassen der Mietstation in Toronto, als ich nicht herausfand, wo die verflixten Fensterheber in dem Ding angebracht waren. Ich reichte dem Angestellten die Wagenpapiere durch die leicht geöffnete Türe. Er meinte dann, ich solle mal an der Mittelkonsole unter dem Radio gucken. Da waren sie dann auch. Dass man die Retro-Konsole des Fahrzeugs schlecht ablesen kann, war nur die Bestätigung, dass man den Wagentyp meiden sollte. Natürlich auch die scherzende Rückfrage des kanadischen Cou-Cou-Cousins, ob man denn in der Midlife-Crisis sei! ;-)
  • Das Gefühl beim ersten Mal einsteigen in einen Mobility-Wagen, wenn man den Schlüssel nicht findet. Weder im Handschuhfach, noch im Aschenbecher. Und man dann merkt, dass man nur noch einen Start-Knopf drücken muss.
  • Das Gefühl, wenn man in so einen Wagen einsteigt und dann den Starterknopf bedient. Und zwar ein voluminöser Bildschirm zum Leben erwacht (bootet) und viele andere Lämpchen zu leuchten beginnen, aber kein Motorengeräusch ertönt. Wenn man dann nach zwei weiteren erfolglosen Versuchen den Rückwärtsgang einlegt und vorsichtig Gas gibt und es fährt! Und nach weiteren Metern vorwärts Gas gibt und plötzlich doch Motorengeräusch ertönt und man dann merkt, aha, das ist also ein Hybrid-Wagen ;-)
  • Oder wenn man an der Tanke (richtige Seite, ausnahmsweise) aussteigt und die Mobility-Kiste vorschriftsgemäss auffüllen will. Und den Tankdeckel nicht aufkriegt. Dann verzweifelt im Auto einen Auslöse-Taster für den Tankdeckel sucht und trotzdem keinen findet. Schliesslich das Handbuch zu Rate zieht. Nur um festzustellen, dass man einfach auf der Fahrerseite die Türe offenlassen muss um dann mit einem leichten Druck auf den Tankdeckel dessen Verriegelung aufschnappen zu lassen! WTF!
  • Aber auch wenn man denkt, man hätte das Prinzip der Cruise-Control (Tempomat) begriffen und beim Verlassen der 50er-Zone Gas gibt und man einfach nicht schneller wird, bis man wie ein Ochse auf das Gas drückt. Nur um irgendwann festzustellen, dass es da nicht nur eine Cruise-Control gibt, sondern auch einen Begrenzer (praktisches Ding), den man allerdings nur nach einem Studium des Handbuchs wieder abschalten kann.
  • Oder zu guter Letzt (nein, ich hätte schon noch ein paar… aber lassen wir's), wenn man den Kofferraum öffnen will und sich beim Ertasten des Öffnungsknopfs an der Unterkante der Heckklappe am VW Golf VII Variant DSG nur schmutzige Finger holt. Und schlussendlich den Servicedienst von Mobility anruft, um dort zu erfahren, dass man auch nicht in der Mitte des Logos, sondern oben (12 Uhr) hinein drücken müsse. 
    Heckklappe des Golf Combi, welche ich nur nach Hilfe aufbrachte

Urs | Sonntag 19 Februar 2017 - 9:51 pm | | default | Ein Kommentar

Treberwurst-Essen mit der Gruppe Ro

Ich versuche mich gerade zu erinnern, wann wir das erste mal Treberwurst-Essen waren?

Auf jeden Fall war es heute wieder so weit und ich habe, wie in dem Kurzbeitrag von 2006 auch diesmal wieder am Donnerstag und Freitag Ferien bezogen.

Der Anlass in Ligerz, welchen jeweils Kollege Jörg organisiert, findet schon etliche Jahre statt, vermutlich erstmals irgendwann 2002. Auf jeden Fall finde ich ich im Handelsregister den Eintrag des heutigen Besitzers der Brennerei, Sali Hazeraj auf 2005 datiert. Wir waren schon beim vorherigen Besitzer Hr Martin dort Treberwürste essen gegangen. Sali war damals Angestellter und übernahm dann den Betrieb.

Wir sind in der Zwischenzeit ein kleines Grüppchen nicht mehr ganz so junger Leute mit Bezug zur SBB. Neben Jörg und seiner Frau Margrit, treffen wir meist auf Elsi und Mani, Vreni und Paul, Irène und Rolf, Erika und Richard, Vreni und Martin sowie den Welschen, Claudine und Serge.

Heute reisten mal wieder fast alle an. Wir trafen uns im Bahnhof Ligerz bei bestem Wetter und beinahe frühlingshaften Temperaturen.

Panoramafoto beim Bahnhof Ligerz

Vom Bahnhof aus erreicht man die Brennerei von Sali in wenigen Gehminuten. Von aussen wirkt das Lokal nicht so einladend, aber im Innern hat er Jahr für Jahr ein wenig investiert und so ist die Gaststube gewachsen, die Tische sind aus schönem Holz und die Wände dekoriert. 

Traubentrester vor dem Lokal

Die Begrüssung durch die Familie Hazeraj ist immer sehr herzlich, man hat fast das Gefühl, man komme nach Hause. Während wir noch auf zwei Nachzügler warteten, gab es das erste Glas Chasselas.

Sali präsentiert eine Flasche Chasselas

Dann waren wir komplett und während ich bunt zwischen Schwyzertüütsch, Hochdeutsch und Français hin- und hersprang, trug Sali ein Ladung der Treberwürste vorbei.

Gegarte Treberwürste bei Sali Hazeraj in Ligerz

Wir wechselten vom Weissen zu einem leichten Pinot Noir und dann trug Salis Sohn auch schon die erste Portion der ausgezeichneten Treberwurst auf. Wie immer in Begleitung eines sehr gut ergänzenden Kartoffelgratin mit Lauch.

Eine Portion Treberwurst mit Kartoffelgratin und Lauch

Ein Vorteil der dicken Mauern des Lokals ist der sehr schlechte GSM-Empfang, also blieben die Handys – ausser für Photos – in den Taschen und man diskutierte um so mehr. Das wird im kleinen Raum manchmal etwas laut, aber auch das gehört dazu. Ich habe den Verdacht, dass wir früher mehr assen und tranken :-) Aber nach drei Portionen gaben die meisten auf. Mani und ich nahmen nach einem kleinen Päuschen noch je eine halbe Portion und dann wurde mit einem Espresso und einem Schnaps nachgespühlt.

