EoY 2014-Ferien, Tucson - Apache Trail - Scottsdale

Der 25. Dezember ist in den USA ein sehr stark beachteter Feiertag, vermutlich sogar noch etwas stärker als Thanksgiving. Entsprechend waren wir froh, dass das am Hotel angebaute Restaurant offen hatte und Frühstück servierte. Danach packten wir unseren Wagen voll und checkten aus.

Am Vorabend hatte ich versucht, mein Garmin zu überreden, die Strecke Tucson - AZ-77 - Globe - Roosevelt - Apache Trail nach Scottsdale bei Phoenix zu berechnet. Nada, offenbar ist der Apache Trail für das Garmin nicht durchgängig.

Wir fuhren trotzdem los. Unterwegs fanden wir sogar einen Supermarkt, der uns mit Zutaten für Sanwiches versorgte. In Globe tankten wir ein erstes Mal. Nur um herauszufinden, dass ein Drittel leer in etwa nur 5 Gallonen (knapp 20 Liter) sind. Da die Kosten in Arizona zurzeit nur gerade bei rund 2.25 US $ pro Gallone liegen, war es angenehm günstig.

Roosevelt ist nicht wirklich ein Städtchen, sondern eher ein paar Gebäude um einen Yachthafen. Der Theodore Roosevelt Dam staut den Snake River auf und der See wird wie in den USA üblich für «Recreation» (Erholung) genutzt. Wir assen ein spätes Mittagessen mit selbstgemachten Sandwiches am Picknickplatz. Der kühle Wind war sehr stark und blies uns fast um, bzw. die letzten Pringles dann davon ;-)

Smokey the Bear says, the fire danger is low today ;-)
Mittagessen in Roosevelt, vom Winde verweht
Brücke beim Staudamm in Roosevelt

Von Roosevelt fuhren wir dann auf einen Tipp von Thomas den Apache Trail. Diese alte, steile und sich windende Strasse ist auf einem grossen Teil immer noch ungeteert, teilweise sogar einspurig zu befahren. Entsprechend fährt man selten mehr als 30 Meilen pro Stunde (50 Km/h). 

Tiefe Wolken unterwegs auf dem Apache Trail

Die Strecke ist landschaftlich schön und das Wetter spielte einigermassen mit. Zwar tröpfelte es zwischendurch, dann brach aber wieder die Sonne durch.

Fast rundum Panorama der Aussicht beim Fish Creek Hill auf dem Apache Trail

Wir umfuhren Phoenix grosszügig über den Nordosten und erreichten den Grossraum Scottsdale kurz vor Sonnenuntergang. Dort wechselten wir auch wieder den Fahrer, da Stephan müde war.

15 Uhr 50 Minuten, in den Bergen im Nordosten von Phoenix

Das GPS navigierte uns dann zu unserem Hotel W, wobei dort im dunkeln die Zufahrt etwas schwierig zu finden war. Wir mochten nicht mehr lange nach einem günstigen Parkplatz Ausschau halten und nahmen den Hotelservice in Anspruch.

Das Zimmer im «W» war sehr schön eingerichtet, mit freistehendem Doppelbett und grossen Kleiderschränken, ein grosses Sofa und einem grossen Schreibtisch.

Wir dachten, dass es etwas schwierig werden könnte mit dem Nachtessen am 25. Dezember. Die Frau an der Rezeption war irgendwie auf Speed ;-) Sie hatte ein nervöses «Ehe» drauf und klickte wild im Computer, um uns dann eine Empfehlung für ein Lokal zu geben. Erst wollte sie uns ein Taxi aufschwatzen, nur um dann nach Rückfrage festzustellen, dass es doch nur grad rund 20 Minuten zu Fuss sei.

Auf eine Frage, ob es denn notwendig oder besser sei, eine telefonische Reservation zu machen, meinte sie nach einem Dutzend weiteren «Ehe» sehr selbstbewusst, es sei Weihnachten, da sei es sehr ruhig. Wir nickten und gingen mal los. Das Restaurant hiess «The Mission» und hatte eine ansprechende Karte. Allerdings hatte es eine lange Schlange und ein Kommen und Gehen, zusammen mit einer rechten Geräuschkulisse bei der Bar. Man teilte uns mit, dass sie es «arrangieren» könnten und nach 10 Minuten bekamen wir einen Platz an einem Bartisch.

Nach 10 Minuten bemerkte dann die gute Platzanweiserin meinen leicht genervten Gesichtsausdruck und dass sie uns keine Karte gegeben hatte. Danach kam auch gleich der Kellner und nahm die Getränkebestellung auf. Er brachte die Getränke und verschwand auf Nimmerwiedersehen. Mehrere Versuche über einen bösen Gesichtausdruck auf die Platzanweiserin einzuwirken, waren erfolglos. Ich stand dann auf und bahnte mir einen Weg durch die laute Menschenmasse und reklamierte. Allerdings erfolglos. Nach insgesamt 30 Minuten Warten, gaben wir auf. Ich «bedankte» mich für die Gratisdrinks und unter vielen Beschwichtigungsworten und Angeboten machten wir uns hungrig und verärgert vom Acker.

Da es auch auf dem Rückweg nirgends Platz oder gescheite Angebote gab, waren wir dankbar im hoteleigenen Restaurant Platz zu finden. Das «Sushi Roku» hatte eine angenehme Atmosphäre, der Kellner war sehr aufmerksam und fachkundig. Stephan blieb auf der US-Schiene und gönnte sich ein Rindsfilet, ich genoss ein dreiteiliges Sushi-Set (Ngiri Ebi, Sashimi vom Thunfisch und eine Rolle Maki mit Tempura Shrimp. Ich erlaubte mir dann noch ein äusserst gutes Dessert mit Glacé und Früchte-Frühlingsrollen, das ich mit vielen Überredungskünsten wenigstens zum Teil mit Stephan teilen konnte :-)

Dessert im Sushi Roku im Hotel W in Scottsdale

Urs | Samstag 27 Dezember 2014 - 07:30 am | | default | Kein Kommentar
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EoY 2014, Tucson und die Kakteen, Heiligabend

Der Morgen begrüsste uns mit Sonne und frischen Temperaturen. Als ich rausging, hatte es grad mal 4° Celsius, Stephan, der etwas früher raus ging, meinte, es sei sogar noch kälter gewesen.

Geheizter Pool in der Morgenkälte in Tucson

Der mit Lichtergirlanden behängte Saguaro Kaktus stand gleich beim Eingang zum Hotel.