Martin reiste etwas früher ab, während wir übrigen dann zu unserem üblichen Spaziergang dem Bielersee entlang nach Twann aufbrachen. So konnte man wohl rund 1% der aufgenommenen Kalorien wieder loswerden ;-)

Panorama über den Bielersee unterwegs zwischen Ligerz und Twann

Nach der langen, kräftezehrenden Wanderung muss dann jeweils in Twann erneut eingekehrt werden :-)

Letztes Jahr hatten wir den Tea-Room der Bäckerei Moosgärtli entdeckt, welche nicht nur guten Espresso ausschenkt, sondern auch Leckereien aller Couleur anbietet. Dieses mal war es so warm und sonnig, dass wir sogar draussen sitzen konnten!

Bienenstich und Erdbeertörtchen in der Bäckerei Moosgärtli in Twann

Eigentlich wollte ich nochmals zurück nach Ligerz gehen, um für den Kollegen Aschi zwei Saucisson zu erstehen. Sali waren die Würste am Mittag nämlich ausgegangen, da eine Gruppe mit 21 statt mit 10 Leuten anrückte. Aber Jörg hatte eine Wurst geschenkt bekommen und ich konnte sie grosszügigerweise erben.

Und so hiess es dann um 16:30 Uhr in Twann Claudine und Serge in Richtung Welschland verabschieden. Der Rest fuhr nach Biel, wo ein Teil der Gruppe sich in Richtung Aarau / Ostschweiz abspaltete und der Rest gemeinsam nach Bern fuhr. Mit vollem Magen brachte mich das Tram nach Hause, das Nachtessen fällt aus Gründen aus :-)

Es war ein wunderschöner Tag und nett die befreundeten Paare wieder mal zu treffen. Das nächste Mal sehen wir uns im Herbst wieder, zu einer Weindegustation im St. Galler Rheintal. Und natürlich nächstes Jahr wieder bei Sali.

Eine schön bebilderte Seite, welche das Lokal von Sali Hazeraj etwas besser zeigt, findet sich hier auf der Webseite von Christian Zimmermann.

Urs | Donnerstag 16 Februar 2017 - 10:25 pm | | default | Kein Kommentar
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Ein autovoller Samstag

Ich besitze keinen Wagen und bin automässig ein Spätzünder. Mit Achtzehn war ich mit der Lehrabschlussprüfung beschäftigt und mit Zwanzig war die Rekrutenschule im Weg. Danach entschloss ich mich, möglichst nahe am Arbeitsort zu wohnen, was mir ja zum Beispiel in Baden optimal gelang. Ich wohnte im zweiten Obergeschoss des alten Bahnhofs und konnte in drei Minuten zur Arbeit :-)

Erst mit knapp Dreissig machte ich den Führerschein. Eigentlich nur, weil ich damals sieben Wochen in die USA in die Ferien wollte. Und die USA sind nun mal eher schwer ohne Führerschein zu bereisen.

Einen eigenen Wagen hatte ich auch danach nicht, warum auch. Mit dem Geld, das ich mir sparte, konnte ich bestens mal zwischendurch eine Taxifahrt bezahlen. Und natürlich habe ich irgendwann auch eine Mobility-Mitgliedschaft beantragt. Für den «Genossenschafter» konnte ich mich noch nicht überwinden.

Gestern, Samstag, war es mal wieder so weit. Ich wollte nach Kallnach und danach noch in Jegenstorf beim Kollegen Wein abholen. Also buchte ich am Donnerstag einen Wagen und wurde im Bahnhof Bern fündig. Am Samstag kramte ich meine Mobility-Membercard hervor und fuhr mit dem Tram zum Bahnhof.

Dort angekommen, erwartete mich dieses Gefährt im 3. Geschoss des Bahnhofparkings.

Renault Clio von Mobility

Der rote Renault Clio war natürlich ein Automat. Ich habe zwar auf einem geschalteten Wagen fahren gelernt. Aber seit der Prüfung im Frühling 1993 sass ich nie mehr auf der Fahrerseite eines manuell geschalteten Autos. In den USA, wo ich meist fahre, sind Automaten üblich und ich schätze die Bequemlichkeit. Zudem ist es für einen Gelegenheitsfahrer eher einfacher, vor allem bei ständig wechselnden Fahrzeugen.

Cockpit des Renault Clio

Ich suchte verzweifelt das Handschuhfach, aber da war keines. Auch kein grosser Aschenbecher. Wo ist denn der Schlüssel für das Zündschloss? Ah, vielleicht ein moderner Wagen ohne Zündschloss, einfach ein Starter-Knopf? Ja, aber wo? Hast Du ihn gefunden? Etwa auf vier Uhr, gleich neben dem Lenkrad.

Dann ging es los zum ersten Etappenziel, Kallnach, zur Erlebnisbrennerei Matter-Luginbühl.

Eingang zur Brennerei Matter-Luginbühl in Kallnach

Frau Matter öffnete mir die Türe und wies mich zum Verkaufsraum im ersten Stock. Die Brennerei/Destillerie haben wir vor ein paar Jahren mal besucht und mir ist der «Kina l‘Aero d’Or» damals sehr gut in Erinnerung geblieben. Der Globus in Bern führt in leider nicht mehr. Ich wollte auch noch eine «Vieuille Prune Dessert», worauf mir Frau Matter die Geschichte der Löhrpflaume, welche in ihrer Familie das Licht der Welt erblickte, erzählte. Ich probierte dann auf ihr Anraten noch ein wirklich winzig kleines Schlückchen, um den Unterschied zwischen dem Schnaps und dem Likör/Dessert zu erahnen. Ich war so überzeugt, dass ich gleich auch noch davon kaufte.

Danach ging es nach Jegenstorf, wo ich bei Jörg den im letzten Jahr bestellten Wein abholen wollte. Da ich zu früh war, nutzte ich die Gelegenheit, im lokalen Coop gleich meinen Wochenendeinkauf zu erledigen. Dazu konnte ich im Café noch einen guten doppelten Espresso von Illi geniessen (kleiner Seitenhieb gegen den Büro-Kaffee ;-))

Gegen 13:30 holte ich den Wein ab und durfte noch kurz die Gastfreundschaft von Jörg und Margrit bei einem ebenfalls sehr guten Espresso geniessen. Dann hiess es heimwärts fahren. Ausgang Jegenstorf grüsste noch kurz die RBS.