Saguaro Kaktus beim Best Western Hotel in Tucson

Gleich neben dem Hotel befand sich ein Restaurant, in welchem uns ein gutes Frühstück serviert wurde. Stephan wunderte sich etwas, ab seinem Rühreiern. Der Text auf der Karte war auch etwas verwirrlich. Scrambled Egg white and Fruit… Es war dann nur das Eiweiss und die Früchte ;-) Der Kellner war sehr aufmerksam und freundlich und hatte sich sein Trinkgeld verdient.

Danach fuhren wir mit einem Taxi zum Flughafen (rund 25$), um dort bei Avis unseren Mietwagen, einen Hyundai Sonata abzuholen. Als Avis Preferred musste ich nicht am Schalter anstehen (hatte eh keine Leute am 24.12. dort). Wir konnten also direkt draussen bei den Mietwagen in der Kälte anstehen ;-)

Es gab dann etwas Diskussionen, da wir Stephan als Zweitfahrer eintragen wollten. Dazu musste die Buchung angepasst werden, was der Mann nicht hinkriegte. Er rief dann drinnen eine der geübten Frauen zur Hilfe, die mit viel Tippen und nachfragen alles ins System hackte. Am Schluss las ich diesmal den Mietvertrag etwas genauer durch als in New Orleans. Und siehe da, da war noch irgend eine Gebühr drin, welche wir nicht nachvollziehen konnten. Also hackte die Frau, leicht genervt, nochmals ein paar Minuten im System herum, bis uns der Nadeldrucker dann ein weiteres Exemplar des Mietvertrages mit den richtigen Beträgen ausdruckte.

Kurze Zeit später machten wir uns im Auto, einem weissen Hyundai Sonata, bequem.

Unser Mietwagen, ein Hyundai Sonata

Bevor wir zur Stadt raus fuhren, kauften wir in einem Supermarkt Brötchen, Fleisch und Früchte ein. Ich nutzte die Gelegenheit, um kurz mit meiner Schwester und meinem Vater via Facetime zu «videofonieren». Die Verbindung war gerade genügend und mein Vater hatte Freude, zu Weihnachten von mir zu hören.

Dann ging es aber los in Richtung Saguaro Nationalpark. Kurz vorher gab es noch ein «Desert Museum», weshalb wir erst dort abbogen. Allerdings war das nicht nur ein Museum, sondern ein vollständiger Park mit Tieren (Puma, Otter, Biber, Hirsche, Schlangen etc.), Pflanzen (Kakteen, Agaven etc.)  und Ausstellungen, in welchem man gut einen ganzen Tag verbringen könnte, sehenswert!

Saguaro Kakteen im Arizona-Sonora Desert Museum
Agave im Arizona-Sonara Desert Museum
Agaven und Kaktus im Arizona-Sonora Desert Museum

Etwas mehr Zeit verbrachten wir dann in der Volière der Kolibri. Am Eingang wird man darauf hingewiesen, nicht zu erschrecken. Aber wenn einem das erste Mal so ein Brumm-Vogel (Hummingbird) 10cm neben dem Kopf vorbeischwirrt, zuckt man trotzdem zusammen :-) Hier hätte ich die Nikon dabei haben sollen, die lag aber draussen im Auto. Wie üblich hat Stephan die besseren Photos hingekriegt, als ich mit dem langsamen iPhone.

Kolibri im Arizona-Sonora Desert Museum

Etwas spät gab es dann im nebenan liegenden Picknickplatz unsere selbst gemachten Sandwiches und Beilagen. An der Sonne war es fast ein wenig warm :-) Dann nochmals kurz zurück zum Museum, um noch ein paar Souvenirs für Kollege Thomas zu kaufen und gleich weiter zum Saguaro Nationalpark.

Im Visitor-Center gibt es eine sehr inspirierende, vertonte Dia-Show über die Sonora-Wüste und deren Bewohner, die man unbedingt ansehen sollte! Danach haben wir noch Souvenirs und eine Postkarte gekauft (ja, Jacques, sie sollte es wohl bis in die erste Januarwoche zu Dir schaffen :-)).

Die Zeit reichte gerade noch für eine Fahrt durch den Loop des Nationalparks und zur Rückfahrt zum Gates Pass, wo wir auf Hinweis von Thomas den Sonnenuntergang bewundern sollten. Wir waren dann rechtzeitig oben, allerdings hatte es etwas zugetan und die Sonne ging in den Wolken unter.

Sonnenuntergang über Tucson vom Gates Pass aus gesehen

Wir waren nicht ganz alleine, etwa 50 Menschen warteten auf den richtigen Augenblick :-) In der einsetzenden Dunkelheit fuhren wir zurück in Richtung Tucson, nur um nochmals auf einen Ausstellplatz zu fahren, weil wir die letzten roten Sonnenstrahlen auf den Berggipfeln noch bewundern mussten. Der Sonnenuntergang dauert hier fast ewig und die vollständigen Farbtöne kriegt man leider gar nicht auf die Kameras.

Letzte Rottöne über Tucson, die schmale Sichel des Mondes steht hoch oben

Die Diskussion, wo wir am heutigen Heiligabend zu Nacht essen wollten, war nur kurz. Pizza Hut hatte gewonnen. Stephan machte mich dann darauf aufmwerksam, dass das schon fast eine kleine Tradition ist. Schliesslich hatten wir schon 2012 in 29 Palms im Pizza Hut zu Weihnachten gegessen ;-) Die Bilder erspare ich Euch.

Der Schlummertrunk in der Bar beim Hotel löschte dann noch den Durst von der pikanten Pizza (Half Hawai'ian, Half Pepperoni, what else…).

Urs | Freitag 26 Dezember 2014 - 07:17 am | | default | Kein Kommentar
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EoY 2014-Ferien, The Sunset Limited von New Orleans - Tucson

Nach Fahrplan sollte der «Sunset Limited» den Bahnhof New Orleans um 9 Uhr verlassen. Also machten wir uns um 8:15 auf den kurzen Fussmarsch zum Bahnhof. In der Nacht und bis in den frühen Morgen hatte es wieder geregnet und grosse Pfützen säumten unseren Weg und machten manchmal Umwege nötig.

Tiefe Pfützen nach nächtlichem Regen in New Orleans

Irgendwie habe ich es nicht fertig gebracht, zur richtigen meine Mails zu checken. Dort lagerte, wie später heruasgefunden, eine Mail von Amtrak, welche die Verspätung ankündigte. Auf jeden Fall hörten wir als erstes am Bahnhof, dass der Zug rund eine Stunde Verspätung habe. Also gab es genügend Zeit für Kollege Stephan, um zu Paffen und dann noch etwas scheusslichen Kaffee in einem nicht so sauberen Subways im Bahnhof.