An der Barriere kurz auf die RBS warten

Zu Hause reichte die Zeit zum Auspacken und noch einen Sud Wäsche einfüllen, um rechtzeitig den Wagen wieder zum Bahnhof Bern zu bringen. So ein «Auto zum Ausleihen» ist noch recht praktisch, aber die Distanz war relativ gross und so wird einem der Preis des Autofahrens mal wieder deutlich. Mobility macht ja eine Vollkostenrechnung (Stundenrpreis, Kilometerpreis inkl. Benzin und Versicherung) und so bleche ich dafür knapp 65 Franken.

Abrechnung Mobility

Und hier noch der Erwerb des Tages. Halbe Flaschen vom Syrah und Petite Arvine von Cordonier et Lamon aus dem Wallis, den Kina in der Mitte und die Vielle Prunes zur Rechten. Daran werde ich wohl wieder ein paar Jahre zu trinken haben. Ich verarbeite das ja eher in homöopathischen Dosen.

Wein, Bitter und Vieille Prune

Urs | Sonntag 22 Januar 2017 - 7:45 pm | | default | Kein Kommentar

Krustenkranz

Das Backen von (Sauerteig)Broten habe ich ja mittlerweile ziemlich im Griff, also reizt mich vermehrt Kleingebäck. Irgendwann vielleicht auch mal Laugengebäck, welches ich sehr liebe.

Aber nun erst mal zu einem Versuch mit Weizenbrötchen. Es kam alles etwas anders als am Anfang gar nicht geplant. :-)

Ich hatte noch eine angebrochene, teilentrahmte Milch kurz vor dem Ablaufdatum, also begann ich mit einem Vorteig (Poolish):

  • 150g Milch, 2.7% Fettgehalt
  • 150g Weizenmehl, weiss
  • 0.3g Hefe

Zutaten verrühren und bei Raumtemperatur für 24 Stunden stehen lassen. Danach hat die Kleinmenge Hefe sich bereits tüchtig vermehrt und der Vorteig wirft kräftig Blasen.

Hauptteig:

  • Vorteig
  • 20g Dinkelmehl, weiss
  • 20g Weizenmehl, Vollkorn
  • 10g Roggenmehl, Vollkorn
  • 150g Weizenmehl, weiss
  • 0.5g Hefe
  • 6.8g Salz
  • 78g Wasser

Teig kneten bis er glatt wird und sich von der Schüssel löst (rund 10-15 Minuten). Bei 25° zur Gare stellen. Nach 30 und 60 Minuten einmal dehnen und falten.

Den Teig über Nacht im Kühlschrank lagern. Die Hefe arbeitet dann für mich weiter, während ich schlafe :-)

Am nächsten Tag den Teig etwa eine Stunde temperieren lassen.

Dann habe ich mir überlegt, was ich damit machen soll. Mit dem «Verlust» (Verdunstung, kleine Reste, die in Gefässen zurückbleiben) kam ich auf rund 572g Teig. Das ergibt sechs Brötchen à 95g. Das gäbe doch grad einen Krustenkranz?

Also los, die sechs Teiglinge abstechen und rundschleifen. Der Teig war noch etwas kühl und der Dinkel, zusammen mit dem Fett der Milch, machte ihn leicht klebrig. Ich mehlte also die Teiglinge ein und versuchte dann, sie rundzuschleifen. Mit meinen Patschhänden gelang das leidlich. 

Während ich den Ofen vorheizte, legte ich die Brötchen auf Bäckerleinen für rund 45 Minuten zur Gare. Da die Küche noch etwas kühl war, wäre es wohl besser gewe­sen, ich hätte sie länger gehen lassen. Sie waren noch ziemlich kompakt, als ich sie mit Schluss nach oben in Kreisform auf dem Blech zum Einschiessen parat machte.

Teiglinge für den Krustenkranz

Danach ging es für 30 Minuten in den Ofen bei 250°C fallend auf 210°. Am Anfang für knapp 10 Minuten mit Dampf, damit die Kruste schön aufgeht.

Der Krustenkranz, frisch gebacken

Das Ergebnis war ziemlich «wild» in der Form, roch aber sehr gut. Nach dem der Krustenkranz etwas abgekühlt war, brach ich ihn und schnitt ein Brötchen auf.

Frische Brötchen vom Krustenkranz

Die frischen Brötchen sind recht kompakt (wenig Hefe mit dem Fett der Milch), aussen schön knusprig und haben ein sehr gutes Aroma von der recht langen Lagerung.

Was ich besser machen könnte:

  • ein wenig Backmalz hinzufügen (1g) , um noch etwas mehr Süsse und Triebkraft in den Teig zu bringen
  • die Teiglinge länger auf dem Bäckerleinen gehen lassen und
  • die Bäckerleinen etwas besser falten, so dass es weniger Druck auf die Teiglinge gibt.
  • weiter mit dem Rundschleifen üben :-)

Ach ja, noch eine Antwort auf die potentielle Frage, weshalb ich so wenig Hefe verwende:

  • Viele Leute vertragen die Hefe nicht so gut (ich allerdings schon)
  • Viel Hefe bringt zwar den Teig zum Gehen, hat aber auch die Tendenz, das Brot schneller trocken werden zu lassen. Kennt man ja von den industriell gefertigten Broten aus dem Supermarkt.

Ich verwende Bio-Hefe, welche sowieso weniger stark treibt. Aber die lange Lagerung, da der Teig dann benötigt, hilft, das gute Aroma zu entwickeln.

Auf ein gutes 2017!

Urs | Montag 02 Januar 2017 - 12:44 pm | | default | Kein Kommentar
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Ursula von Graffenried oder Alec Wyss?

Nun sind die Gemeinderatswahlen 2016 (Exekutive) der Stadt Bern ja Ende November wie erwartet ohne absolute Mehrheit für eine(n) Nachfolger(in) des aktuellen Stadtpräsidenten, Alexander Tschäppät durch.

Links hat mit insgesamt 4 von 5 Sitzen bekanntlich gesiegt, wobei der Rechte ja auch eher ein Mann der Mitte ist. Das Proporz-Wahlrecht hat hier sehr starke Machtverhältnisse geschaffen.

Und nun steht die zweite Runde der Stadtpräsidiumswahlen an. Zur Wahl stehen, Ladies first, Ursula Wyss (SP) und Alec von Graffenried (GFL). Also eine Linke und ein ziemlich Linker.

Die Bürgerlichen haben sich angesichts der desaströsen Ausgangslage im ersten Wahlgang wie erwartet zurückgezogen und unterstützen alle Kandidierenden, ausser die Wunschkandidatin der SP, Ursula Wyss. Logisch, sie hätten wohl auch einen Papagei unterstützt, wenn er zur Wahl gestanden wäre. Einfach alles nur nicht Ursula Wyss.