Kurz vor 10 Uhr begann das Check-In, wobei wir paar Schlafwagen-Gäste eine eigene kurze Warteschlange hatten. Der Wagen 130 mit den Roomette-Abteilen 4 und 7 waren schnell erreicht und bezogen.

Kurz nach 10 Uhr ging es dann laaangsam los… Wir schlichen aus dem Bahnhof und blieben alle paar Meter mal wieder stehen. Offenbar war gerade etwas viel Arbeit an den Schienen zu verzeichnen. Nach der Überquerung des Mississippi über die Huey P. Long Bridge ging es dann etwas zügiger weiter.

Huey P. Long Bridge (Jefferson Parish) nahe New Orleans

Ich hatte dann noch einen netten Chat mir der älteren Lady im Abteil nebenan, welche in New Orleans aufgewachsen war, jetzt aber in Alamogordo lebt.

Der Zug tuckerte weiter durch Louisiana und hatte es gar nicht eilig. Das einzige, das ununterbrochen los war, war das Zugs-Horn. Offenbar hatte es eine sehr hohe Dichte von Bahnhübergängen. Ich war noch etwas müde und hatte zwischendrin ein paar längere Aussetzer. Ist ja auch schön, so von Amtrak im eigenen Abteil durch das Land geschippert zu werden. In Beaumont, Texas, ging dann langsam die Sonne unter. In der Zwischenzeit hatten wir zwei Stunden Verspätung.

Sonnenuntergang am Bahnhof in Beaumont, Texas

Nach dem Nachtessen gab es noch eine kurze Rauchpause in Houston, Texas. Ich liess mir mein Abteil für die Nacht herrichten und ging dann liegen. Der Zug schüttelte recht stark und irgendwann wurde ich wach, weil ich die Vorhänge nicht zugezogen hatte und mir ein Scheinwerfer voll ins Gesicht zündete. Vermutlich war das Nachts so gegen 2 Uhr in San Antonio, wo der Anschluss vom «Texas Eagle» (Chicago - San Antonio) abgenommen wird.

Da der «Sunset Limited» in San Antonio nach Plan 2:40h Aufenthalt hat, haben wir hier die Verspätung wieder wett gemacht. Aufgrund der Swisscom-SMS «Welcome to Mexico» mit den Tarifen für dort, waren wir nächtens offenbar nahe an der Grenze ;-)

Das Frühstück nahmen wir mit einem äusserst verpennten jungen Paar ein. Sie erkundigte sich nach dem Butter, welcher etwa 20 cm vor ihrer Nase stand und er verlangte Ketchup, nur um ein paar Minuten später vom Kellner auf das Ketchup auf dem Tisch hingewiesen zu werden. Auch sonst waren sie nicht so gesprächig und erkundigten sich nur einmal, wo der Zug denn jetzt grad sei.

Er fuhr durch die Big Bend - Gegend und kurz vor Alpine, Texas, begann es sogar zu schneien. Er blieb sogar ein wenig liegen, vielleicht 1 cm. Leider lässt sich das mit dem iPhone aus dem fahrenden Zug nicht fotografieren. Hier in Texas hatten wir dann auch tatsächlich zwischendurch keinen Empfang. Sonst hatte mein iPad fast immer LTE und diente Stephan und mir als Access-Point für iPhone, iPad oder MacBook Air mit recht guten Datenraten.

Schneeschauer und tiefe Wolken über Texas aus dem «Sunset Limited»

In Alpine selber regnete es leicht und war knapp 2° Celsius.

Sunset Limited im Bahnhof von Alpine, Texas

Als wir dann in Richtung El Paso fuhren, war es wieder sonnig, aber kühl. Wir hatten schon wieder ein wenig Verspätung, aber egal, wir hatten ja noch fast einen ganzen Tag im Zug. In El Paso hielt der Zug wieder mal etwas länger, was wir nutzen, um uns ein wenig die Beine zu vertreten.

Die zwei Loks des Sunset Limited im Bahnhof von El Paso

Gegen 17 Uhr begann dann der sich recht lange mit goldenen und roten Farbtönen sich hinziehende Sonnenuntergang. Auch wieder etwas tricky, um gut aus dem fahrenden Zug zu fotografieren. Stephan hat hier mit seiner Knipse sehr viele, schöne Fotos geschossen.

Sonnenuntergang nahe Lordsburg, Texas

Beinahe rechtzeitig trafen wir am Ziel der langen Zugsfahrt (fast 34 Stunden, knapp 1'500 Meilen bzw. 2'400 Kilometer) in Tucson, Arizona ein. Es war nun dunkel und kühl, aber nicht so kalt wie in Alpine.

Bahnhofsschild in Tucson, Arizona

Hier wartete eine sehr grosse Menschenmenge, um in den Zug einzusteigen. Offenbar ist die Nachtreise nach Los Angeles mit Ankunft 5:35 gefragt. Obwohl ein Taxichauffeur nach Gästen Ausschau hielt, wollten wir lieber mal wieder ein paar Schritte gehen.

Der Fussmarsch zum Best Western Plus Royal Inn & Suites dauerte knapp 20 Minuten. Die Dame am Empfang gab uns einen Frühstücksgutschein für das gleich neben an liegende Restaurant und einen Welcome-Drink Gutschein für 2 Getränke zum Preis von einem. Wir nutzten den Gutschein, blieben aber beim ersten Bier hängen, da es schon etwas spät war. Mein IPA war extrem hopfig/bitter und hatte einen deftigen Alkoholgehalt.

Die Zimmer waren sehr grosszügig mit Sofa, Schreibtisch und einem grossen Badezimmer. Die Nacht war dann eher etwas durchzogen. Neben den vielen Kissen war es gegen Morgen die doch etwas tiefen Temperaturen (4° C), welche sich auch im Raum bemerkbar machten und vor allem die Züge, deren Horn man immer mal wieder deutlich hörte.

Urs | Donnerstag 25 Dezember 2014 - 07:01 am | | default | Kein Kommentar
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EoY 2014-Ferien, Sonntag in New Orleans

Da ich vergessen hatte, die Heizung abzustellen, schlief ich etwas unruhig. Zudem war hinter dem Superdome irgendwie die halbe Nacht ein Helikopter unterwegs gewesen. Das dumpfe «Wuffta – Wuffta» von fetten Bässen trieb mich dann kurz nach sieben Uhr aus dem Bett.

Vor dem Superdome began die Party für das kommende Spiel der New Orleans «Saints» gegen die Atlanta «Falcons» offenbar schon am Morgen früh.

Gewusel und laute Musik vor dem Spiel der Saints gegen die Atlanta Falcons

Wir verliessen das Hotel gegen 10 Uhr. Beim Eingang war ebenfalls die Hölle los, überall Leute in den schwarzen oder weissen Dresses der Saints, zudem eine riesige Kolonne von Autos unterwegs zu den Parkplätzen, welche heute noch einen Tick teurer waren.

Diesmal mussten wir an der Tramendstation etwas länger warten. Am Sonntag fährt nur alle 30 Minuten ein Tram auf unserer Linie. Zudem blieben wir auch länger im Verkehrschaos rund um den Superdome stecken. Dafür konnten wir feststellen, dass die Streetcar rollstuhlgängig sind. Dazu haben sie mittig im Wagen extra eine Öffnung und einen Lift.

Streetcar mit Rollstuhl-Lift in New Orleans

In der Canal Street stiegen wir dann auf den Seitenast mit den alten grünen Trams gegen Südwesten zum Lee Circle um. Dort hatten wir aber nicht gross Lust, uns in den vielen Museum umzusehen. Deshalb ging es zu Fuss wieder zurück.

Ein Kleinwagen für den Stadtverkehr in New Orleans ;-)

An der Bourbon Street war es dann schon kurz nach 12 Uhr und wir setzten uns in einen Innenhof und gönnten uns ein erstes Bier, ein Chestnut Brown Ale und hörten dem Duo (sie Gesang, er Gitarre) auf der Bühne zu.

Anschliessend ging es auf der nächsen Strasse wieder runter, wo wir wiederum bei einer Strassenband kleben blieben. Die fünf Jungs hatten es wirklich gut drauf. Mit einem Stuhl und einem Getränk wären wir noch lange da geblieben.

Von der Royal Street ging es dann nochmals runter zum Aquarium. Wir schauten kurz in die grosse Mall und hatten dann einen kleinen Hunger, den wir gleich vornedran in einem Restaurant zu stillen gedachten. Auch dort war ein Quartett mit guter Musik unterwegs und so bekamen wir in der Wartezeit auf unsere Sandwichs noch gratis Unterhaltung.

Der Kellner schwatzte uns dann noch ein paar Gator-Bites (grillierte Wursträdchen auf Cole Slaw) auf und die dann schnell darauf folgenden Po' Bois mit Fries waren dann fast zuviel des Guten. Dazu gönnte ich mir ein Abita IPA, das zur süssen Schärfe der BBQ Shrimps gut kontrastierte.

Mit BBQ-Shrimps gefüllte Sandwiches (Po' Bois)

Wir gingen dann zurück zum Hotel zu einer kleinen Spätnachmittags-Erholungspause.

Um 18:30 gingen wir dann nochmals ein wenig Sightseeing in der Bourbon Street… die vielen Fans der Saints waren trotz der Niederlage guter Laune. Überhaupt hat es an den Sportveranstaltungen schon viel Polizei, aber vor allem für die Verkehrsregelung. Hooliganismus oder sonstwie frustrierte Schläger gibt es offenbar nicht.

Stephan holte sich noch ein Stück Pizza, von dem ich ein kleines Eckchen «zum Gluscht» abknabberte, aber sonst war ich immer noch proppenvoll vom späten Mittag. Wir hofften noch auf eine Gelegenheit zur Rückfahrt mit dem Tram, aber auch das Dritte, das angerattert kam, war nur Canal Street angeschrieben. Also liefen wir mal wieder zu Fuss retour. 

Immerhin rechnete mir Moves für heute 19'140 Schritte oder 15 Kilometer vor. Ein wenig haben wir das Essen also verdient.

Im Hotel haben wir bereits ausgecheckt, so dass wir morgen nur noch die Schlüssel deponieren können. Der Zug geht um 9:00 Uhr, also werden wir das Hotel gegen 8:15 Uhr verlassen. So reicht es noch für's Packen und eine ordentliche Portion Schlaf.

Das war New Orleans, der Westen erwartet uns und Amtrak bringt uns dorthin.

Urs | Montag 22 Dezember 2014 - 12:38 am | | default | Kein Kommentar
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EoY 2014-Ferien, Samstag in New Orleans

Am Samstag war es leider immer noch bewölkt und frisch, jedoch ohne Regen.

Wir starteten den Tag im Hotelrestaurant mit einem ausgiebigen Frühstück und waren danach für den Tag gestärkt… Per Pedes erreichten wir die in rund 10 Minuten zu Fuss liegende Tramendstation beim Union Passenger Terminal. Dort kauften wir uns für drei Dollar eine Tageskarte für das ganze ÖV-Netz.

Tageskarte für den ÖV in New Orleans

Damit fuhren wir mal die Loyola nach vorne und die Canal Street runter. Hier hiess es erstmals aussteigen und über die unübersichtliche Kreuzung zu anderen Tramstation/Linie rüber wackeln.

Tramhaltestelle Downtown New Orleans

Wir fuhren dann dem Missisippi entlang zum French Market. Der war Anfangs bei der Haltestelle French Market etwas voller Tand, aber dann weiter unten hatte es Essensstände, Gewürze, Getränke und allerlei. Den parfumierten Kaffee (zB. mit Bananen-Aroma :-() habe ich dann nur aus grösster Distanz bestaunt.

Obwohl es mal zwischendurch aussah, als ob die Sonne durch die Wolkendecke brechen täte, kamen schnell wieder Wolken auf. Die Aussicht war so leicht getrübt und der Wind machte die rund 12° Celsius noch etwas schneidender.

Panorama New Orleans und Mississippi

So war ich doch froh, als wir wieder beim Aquarium oben waren und uns dort einen Eintritt kauften. Im Gebäude wurde uns sofort mit Hinweisen geholfen und es wurde schnell angenehm warm. Die Otter bekamen gerade ein im Eis eingefrorenes Leckerli, welches sie mit grossem Geschick durch an die Scheibe hämmern, herausbekamen. Das Fotografieren von Fischen hinter dicken Scheiben stellte sich als grössere Herausforderung heraus. Die paar Versuche landeten alle im digitalen Papierkorb.