Bei den Linken ist die Situation auch klar. Ursula Wyss wurde ja schon vor mehren Jahren als die «natürliche» Nachfolgerin von Tschäppät gehandelt. Dass die GFL der Stadt Bern nun Alec von Graffenried aufstellte und der im ersten Wahlgang sogar mehr Stimmen als Ursula Wyss geholt hat, hat für sehr viel böses Blut im linksgrünen Lager gesorgt.

Nun kommen wir zum Titel des Beitrags… ich muss sagen, dass mich das Begleitgeräusch der anstehenden Wahl im Moment ziemlich nervt.

Da sind einerseits die unzähligen Leserbriefe, welche Ursula Wyss in einer Art und Weise verunglimpfen, dass es einem übel werden könnte. Dass sie «im Zusammenhang mit den durchtriebenen, hinterhältigen Aktivitäten in der Blocherabwahl, noch in bester Erinnerung ist», ist ja grad noch nett. Dass die «Jupe-Trägerin» ja sowieso gewählt sei, kann man noch als Geschlechterneid (die Schreiberin ist eine Frau) durchgehen lassen. Dass sie eine «Salonsozialdemokratin» sei, kann man akzeptieren. Warum die «rote Frau» einen «schlechten ökologischen Fussabdruck» haben soll, verstehe ich nicht. Woher da ein Peter Huber wissen will, dass sie «unzähligen Flugmeilen auf ihrem privaten Konto» haben soll? Warum «Die Persönlichkeit von Wyss einfach zu schwierig, woran sie indessen selber schuld» sein soll?

Alec von Graffenried kommt insgesamt besser weg, ausser dass er ein Mann ist. Das geht ja eigentlich gar nicht. Pure «Misogynie», wenn man einen Mann wählen würde. Zudem wird er ja auch von der SVP empfohlen, deshalb ist man eigentlich ein Sympathisant der SVP, wenn man Alec von Graffenried wählt! Zudem ist der AvG ein Bernburger, «wählt keinen Burger in ein so zentrales Mandat!» (erinnert ein wenig… ach lassen wir's).

Aber zurück zu den Tatsachen, es steht eine Rotgrüne und ein Grünroter zur Wahl. Also Frau gegen Mann?

Beide haben politische Erfahrungen und eine Familie, wissen also wie man mit trötzeligen Kindern (=Parlament und Ämter) umgeht.

Während AvG etwas mehr Exekutiverfahrung hat (Regierungsstatthalter), hat er sich jedoch vor zwei Jahren wegen «zu grosser Belastung aus» dem Nationalrat zurückgezogen. Andererseits hat er Erfahrungen in der Privatwirtschaft und gilt eher als «Vermittler», was als Stadtpräsident sicher eine wertvolle Eigenschaft wäre. Auch wenn 80% der Regierung linksgrün sind, darf man die anderen Bürger der Stadt und die wichtige Beziehung zum Kanton nicht dogmatisch angehen.

Ursula Wyss hingegen hat eine ziemlich akademische Laufbahn hinter sich, was sich ja heute für die meisten SPler so gehört… Aber als Direktorin der Abteilung Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün hat sie nun allerdings schon mehrere Jahre Erfahrung in der Stadtregierung und ist sicher bestens vernetzt. Und sie ist eine Frau, eigentlich wäre es ja mal Zeit für eine Frau…

Wen werde ich nun wählen? Ich weiss es ehrlich noch nicht.

AvG kenne ich gar nicht. Bei UW muss ich meine Lieblingsfeindschaft mit «Bernmobil» vergessen und darf ihre «Velo-BesessenheitAffinität» nicht überbewerten.

Urs | Sonntag 18 Dezember 2016 - 2:29 pm | | default | Vier Kommentare
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Wie reist Du?

Bist Du eher der Sponti oder ein Planer?

Ich mag mich gut an einen Kollegen erinnern, der jeweils zwei Koffern packte. Einen Kalt-Koffer und einen Warm-Koffer. Dann guckte er wenige Wochen vor den Ferien, welche Destinationen gerade günstig als «Last Minute-Angebot» verfügbar war. Und nahm dann den passenden Koffer und verreiste.

Ich persönlich plane lieber voraus. Einerseits vermutlich ein Wesenszug, den ich in mir habe und andererseits ein Verhalten, welches bestens gefördert wurde im Laufe meines Berufsleben ;-)

Hatürlich gab es trotzdem immer ungeplante Überraschungen. Und sei es nur ein mir bisher unbekannter Feiertag in den USA, der dazu führte, dass im Umkreis von 400 Meilen alle Hotels ausgebucht waren.

Das Planen macht mir aber wirklich Spass, weil die Reise damit ja schon lange vorher beginnt. Ich sehe mir Fahr- und Flugpläne an, prüfe verfügbare Ausflugsziele und vergleiche die Hotelangebote an den Etappenzielen. 

Eine Zeitlang hatte ich immer irgend etwas vergessen einzupacken. Also erstellte ich Checklisten, früher gedruckt, später dann als App. So konnte ich mit dem Koffer beruhigt aus dem Haus gehen, um am Zielort festzustellen, dass ich meist trotzdem irgend etwas vergessen hatte. ;-)

Zum Glück reicht es heute meist, genügend Geld oder die Kreditkarte dabei zu haben, um die fehlenden Gegenstände auch in Feriendestinationen zu erwerben.

Aber einige Unterlagen benötigt man trotz Kreditkarte unterwegs. Ausweise, Tickets etc. Aber heute geht das ja auch immer einfacher elektronisch dank Smartphone und Apps, nicht?

Meine Umfrage auf Twitter ergab folgendes Ergebnis:

Umfrage auf Twitter zum Thema «Papierlos in den Urlaub»
 

Meine Erfahrungen in den letzten Jahren waren da auch häufig durchzogen. So musste ich in Hongkong bei der Einreise von Macau feststellen, dass elektronische Bordkarten bei der Security nicht akzeptiert wurden. Oder dass das iPhone einfach keine Datenverbindung herstellen will, um die Reservation eines Hotels rauszurücken, welche der Angestellte beim Check-In partout nicht finden will. Oder dass die elektronischen Helferchen aus irgendwelchen Gründen einfach nicht mehr starten wollen.

Also nehme ich in der Regel für längere Abwesenheiten mein uraltes, blaues Kuoni-Etui mit. Darin habe ich den Pass, meist etwas Bares (Fremdgeld), die Bordkarte, Voucher für Hotels oder Autovermietungen und meist auch noch eine Karte oder einen kleinen Reiseführer. Und natürlich meinen selbst erstellten Reiseplan, der alle Eckdaten wie Flugnummern, Reservationsnummern und so weiter enthält. Natürlich auf so wenigen Seiten wie möglich… Selbstverständlich habe ich diese Unterlagen auch auf meiner Dropbox und diese auf MacBook, iPad und iPhone synchronisiert bzw. offline verfügbar.