Wir nahmen dann das Tram zu den Friedhöfen oben und erreichten sie gerade noch kurz vor Türschliessung. Michael Jackson erschien uns dann nicht, aber wir bestaunten die in unterschiedlichem Zustand und Grösse vorhandenen Grabstätten. Für den @Herrn_Natischer habe ich extra dieses Grabmal fotografiert. Er weiss, worum es geht ;-)

Grabstätte Malone New Orleans

Danach fuhren wir in die beginnende Dämmerung hinein wieder zur Stadt zurück. Ganz unten an der Canal Street hat es ein Casino von Harrah's, welches wir kurz heimsuchten ;-) 

Da wir offenbar genug alt aussahen, mussten wir nicht mal einen Ausweis zeigen. Hey, das ist nicht Las Vegas :-)

Ich wollte erst gar nicht damit beginnen, habe dann aber doch einen Zehner in so einen Kasten investiert. Er zeigte sich nach anfänglichem Stocken dann plötzlich doch ganz zutraulich und gab mir den Einsatz vervielfacht zurück. Da die ganze Stadt sowieso voller Leute war, nutzten wir die Chance und assen im hoteleigenen Steakhouse.

Es lohnte sich! Zuerst gab es Knabberbrötchen mit einer Geflügelleberpastete, dann ein Salätchen (Stephan fast einen halben Eisbergkopf) und anschliessend passte gerade noch das 6 Unzen (rund 170 Gramm) Rindsfilet mit etwas grünem Spargel und einem Klacks Gratin rein. Aber auch nicht mehr!

Menu im Steakhouse des Harrah's in New Orleans

Auf dem Heimweg kauften wir uns noch ein paar Getränke und Stephan bedachte mich dann mit einem Schluck von seinem Baccardi Gold, welchen ich auf dem Zimmer genoss.

Baccardi Gold, Rum

Zusammen mit der Heizung wärmte der genügend, dass mich schon bald eine wohlige, warme Müdigkeit überkam.

Urs | Sonntag 21 Dezember 2014 - 11:37 pm | | default | Ein Kommentar
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EoY 2014-Ferien, Freitag in New Orleans und Baton Rouge

Der Freitag begrüsste uns ganz griesgrämig in grau und mit Regen. 

Wir frühstückten im Hotel mit einem kleinen Zmorge-Buffet.

Konfitüre aus Österreich im Hyatt Regency in New Orleans

Danach liessen uns danach den Wagen vorfahren. Samantha, unserer GPS-Lady, teilten wir mit, dass wir nach Baton Rouge, der Hauptstadt von Louisiana wolllten. Sie wies uns den Weg, den wir meistens befolgten. Und wenn nicht, korrigierte sie uns schnell wieder.

Wir brauchten rund eineinhalb Stunden nach Baton Rouge, zwischendurch regnete es mal wenig, mal heftig. Kurz vor der Ankunft schüttete es so stark, dass der Verkehr sich sogar ein wenig staute, da man mangels Sicht nicht mit der vollen Geschwindigkeit fahren konnte.

Vor Ort fanden wir gleich am Capitol von Louisisana einen Parkplatz. Ausgerüstet mit Regenschirm, erkundeten wir die Grünanlagen vor und neben dem Capitol.

Louisiana State Capitol in Baton Rouge
Ausblick (grau in grau) vom Arsenal Park in Baton Rouge

Im Arsenal Park gab es etwas Allgemeinwissen und Geschichte. Beachtenswert finde ich übrigens den 8. Zusatzartikel. 

Bill of Rights, Kopie im Arsenal Park von Baton Rouge

Im «Old Arsenal Powder Museum» hatte der alte Herr Freude am Besuch an diesem regnerischen Tag. Neben einem kurzen Abriss über den amerikanischen Bürgerkrieg, gab er uns dann auch den Tipp, das Capitol doch zu besuchen. Es sei innen drin doch sehr ansprechend anzuschauen. Wir befolgten den Rat, assen etwas Kleines in der Kantine und bestaunten die weihnächtlich dekorierten Sääle der beiden Kammern der Abgeordneten.

Saal des Unterhauses im State Capitol von Louisiana in Baton Rouge

Dann machten wir uns ob des schlechten Wetters etwas schneller als geplant vom Acker. Die Heimfahrt zog sich dann im Regen dahin, da wir diesmal über die Strasse 190 und Hammond fuhren und schlussendlich New Orleans über die lange Brücke des Lake Pontchartrain erreichten.

Mit Tankstops, einem lieber nicht weiter erwähnenswerten Kurzaufenthalt im McDo und einer Stauumfahrung erreichten wir die Avis-Station um 17:15. Danach ging es zurück zum Hotel für einen Boxenstopp und um die Rucksäcke loszuwerden.

Weiter mit Schirm bewaffnet gingen wir später die Canal Street hinunter und bogen dann in die Bourbon Street ein. Deutlich lauter als vor mehr als 20 Jahren, aber auch sicher, da alle paar Meter Polizei anwesend war. Ich konnte mich dann nicht entscheiden und so gingen wir ganz hoch und anschliessend die Royal Street fast wieder ganz hinunter, bis ich mich bei einem Restaurant erwärmen konnte. Jambalaya, kreolische Crevetten und Crawfish Étouffée garniert mit einem lokalen Bier waren dann unsere kulinarischen Abendgenüsse.

Anschliessend tappten wir wiederum rund um die vielen grossen (und teilweise tiefen) Pfützen auf dem Weg nach Hause. Im Hyatt Regency war in der Zwischenzeit viel los, das Wochenende in New Orleans ist offenbar ein Hit.

Urs | Sonntag 21 Dezember 2014 - 05:29 am | | default | Kein Kommentar
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EoY 2014-Ferien, Amtrak Crescent, erster Tag New Orleans

Amtraks Crescent holte dann auf den letzten paar Kilometern noch etwas Verspätung ein. Allerdings fährt er auch erst über den Norden um den Bahnhof herum und macht dann noch eine Spitzkehre, damit er retour in den Bahnhof gestellt werden kann. So ist die Lok dann wieder am richtigen Ort für die Rückfahrt.

Wir packten unsere Gepäck und stiegen auf's Perron. Der Bahnhof liegt eher schlecht beleuchtet gleich nebem dem bekannten Superdome (Mercedes Benz Superdome). Das Wetter war angenehm und wir nahmen die paar Meter zu Fuss zu unserem Hotel, dem Hyatt Regency.