Reiseetui von Kuoni

Und dieses Etui steckt dann mit dem iPad, Akkupack, Ladegerät und allen möglichen Adaptern in der Umhängetasche.

So, und jetzt plane ich langsam meine Ferien für 2017… wohin es geht? Naja, ich hätte noch viele Flugmeilen einzulösen. Möchte aber auch etwas kürzer treten und dann dafür im 2018 die Auszeit noch etwas verlängern. Allerdings sollte man ja auch nicht alles auf die lange Bank schieben, es kommt ja sonst sicher etwas dazwischen. Wir werden es sehen, lesen, hören.

P.S.: trotz aller Planung habe ich in den letzten Ferien meine kleine Taschenlampe für den nächtlichen Fussweg vom Restaurant zurück zum Hotel nicht dabei.

P.P.S.: ich hatte sie natürlich schon dabei, aber in ein Reisenecessaire gepackt und dort nicht nachgeschaut. Etwas ist immer :-)

Urs | Dienstag 06 Dezember 2016 - 10:29 pm | | default | Kein Kommentar
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Urslis Bäckerei, mal wieder Sonntagsbrötchen

Habe mal wieder gebacken. Wollte aber nicht nur mein übliches Sonntagsbrot, das «Mill Loaf» Weizensauerteigbrot nach Dan Lepard backen, sondern es mit Kleingebäck probieren.

Natürlich habe ich nichts aufgeschrieben, deshalb versuche ich es aus dem Kopf zu zitieren. Wird etwas schwierig, da ich etwas chaotisch vorgegangen bin.

Vorteig (Poolish)

  • 65g Dinkelmehl, ruch
  • 65g Weizenmehl, hell
  • 110g Wasser, lauwarm
  • 0.5 Biohefe

Hauptteig

  • Vorteig
  • 30g Roggenvollkornmehl
  • 70g Dinkelmehl hell
  • 150g Weizenmehl hell
  • 20g frisches Anstellgut vom Weizensauer (100 TA)
  • 30g Butter
  • 90g Wasser lauwarm
  • 2.5g Biohefe
  • 1g Backmalz
  • 1 Eigelb

Mehle, Wasser und Hefe für den Vorteig verrühren und für rund 12-14 Stunden leicht abgedeckt wegstellen.

Vorteig mit den Zutaten des Hauptteigs, ausser Butter/Eigelb auf tiefer Stufe zu einem Teig verkneten, bis er sich von der Schüssel löst. Butter in Flocken beigeben und einkneten.

Den Teig abgedeckt gehen lassen. Nach 30, 60 und 120 Minuten jeweils dehnen und falten.

Danach 6 Teiglinge à knapp 100g abstechen und formen. Ich habe vier Stück aufgerollt und zwei rundgeschliffen. Die Teiglinge in Bäckerleinen eine Stunde gehen lassen.

Vorsichtig vom Bäckerleinen auf Backpapier rollen. Die Rundstücke wollte ich zu den Schweizer Weggli formen und in der Mitte eindrücken, allerdings war der Teig relativ warm und dank des Dinkels ungeheuer klebrig. So brachte ich gerade knapp den Kochlöffel wieder aus dem Teig :-(

Die gerollten Stücke habe ich seitlich, flach mit der Schere zu sogenannten «Murren» aufgeschniten. Danach die Stücke mit dem Eigelb bepinseln. 

Die Brötchen in den auf 220° C vorgeheizten Ofen geben und mit etwas Dampf auf 200° fallend während rund 30-35 Minuten backen.

Frisch gebackene Weggli

Ich hätte hier wohl das Eigelb mit etwas Milch mischen sollen, dann wäre es etwas weniger dunkel und «Ei-lastig» geworden. Allenfalls hätte ich die Temperatur um 20° reduzieren können, um die Kruste etwas feiner und dünner hinzukriegen.

Gerne hätte ich die Brötchen auch etwas fluffiger gehabt, vielleicht hätte ich etwas mehr Butter und etwas Milch statt Wasser beigeben sollen? Oder etwas länger kneten? Bei Dinkel bin ich immer etwas vorsichtig, wegen der Gefahr des Überknetens.

Ein aufgeschnittenes Brötchen

Und Brot?

Gab es natürlich auch noch, das übliche Weizensauerteigbrot, wie ich es häufig backe. :-)

Teigling im Gärkörbchen

Während ich den Artikel schreibe, bäckt es im Ofen vor sich hin. Der Artikel erscheint «timed» um 20:00 Uhr, somit kann ich dann gleich noch das Foto des fertig gebackenen Mill Loaf einfügen.

Das gebackene Mill Loaf Sauerteigbrot

Und natürlich ist es in der Mitte wieder aufgerissen. Ich muss mal am Formen arbeiten!

Urs | Sonntag 27 November 2016 - 8:00 pm | | default | Kein Kommentar
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22. REBE-Reise Finnland 2016 / Teil 2

Vor dem zweiten Teil des REBE-Reiseberichts hat mich mal wieder die Blogfäule befallen. Viele andere Themen, verplante Wochenenden und weitere Ablenkungen saugten die Energie des Schreiberlings auf. Und schon ist mehr als ein Monat seit der Rückreise vergangen. Also los.

Der Freitag war im Zeichen der Rückreise. Während der grössere Teil der Gruppe am Morgen einen kurzen Abstecher nach Turku machte und dort den Dom besichtigte, schliefen andere, wie der Autor, noch ein wenig aus.

Irgendwann schälte ich mich aus den Laken und ging nach der Dusche auf den letzten Drücker noch zum Frühstück. Danach hiess es packen und den Rollkoffer nach dem Auschecken im Gepäckraum des Hotels verstauen. 

Anschliessend ging ich die Uspenski-Kathedrale besichtigen. Sie ist die grösste, russisch-orthodoxe Kathedrale im westlichen Europa.

Die Uspenski-Kathedrale in Helsinki

Ich weiss nicht wieso, aber irgendwie beindruckt mich die Ikonographie und Religiosität des orthodoxen Glaubens, obwohl ich sonst mit Religion nicht viel am Hut habe. Ev Zeichen meiner katholischen Erziehung… wer weiss. Leider kam in der Düsternis der Kathedrale das viele Gold nicht gut zur Geltung.

Altar in der Uspenski-Kathedrale von Helsinki

Beim Spaziergang im Hafen kam gerade eine Fähre von Tallin an und ich erinnerte mich, dass mein Patenkind an diesem Wochenende dort eintreffen sollte, um ein Fussball-Trainingslager der U-19 zu absolvieren. Leider hatte ich das zu spät erfahren, wobei es für einen Abstecher wohl nicht gereicht hätte. Auf einen Sauna-Besuch hatten wir auch gerade keinen Bock, aber die Aussenanlage im Hafenbecken sah «erfrischend» aus. ;-)

Sauna-Aussenanlage im Hafen von Helsinki, im Hintergrund die Fähre von Tallin

Bei der Rückkehr ins Hotel traf ich die ebenfalls in Helsinki gebliebenen Kollegen zu einem gemeinsamen Mittagessen in der Stadt. Gegen 15:30 traf die Turku-Abteilung auch wieder im Hotel ein und wir gingen alle zur ersten Etappe der Rückreise. Das MS Gabriella der Viking Line wartete am Hafen und wir konnten schon nach kurzer Wartezeit aufs Schiff, welches uns über Nacht nach Stockholm bringen würde.

MS Gabriella der Viking Line im Hafen von Helsinki

Als Vielschnarcher hatte ich mir von Mani wie üblich eine Einzelkabine reservieren lassen. Ausser dass die Klimaanlage auf Hochsommer eingestellt war, gab es nichts zu bemängeln. Zweckmässig, sauber und einigermassen neuwertig wirkte die Inneneinrichtung. Das Bett richtet man sich mit ein paar Handgriffen selber ein.

Aussenbordkabine 5116 auf der MS-Gabriella

Ein Höhepunkt war das nordische Buffet zum Nachtessen sowie der Wette, wie viele Meeresfrüchte (Krevetten etc.) sich der Hans H. einverleibt. Ich habe nicht gezählt :-)

Das Schiff war einigermassen gut belegt und die Finnen waren auch recht bald voll. Da das Casino nicht so viel Ablenkung versprach und ich eh nicht viel Bargeld dabei hatte, ging ich gegen 22 Uhr in die Kabine. Nachdem ich die Klimaanlage gezähmt hatte, schlief ich einigermassen gut und schon bald ging der Gong und verkündete unsere Ankunft in Stockholm.

Wir besammelten uns und liessen uns von Mani Busbillette aushändigen. Die Shuttle-Busse standen schon bereit, waren aber etwas wirr aufgestellt und nicht wirklich angeschrieben. Eine nette Reisebegleiterin wies uns dann ein und nachdem wir die Koffern im Bauch des Busses verstaut hatte, ging die kurze Fahrt zum Bahnhof Stockholm los. Dort angekommen, verstreuten wir uns in alle Richtungen. Während die Kollegen noch kurz in die Stadt gingen, wollte ich einen richtigen Espresso geniessen und so schaute ich ein wenig dem Treiben im Bahnhof zu, während ich die Kanelbulle im «Ätä här» vertilgte. Die Verwendung von Kardamom im Gebäck ist für unsere Gaumen etwas fremd, aber ich mag den Geschmack eigentlich ganz gut.

Espresso und Zimtschnecke im Ritazza Bahnhof Stockholm

Um halb eins ging es dann mit dem Intercity weiter nach Göteborg. Das Lunchpaket am Platz war ordentlich, für 70 Franken mit dem Billett in erster Klasse gab es auch gar keinen Anlass zur Reklamation.

In Göteborg gab es eine kurze Abstimmung, ob wir zu Fuss oder mit dem Tram zum Hafen sollten. Die wenigen Stimmen, welche sich eher für das Tram entschieden hätten, gingen irgendwie unter. Das war auch recht so, ein wenig Bewegung tat uns gut. Das Wetter war anständig, aber leicht windig und die Strassen waren nicht wirklich rollkoffergängig. Egal, wir schlängelten uns durch die samstäglichen Einkaufswilligen und landeten am Schluss irgendwo in einem Pub. Die Bedienung war fix und bald hatten wir alle ein kühles Getränk. Die Diskussion, wo denn da nun genau der Hafen für die Stena Line nach Kiel war, wurde hingegen etwas hitziger. Die nette Engländerin, die auch schon mal in der Schweiz gearbeitet hatte, wusste es nichts so genau. Und der Chef meinte, das sei aber noch ein ganzes Stück.

Mani wurde nun leicht nervös, da die Zeit doch schon ein wenig fortgeschritten war. Also gab es einen Austrinkbefehl und wir machten uns dann doch auf zur Tramstation. Während Mani die Billette organisierte, fragten wir nach der Fahrtrichtung und gingen dann rüber zur richtigen Tramstation ;-)

Ein paar Minuten später fuhren wir los und brachten die letzten drei Kilometer dann etwas schneller hinter uns. Am Hafen erwartete uns die «Stena Scandinavica». Die Überfahrt nach Kiel war ganz in Ordnung. Das Schiff war aber halbleer. Offenbar ist Samstag nicht gerade der beliebteste Tag. Zudem hat das Schiff schon bessere Tage gesehen und das Angebot im Buffet war auch nicht vergleichbar mit der Viking Line.

Etwas müde Gesichter bei der Ankunft in Kiel

In Kiel ging es dann auf die Suche nach diesem beliebten Restaurant, welches am Sonntagmorgen schon Weisswürste serviert und Bier ausschenkt. Das hatte dann allerdings noch geschlossen und so zerstreuten wir uns wieder ein wenig. Ich landete bald am Bahnhof und setzte mich dort in die Bahnhofbäckerei zu einem Kaffee und Brötchen. Es herrschte reges Treiben und das Angebot an Brot und Gebäck war sehr reichhaltig.

Der Bahnhof Kiel

Um 11:13 fuhr der ICE am Kieler Hauptbahnhof ab und nahm das Ziel Basel SBB unter die Räder. Während einige dösten, lasen oder miteinander diskutierten, den Speisewagen besuchten oder sich sonstwie die Zeit vertrieben, fuhren wir mit zunehmender Verspätung gen Süden. In Basel SBB trafen wir um etwa 19:20 Uhr mit einer knappen halben Stunde Verspätung ein, was ja wiederum gute Anschlüsse versprach.

Es gab das übliche, hastiges Adieu an die Kollegen, welche bis nach Zürich weiterreisten, während die Oltemer und Berner sich schnell zum Anschlusszug aufmachten. 