Die zwei Angestellten an der Lobby riefen uns sofort zu sich und begannen uns einzuchecken. Der junge Mann hatte zuerst begonnen, wurde aber von der jungen Frau, welche Stephan bediente, überholt. Stephan meldete sich für das Punkteprogramm an und konnte so noch gratis WLAN holen. Den Login können wir uns gut teilen. Ich bekam das Zimmer 2151 (21. Stock). Bei Stephan stand auf dem Zettel 2125. Kurze Zeit später klopfte er an meine Türe und teilte mir mit, dass es ein Verdreher war und er nebenan logieren werde.

Da es etwas spät war, holten wir uns nur noch schnell ein Sandwich im Convenience-Store im Hotel und gingen dann mal wieder in einem Bett schlafen, das nicht so schaukelt, wie der Schlafwagen :-)

Am Donnerstag startete ich kurz nach sieben und ging als erstes zum Fedex-Office im Hotel. Dort wartete ein Päckchen auf mich. Nach etwas Überzeugungsarbeit und Recherche fand die Angestellte es auch. Da es mehr als 1 Pfund wog, hätte ich eigentlich 10 Dollar bezahlen müssen. Ich fragte sicherheitshalber zurück (wir sind ja anständige Schweizer). Sie teilte mir dann mit, dass sie auf die Gebühr verzichte, da es ja nur knapp über ein Pfund wiege. Ich bedankte mich artig und bekam noch ein «Happy Holidays» hinterhergerufen :-)

Aussicht vom 21. Stock des Hyatt Regency über den Superdome und das morgendliche New Orleans

Im Zimmer packte ich das Ding dann aus und tatsächlich, es war ein GPS ;-) Mit allem Drum und Dran. Das «nüvi 66 LMT» bekam dann gleich einen ersten Firmware-Update. Danach gingen wir los zur zur Canal Street, wo wir bei Avis einen Wagen mieteten. Die Bedienung war freundlich, der Wagen ok. Ausser, dass er aussen ziemlich schmutzig/staubig war.

Morgenhimmel über der Canal Street, nahe Avis-Mietwagenstation

Wir machten uns dann auf in Richtung Süden zur Mündung des Mississippi. Unterwegs kauften wir uns ein Subway Sandwich und Getränke und liessen uns von der Kassiererin noch einen Tipp für ein richtiges Frühstück geben. Das unübersehbare, rosarote Gebäude in den nächsten 7 Meilen kam dann allerdings nie (war in die Gegenrichtung).

Unser Mietwagen, ein Kia

Jänu, die Fahrt entlang dem Mississippi bei sonnigem, warmen Wetter war schön und wir sahen ein paar richtig grosse Pötte schippern. Auch zahlreiche Vögel, wie Pelikane, waren zu bestaunen. 

Frachter, unterwegs auf dem Mississippi

Ganz unten ist es so, wie 1992. Irgendwann hört die Strasse einfach auf und das war's dann… Also kehrten wir zurück, assen am Damm des Mississippi noch unser Sandwich und fuhren nachher wieder nordwestwärts zum «Jean Lafitte National Historic Park». 

Dort hatte das Visitor Center noch geöffnet. Es ist, wie alle solche Center, sehr lehrreich und informativ. Gibt Auskunft über die Entstehung der heutigen Mississippi-Mündung, über Landgewinn und -Verlust (höher!) in Louisiana und natürlich über die Pflanzen- und Tierwelt. Wieder draussen machten wir einen kleinen Rundgang auf einem Steg durch den Wald/Sumpf und versuchten ein paar Naager zu fotografieren. Die Sumpf-Zypressen mit ihren komischen «Knieen» (verholzte Wurzelstümpfe, welche aus dem Sumpf ragen) waren beeindruckend.

Danach schaffen wir es grad noch vor der Dunkelheit und vom GPS geleitet, wieder zum Hotel zurückzukehren. Obwohl es schlappe 40 Taler kostet, haben wir den Wagen dem Valet-Parking des Hotels anvertraut, Wir hatten keine Lust mehr, in der Nähe einen öffentlichen Parkplatz zu suchen, die ja meist auch nicht viel weniger kosten.

Am Abend gingen wir noch kurz ein paar Schritte, um uns nach Nachtessen umzusehen. Es tröpfelte ein wenig und wir fanden nach kurzer Suche dann ein Vietnamesisch/Japanisches Restaurant. Zu asiatischem Bier gab es dann gebratenen Reis. Vorher bei Stephan eine Suppe und bei mir eine Rolle Sushi (Maki, mit Tempura-Crevetten).

Danach mussten wir einen Teil der Energie wieder loswerden und gingen noch ein paar Kilometer (naja, vielleicht nicht ganz) auf der Canal Street. Nach einem Espresso kehrten wir wieder zurück zum Hotel.

Ein schöner Tag mit einem netten Ende, das unterwegs mal gekaufte einheimische Bier blieb aber im Kühlschrank.

Urs | Samstag 20 Dezember 2014 - 12:53 am | | default | Kein Kommentar
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EoY 2014-Ferien, New York, Amtrak Crescent

Am Abend traf dann Stephan ein. Auch er hatte einen schnellen Flug und eine noch schnellere Einreise. Nachdem er das Zimmer bezogen hatte, gingen wir auf einen kleinen Abendspaziergang. Die Lichter in New York sind wie üblich leicht übetrieben, aber auch schön anzusehen.

Weihnachtsbeleuchtung an den Bäumen bei der W 50th Street / Ecke 6. Avenue

Wir genehmigten uns noch einen kleinen Burger bei T.G.I.F. und kehrten danach ins Hotel zurück.

Ich ging recht früh (bzw. spät für meine Ursprungszeitzone) schlafen und wachte nur einmal gegen 3 Uhr kurz auf. Danach konnte ich wieder gut einschlafen und wurde vom Wecker kurz vor sieben Uhr morgens geweckt.

Das Wellington hat seine besten Tage gezählt. Im schlief im Zimmer zum Hof, da nach vorne gegen die 7th Avenue doch eher viel Verkehr (inkl. den obligaten Feuerwehrhörnern) herrschte. Das Zimmer gegen den Hof war eher überheizt, das nach vorne zur 7th Av. eher kalt. Regulieren lässt sich das ganze natürlich nicht. Zudem leben wohl Geister in der Heizung, da waren ständig kurlige Geräusche. Egal, geschlafen habe ich relativ gut.

Am Vorabend klappte es leider mit Remo nicht, er hatte kurz nach der Arbeit noch ein Hochzeitsfest. Aber er schlug vor, dass er am Dienstag-Morgen zu uns nach Midtown komme und wir gemeinsam frühstücken könnten.