Und so war auch diese REBE-Reise zu einem guten Ende gekommen. Wir sind wieder ein Jahr älter geworden, wieder sind ein paar Kollegen mehr pensioniert und die Nächte sind definitiv seriöser und länger geworden :-)

Urs | Sonntag 20 November 2016 - 11:56 pm | | default | Kein Kommentar
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22. REBE-Reise Finnland 2016 / Teil 1

Über die REBE-Reise habe ich ja schon mal gebloggt.

Mani hat die Reise dieses Mal wieder in den Herbst gelegt. Sie führte uns nach Finnland zu den finnischen Bahnen (VR). Da der Weg schon etwas weit ist, wichen wir zum dritten Mal in der Geschichte der REBE-Reisen von unseren Vorsätzen – Reise mit Bahn, Bus oder Schiff – ab und flogen nach Helsinki.

Am Vortag war es nochmals kurz hektisch. Mani, «the head of the group», konnte wegen einer wichtigen Geschäftsleitungssitzung nicht mit uns gemeinsam anreisen, sondern erst am späten Abend. Nun hatte er Werner als «Hilfsreiseleiter» eingesetzt und der musste noch kurzfristig Menuwünsche für das Nachtessen einholen. In Finnland ist es üblich, dass man als Gruppe vorher die Essenswünsche bekanntgibt, damit die Küche sich einrichten kann.

Die Gruppe traf sich am Mittwoch-Morgen in Zürich Flughafen bei den Schaltern. Es gab nochmals kurz Hektik, weil einer der Reisenden in einem Zug steckengeblieben war und erst eine halbe Stunde später ankam. Ich hatte schon am Montag-Abend eingecheckt und musste somit nur mein Gepäck abgeben.

Auf dem Weg zum Checkin in Zürich Flughafen

Der Flug war mit Finnair und der Sitzplatzkomfort war eigentlich gar nicht schlecht. Leider wurde mir kein Update angeboten, obwohl in der Business mindestens vier Sitzplätze frei blieben. Von dort roch es auch sehr gut nach Mittagessen, wir in der Eco bekamen nur ein Getränk… 

Sitzplatzabstand auf Finnair AY 858

In Helsinki wurden wir bereits von unserer Reiseleiterin Karin und einem Reisebus mit Chauffeur Peter erwartet.

Reiseleiterin Karin

So kombinierten wir die Fahrt in die Stadt gleich mit der anschliessenden Stadtrundfahrt. Wir besichtigten die wichtigsten Plätze und Orte, so unter anderem das – damals ziemlich umstrittene – Denkmal zu Ehren von Jean Sibelius.

Sibelius-Denkmal in Helsinki
 

Es war den Leuten damals zu abstrakt, so dass die Künstlerin noch ein Portrait nebenhin stellen musste. Das gesamte Kunstwerk wiegt rund 24 Tonnen, das Gewicht des Portraits alleine ist mir entfallen, ich war wohl zu entzückt ab der farbigen Mütze unserer Reiseleiterin und habe deshalb nicht aufgepasst.

Portrait/Profil von Jean (eigentlich Johan) Sibelius

Nach der Besichtigung der Felsenkirche, deren Besuch mich angesicht der aktuellen Lage mal wieder etwas nachdenklicher werden liess, ging es dann durch die Innenstadt zurück zum Hotel, dem «Scandic Gran Marina» gleich beim Hafen.

Orgel in der Felsenkirche von Helsinki

Die Hotelzimmer waren lang und etwas schmal, für mich im Einzelzimmer war das aber ok. Mein Zimmer hatte noch eine alte Badewanne mit hohem Einstieg, so war etwas Morgengymnastik automatisch dabei. Gegen Abend war dann ein Nachtessen im bekannten «Ravintola Kuu» angesagt.

Suppe mit geräuchertem Lachs
Rentierfilet auf geschmorter Gerste mit Kürbis-/Kartoffelpüree

Beim Bier in der Hotelbar durften wir dann den gegen Mitternacht eintreffenden Haupt-Reiseleiter, Mani, begrüssen. Und den Tagesbefehl für den Donnerstag in Empfang nehmen ;-)

Der Donnerstag startete um 9 Uhr mit Abmarsch zum Tram und von dort zum Bahnhof, wo wir dann sogar etwas sprinten mussten, weil unser Zug im hintersten Gleis ganz vorne fuhr. Nach kurzer Fahrt erreichten wir Ilmalan. Ein etwa zwanzigminütiger Fussmarsch führte uns bei ziemlich bissigem Wind und Kälte (etwa 2-3°C) zur Unterhaltsanlage der VR.

REBE-Reisegruppe an der Haltestelle der Tramlinie 4

Nach einer kurzen Powerpoint-Präsentation, in welcher uns die Nahverkehrsabteilung der VR-Group vorgestellt wurde, ging es dann mit Anstosskappe, Schutzbrille und Warnweste bewehrt in die Fernverkehrshalle. Wo das Fotografieren eigentlich verboten, aber im Einzelfall jeweils von Petri Seppälä bewilligt wurde.

Das Entziffern von gewissen Schildern fiel uns dann eher leicht, bei anderen kapitulierten wir schneller.

Schild in einfachem Finnisch

Unter anderem wurden uns neben den Pendolini auch der nach St. Petersburg verkehrende «Allegra» gezeigt. Wir waren beeindruckt von der Breite… tja, die 9cm breitere Spurweite kann es nicht alleine sein ;-)

Hier noch ein Bild vom behindertengerechten WC mit Schoppenwärmer und Töpfchen für die Kleinen, sowie dem Speisewagen mit den doch arg niederen Tischchen und Klappstühlen.

Toilette mit Töpfchen links, Speisewagen rechts

Zum Mittagessen ging es ins «Henkiröstöravintola», was der geneigte Finne unter uns sofort als Personalrestaurant übersetzt. Die Kantine war an den Wänden mit alten Fotos dekoriert, charmant…

Als die Minibar noch im Korb gereicht wurde ;-)

Am Nachmittag wurden uns dann die Unterhaltsanlagen der Nahverkehrsbetriebe gezeigt. Die Managerin der Nahverkehrsflotte führte uns durch die Anlagen und schlussendlich zu einem Zug, der uns aus dem Depot zurück nach Helsinki brachte. Es wurde uns sogar erlaubt, im Führerstand mitzufahren. Für Mani, der auf den Stadler Flirt kundig ist, war es besonders interessant, die Abweichungen zu unseren Fahrzeugen zu sehen.