Also sandte ich ihm via Twitter eine DM und tatsächlich trafen wir ihn ein wenig später. Das Frühstück nahmen wir in einem Restaurant gleich neben dem Hotel ein. Die Bedienung war ein Ausbund an Höflichkeit und die Tische mit den Bänken liessen nicht mehr viel Platz. Aber das Frühstück war deftig und hielt vor. Remo machte sich dann mal wieder vom Acker, da er bereits um 10:00 Uhr Schichtbeginn im JFK hatte. Dazu brauchte er etwas mehr als eine Stunde mit der Linie E und dem Airtrain.

Stephan und ich machten anschliessend einen kleinen Verdauungsspaziergang, den er auf seinem Blog auch schön bebildert hat.

Das Rockefeller Plaza mit dem berühmten Eisfeld und dem riesigen Christbaum

Kurz nach dem Timesquare tat ich noch etwas für mein Karma… Einem Mann der mich kreuzte, fiel im Gedränge das iPhone aus der Tasche. Ich überlegte 5/10tel Sekunden und las es auf. Aber ich konnte den Mann nicht genau identifizieren, da es sehr schnell ging. Es hätten zwei Männer gewesen sein können, beide ähnlich gekleidet. Eine andere Person rief dem Einen nach, ich dem anderen, der nach links abbog. Genau der war es dann. Ihm fiel ein Stein vom Herzen und er bedankte sich mit einem Händedruck und einem «Bless you».

am Timesquare in New York

Gegen 11 Uhr kehrten wir zum Hotel zurück und packten unsere Siebensachen. Kurz vor 12:00 Uhr checkten wir dann aus und nahmen die Subway E für die paar Stationen bis zur Penn Station. Die Anlage dort ist mit U-Bahn, LIRR und Amtrak auf verschiedenen Ebenen und den vielen Shops schon recht verwirrend und auch nicht unbdingt gut angeschrieben.

Stephan kannte die Umgebung und die Penn von einem früheren Aufenthalt und so führte er mich kurz ums halbe Gebäude und zurück. Wir organisierten uns noch ein wenig Zwischenverpflegung und warteten dann in der Amtrak-Wartezone auf unseren Zug.

Kurz vor 14:00 Uhr wurde der «Crescent» dann auf Gleis 10W angesagt. Einen kurzen Weg bis zur Rolltreppe, runter, am Bar- und am Speisewagen vorbei und schon waren wir beim Wagen 1910, wo die Schlafwagenabteile A und B für uns reserviert waren.

Schlafwagenabteil A in Amtraks Crescent

Die Abteile hatten sogar eine Verbindungstüre, welche wir natürlich umgehend öffnen liessen.

Abteile A + B mit offener Verbindungstüre

Die Fahrt führte uns nach Jersey und weiter südwärts. Der Abschnitt bis Washington D.C. ist elektrifiziert und gut ausgebaut. Der Zug fährt im Schnitt rund 60-65 Meilen pro Stunde (rund 110 km/h), wobei die neuen Loks von Amtrak deutlich mehr anbieten würden. 

Siemens ACS-64 Elektrolok von Amtrak in Washington D.C.

Danach gab es noch ein eher spätes Abendessen (keine Ansage, wir gingen dann einfach mal) im Speisewagen. Ich weiss, ich bin ein «Jammeri», aber ich vermisse wirklich die guten, alten Tage, als noch ein Küchenchef den Laden schmiss und frische Ware auf den Tisch kam. Heute ist das Menu über alle Züge praktisch gleich, aufgewärmt und kommt erst noch in Hartplastiktellern. Aber es ist geniessbar… und das Sierra Nevada Ale zusammen mit dem kleinen Kübelchen Häagen Dasz Glacé trösteten etwas darüber hinweg.

Die Abteile im Schlafwagen verfügen in Schlafstellung über ein recht breites (für mich 10cm zu kurzes) Bett und es liess sich recht gut liegen. Allerdings war die Regulierung der Temperatur etwas mühselig. Zwischendurch drehte die Heizung auf, obwohl der Thermostat eingestellt war.

Natürlich rüttelt und schüttelt es zwischendurch recht ordentlich, ist ja schliesslich nicht die SBB! :-) Die Toilette im Abteil ist auch praktisch, da man dann nicht noch durch den Gang laufen muss.

Der Wecker klingelte mich um halb sieben aus dem Halbschlaf. Ich machte mich frisch liess danach den Schaffner das Abteil wieder in Tagstellung bringen.

Sonnenaufgang in der Nähe von Gainesville

Stephan tauchte dann auch auf, allerdings etwas «verchrügelet». Er hatte nicht so gut geschlafen.

Nun stehen wir mit einer halbstündigen Verspätung (die wir mit gekürztem Aufenthalt wohl fast ganz wieder aufholen) in Atlanta. Der Bahnhof ist extrem mickrig, nur ein paar Gleise. Aber Stephan ist froh, dass er kurz seinem Laster frönen kann.

Gegen Abend werden wir dann in «The Big Easy» (New Orleans) eintreffen.

Urs | Mittwoch 17 Dezember 2014 - 1:27 pm | | default | Zwei Kommentare
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EoY 2014-Ferien, Uster - New York

Die Nacht war kurz und ich war bereits bei den ersten Tönen des Weckers um 5:55 Uhr wach. Noch etwas liegenbleiben und dann ab in die Dusche.

Mein Schwager war auch schon wach und wir führten ein kurzes Männergespräch. «Morgen», «Morgen». Nachher gönnte ich mir einen doppelten Espresso, was mir deutlich leichter fällt, seit ich die Familie mit Moka Efti versorge ;-)

Anschliessend Koffer packen, dem Schwager zuhören, wie er verzweifelt die Büroschlüssel sucht (in Sporttasche gefunden) und dann zuerst ihm, später auch der Schwester und den zwei Kleinen «Tschüss» sagen. Das Göttimeitli hat erst um 8:30 Uhr Schule und schläft noch tief.

Leichtes Nieseln begleitete mich zum Bahnhof. Dort empfing mich zuerst der übliche Pendlermief (Zigarettenqualm und eine Mischung aus frischem Parfum und Energydrinks), anschliessend eine Durchsage der Leitstelle. Zum Glück war der Personenunfall zwischen Winterthur und Effretikon und meine Anfahrt erfolgte problemlos. Das Umsteigen in Örlikon war etwas mühsam, da das Perron 1 dick gesplittet war. Offenbar war da schon mal Winter dieses Jahr.