Im Bahnhof Helsinki wurden wir vom Management der Nahverkehrsabteilung begrüsst und mit Kaffee und Zimtschnecken bewirtet. Wir diskutierten lange über die unterschiedlichen Bahnen, den Unterhalt/Betrieb und die Anstellungsverhältnisse. VR-Regionalverkehr hatte bisher in den Zügen pro Einheit einen «Konduktöri-Wagen», wo die Zugbegleitenden Billette verkaufen. Neu soll der Verkauf per 2017 eingestellt werden. Die Zugbegleitenden gehen dann durch die Wagen und kontrollieren die Fahrausweise, erklären die Online-Ticketsysteme bei Bedarf oder helfen den Reisenden bei Fragen. Hat jemand keinen Fahrausweis, dürfen die Zugbegleitenden die Person aus dem Zug «begleiten». Bussen dürfen nur die offiziellen «Inspektoren» aussprechen.

Wir hätten wohl noch viele Fragen gehabt, aber die Zeit war um und wir waren deutlich «unterhopft». Also verteilte sich die Gruppe. Wir besuchten zu Dritt das «Zetor», eine Bar/Restaurant mit interessanter Dekoration. Traktoren, Langlaufskis, Tanzbühne… muss man mal drin gewesen sein.

Am Abend ging es in das noble Restaurant «Ragu», wo das Viergangmenu günstiger war, als der begleitende Wein. Und nein, es war kein günstiges Essen, aber sehr gut! :-)

Nach einer Jakobsmuschel mit Beilagen, gab es eine sehr gute, sämige Artischockensuppe. Anschliessend den Hauptgang, Gigot und Filet vom Lamm mit Pilzen und Kürbis. Gefolgt von einem Dessert mit Krokant, Sauerrahmglacé und finnischem Apfel. Die begleitenden Weine, Pino grigio aus dem Tirol, ein Pinot blanc, einen Rotwein, dessen Namen ich bereits vergessen habe und zum Dessert einen Recioto di Soave.

Hauptgang des Nachtessens im «Ragu»

Auf dem Heimweg gingen wir dann nochmals mit der halben Gruppe ins «Zetor» auf einen oder zwei oder drei Schlummertrunke… What happens in Helsinki, stays in Helsinki ;-)

Urs | Freitag 14 Oktober 2016 - 5:32 pm | | default | Kein Kommentar
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Kultur und Wein im Aargau

Die «GruRo» trifft sich nun schon bald zum zwanzigsten Mal. Ich weiss gar nicht mehr, in welchem Jahr wir uns zum ersten Mal auf eine Reise begaben, um am Ziel Wein zu verkosten und es uns gut gehen zu lassen. 

Wir sind (wenige) aktive und (mehrheitlich) pensionierte Bähnler mit Partnerinnen und über eine Reise habe ich schon einmal gebloggt.

Wir trafen uns am Freitag-Mittag am Bahnhof Aarau. Die Welschen waren noch im Tessin und stiessen erst gegen Abend zu uns. Mani hiess uns Willkommen und führte uns in die Altstadt in das rustikale Restaurant Metzgerei Speck.

Das Essen schmeckte gut und die Bedienung war freundlich. Nur den Espresso würde ich jetzt nicht gerade weiter empfehlen ;-)

Danach gab es einen kurzen Spaziergang mit Erläuterungen von Mani und Elsi durch die Altstadt. Wir endeten wieder beim Bahnhof, wo es noch eine Führung der Immobilienbewirtschafterin gab. So sah man nicht nur ein wenig hinter die Kulissen, sondern ich «bewunderte» die Kunstinstallation im Bahnhof mal live. Sonst hatte ich von dieser Installation mit Ventilatoren von Roman Signer nur in IT-Architekturdiskussionen mit den Kollegen im Büro gehört.

Nachher ging es mit dem Zug nach Muri, wo wir eine sehr interessante Führung durch das Kloster hatten. Wir wären wohl immer noch dort, wenn die Kollegen meine vielen Fragen nicht mit dem Hinweis unterbrachen, dass uns ja noch ein halbstündiges privates Orgelkonzert in der Kirche erwartete.

Klosterkirche Muri, AG

Ich werde gucken, ob ich die rund fünfzehnminütige Aufnahme des Konzerts noch hier verfügbar machen kann.

Danach ging es wiederum mit dem Zug zurück nach Wohlen und dann mit der BDWM nach Bremgarten, AG. Dort übernachteten wir im Hotel Mamma.

Abend/Gegenlicht in Bremgarten

Das eher opulente Nachtessen wurde durch einen Roero Arneis eingeleitet und durch einen (also eher mehrere) ausgezeichneten Rotwein aus dem vorher besichtigten Keller des Restaurants begleitet. 

Das kühle Zimmer im Kombination mit einer offenbar ausgefallenen Warmwasseraufbereitung, somit einer eher kühlen Dusche erweckte die Lebensgeister am nächsten Morgen relativ gut. Nach dem Frühstück schritten wir zu einer Führung durch das Städtchen Bremgarten.

Die Gruppe beim Stadtplan

Die wiederum sehr kundige Fremdenführerin erklärte uns die eindrückliche Geschichte des Städtchens.

Blick von der Reuss auf die Altstadt von Bremgarten, AG

Gleich zu Anfang gab es die Montage des «Fällbaums» zu bestaunen. Heute ist das kein Baum mehr, mit der die Reuss während der Wintermonate gestaut wird. Sondern es sind Schleusentore, welche mit einem Flaschenzug hochgezogen werden. Die Führung ging auch in die Unterstadt und zur Kirche. Erst bei der Führung erinnerte ich mich wieder an die Zeitungsberichte und Fernsehbeiträge über den spektakulären Brand von 1984.

Einzige übriggebliebene Glocke als Denkmal und Erinnerung an den Kirchenbrand der Stadtkirche Bremgarten

Gegen 12 Uhr waren wir wieder beim Hotel, holten unsere Koffern und fuhren danach mit der BDWM via Wohlen, Lenzburg, Rupperswil, Wildegg - Postauto nach Schinznach. Dort hatten wir eine sehr interessante Degustation im Weingut von Claudio und Kathrin Hartmann. Der Betrieb hat vor zwei Jahren auf Bio-Weinbau umgestellt und die Betreiber sind sehr sympathische Leute mit spürbarer Begeisterung für die Reben und den Wein. 

ein Glas Rotwein
 

Natürlich gab es zu den Weinen auch noch etwas zu Schnausen und so ging es dann gegen 16 Uhr gut gesättigt und sogar ausnahmsweise mal wieder mit etwas Wein im Koffer auf die Heimreise.

Urs | Dienstag 11 Oktober 2016 - 3:21 pm | | default | Kein Kommentar
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