Zwischendurch erreichten mich Nachrichten… grosse Schwester wünscht schöne Ferien, kleine Schwester (Uster) meldet, ich hätte noch einen Kapuzzenpulli liegenlassen. Muss dort wohl mal einen halben Hausrat abholen gehen.

Das Check-In 2 im Flughafen ist schon wieder umgestellt worden, bin einmal rundherum, bis ich den AA-Schalter gefunden hatte. Übrigens sind steile Laufbänder für Rollkoffer nicht wirklich geeignet. Beim Check-In die üblichen Fragen einer Sicherheitsperson beantwortet und nachher den Koffer in weniger als 2 Minuten losgeworden.

Auch die Security ging zack-zack, obwohl ich eine persönliche Ganzkörpermassage (hey, angezogen, easy) geniessen durfte. Einfach mal wieder das Zufallslos.

Bei der Passkontrolle dann etwas mehr Zeit benötigt. Offenbar ist der neue Pass zwar maschinenlesbar, aber nicht von jeder Maschine. Und nein, ich bin nicht der Urs Müller, der in den USA geboren ist, sondern ein ganz gewöhnlicher Aargauer. 

Danach ein wenig Frühstück in der Lounge und um 9:15 gings dann los zum Gate. Dort war nochmals etwas wandern angesagt, da das Gate E22 am anderen Ende war, aber so etwas tut ja gut.

Frühstück in der OneWorld - Lounge vom Flughafen Zürich

Dort angekommen, begann gerade das Boarden und ich war fünf Minuten später schon an meinem Platz (2J). American hat ihre alten Boing 767-300 nett umgebaut. Die Business ist jetzt nur noch 1-2-1 bestuhlt (früher 2-2-2) und man kann nicht nur ganz flach liegen, sondern hat auch gut Stauraum neben dem Sitz. Für mich dürften die Sitze sogar noch etwas breiter sein (zu Lasten der Ablage) ;-)

Sitz 2J in der renovierten Boing 767-300 der American Airlines
Genügend Beinfreiheit

Das Essen war ok. Vorspeise (Rohschinken, Salat) und Hauptgang (Steak), danach noch ein Glacé mit frischen Beeren. Alk mochte ich nicht, da relativ früh serviert. Danach gab es einen Film (Guardians of the Galaxy, naja…) und dann eine Mütze Schlaf, anschliessend noch «Lucy» mit einem kleinen Snack und schon waren wir im Anflug auf den JFK.

Auf dem Weg die Küste hinunter zum JFK mit AA 65

Dort erlebte ich dann wirklich Turbo hoch 2. Als Dritter aus dem Flieger, die Gänge runter, eine Rolltreppe runter und schon war ich bei der Immigration. Dort war leeres Haus, also um die Absperrungen kurven und dann durfte ich aus 10 Immigration Officers auswählen. Die Dame war frisch ausgeruht und nett. Ich brauchte drei Minuten um die zwei Fragen zu beantworten, die vier Finger der rechten Hand zu scannen und schon stand ich bei der Gepäckausgabe.

Auch dort ging es fix und von der Zollkontrolle bis zum Airtrain vergingen nicht mal 10 Minuten. Einzig beim Ausgang des Airtrains in Jamaica hatte ich etwas Mühe mit dem Ticket (hat zu viele Wege, um in den Kontrollschlitz reinzukommen). Dann sass ich auch schon in der Subway Linie E nach Midtown. Die Fahrt dorthin dauerte ein wenig, aber man hat teilweise Empfang, so konnte ich ein wenig Mails lesen und Twittern.

Das Hotelzimmer im «Hotel Wellington» entpuppte sich als halbe Wohnung. Zwei Schlafzimmer, ein Badezimmer und sogar eine kleine Küche in einem grosszügigen Flur. Etwas laut (7th Avenue) und etwas heruntergekommen, aber was soll's. Ist ja nur für eine Nacht.

Nun warte ich auf Kollege Stephan, der mit der Swiss um 16:05 (in Echtzeit bereits um 15:41) hereingeflogen ist. 

Nachher gibt es wohl noch ein kleines Nachtessen und einen Schlummertrunk.

Urs | Montag 15 Dezember 2014 - 10:02 pm | | default | Zwei Kommentare
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EoY 2014-Ferien, Teilabreise

Nachdem ich am Freitag-Abend noch ein Bier mit Kollege H. (leider war A. wegen Krankheit verhindert) geniessen konnte, mochte ich am Samstag erst etwas später aufstehen. 

Reiseunterlagen

Nachdem ich also lange bei Espresso und Internet im Bett rumgelümmelt hatte, hiess es fertig packen. Eher Kurz- oder Langarm? Ich liess mich von den Platzmöglichkeiten im Koffer inspirieren und der füllte sich überraschend schnell. Also den Rest in den Rucksack und dann nochmals einen Rundgang durch die Wohnung. Alles klar und raus auf's Tram.

Erst in Uster habe dann bemerkt, dass ich den Bluetooth-Receiver für die Nikon D7100 zur Verbindung mit dem externen GPS vergessen hatte. Nachdem die Kamera in der Revision / Reinigung war, habe ich es nur zur Seite gelegt und nicht gleich wieder aufgesteckt. :-(

Am Sonntag hatte ich dann keine Lust mehr, extra 4.5 Stunden nach Bern und wieder zurück zu fahren. Geht ja auch ohne…  Dass ich noch vergessen hatte, den Pflanzenkübel des Papyrus ganz aufzufüllen, war dann das i-Tüpfelchen. Aber vielleicht kann ja Kollege H. hier helfen.

Sonst habe ich den Sonntag im Kreise meiner Verwandten, insbesondere den Kindern genossen. Während ich den Beitrag schreibe, hat mich der junge Kater Taco schon etwa viermal angegriffen. Offenbar gefällt es ihm, wie ich auf den Tasten tippe.

Taco, der junge, wilde, rote Kater

Morgen früh muss ich um 7:10 aus dem Haus. Die S-Bahn bringt mich dann via Oerlikon zum Flughafen. Um 10 Uhr wird mich dann American Airlines Flug 65 nach New York, JFK.

Dort warte ich dann im Hotel Wellington, bis Kollegen Stephan knapp drei Stunden später mit Swiss hinterhergereist kommt.

Jetzt also gute Nacht und ich freue mich auf den Flug in der relativ neu renovierten Boing 767-300.

Urs | Sonntag 14 Dezember 2014 - 9:09 pm | | default | Ein Kommentar
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