Frühlingsferien 2013, vom Lake Tahoe nach Tehachapi

Da ich jetzt zwei Tage praktisch nur «on the Road» war, fasse ich sie zusammen.

Am Sonntag-Morgen wachte ich nicht zu früh auf und begann meine Sachen zu packen. Auf Frühstück im Hotel hatte ich keine Lust. Über Nacht hatte es geregnet, die Strassen waren aber bereits wieder trocken. Es war recht kühl und vor allem grau. Über dem See und auch die tiefen Wolken, die um die umliegenden Bergen hingen, waren grau und sahen eher nach Schnee aus.

Ein grauer Sonntag in South Lake Tahoe

Als ich zum Auto ging, um meinen Koffer und den Rucksack hineinzustellen, stellte ich fest, dass ich etwas zugeparkt war.

Gut zugeparkt, nur für schmale Menschen bzw. Hintern

Aber ich konnte mich reinzwängen, ohne Türen zu zerkratzen und dann ging's mal los zum Restaurant «IHOP». Das kenne ich dank Kollege Thomas, der uns in Los Angeles mal in so einen Laden geschleppt hat. Ich hatte es auf dem Hinweg zum Nachtessen am Vorabend gesehen. Leider hatte es schon fast keine Parkplätze und beim Vorbeifahren sah ich eine Riesenschlange im Restaurant. Nun dann halt nicht. 

Ich kehrte um und fuhr beim McDoof vorbei, um dort einen Kaffee zu holen. Dazu bestellte ich ein McMuffin mit Ei und Speck. Aber auch hier hatte es eine kleine Schlange, die allerdings recht schnell vorwärtskam. Ich konnte kurze Zeit nach dem Bezahlen meine Ware in Empfang nehmen. Beim Rausgehen habe ich mir dann die Hand ein wenig verbrannt. Der Kaffee war «süttig» heiss und diese dämlichen Plastikbecher sind undicht :-(

Ich habe den Kaffee also zuerst im Auto zur Seite gestellt und nachdem ich den McMuffin verdrückt und ein wenig rumgetwittert habe, fuhr ich los nach Lee Vining am Mono Lake. Die Strecke führt knapp nach der Grenze zu Nevada rechts hoch. Ich glaube, ich bin diesen Weg zum letzten Mal im 1995 mit einen Eltern gefahren. Es geht auf über 7'000 Füsse hoch (Schuhgrösse 43, extra für den @Herrn_Natischer nicht umgerechnet) und dann gleich wieder 900 Meter auf etwa 1300 Meter über Meer runter. Extra gemacht für die vielen Velofahrer, die mir entgegenkamen. Sonntagssport offenbar hier.

Die Strecke geht dann auf dem US-Highway 395 ziemlich grad runter nach Süden. Allerdings immer wieder etwas rauf und dann wieder etwas runter. Das Wetter war grau, mal etwas blau, aber auch ein paar Regentropfen hin- und wieder. Kurz nachdem die Strasse zum Geisterdorf Bodie abzweigt, kommt man über einen Pass und hat dann die Aussicht auf das Mono Lake Basin. Am Aussichtspunkt hatte ich die Gelegenheit, einen Kleber der Stateline Brewery an der Leitplanke neben den vielen anderen anzubringen :-)

Viele Kleber oder Aufschriften an der Leitplanke am Vista Point über dem Mono Basin
Panoramabild des Mono Basin bei Lee Vining in Kalifornien

Das Hotel in Lee Vining (Yosemite Gateway Motel) lag erschreckenderweise gleich am Highway. Im Unterschied zu Chemult hatte es aber fast keine Lastwagen und der Verkehr war im Zimmer fast nicht mehr zu hören. Leider war die Aussicht auf den See zwar möglich, infolge schlechtem Wetter hatte ich aber nichts davon. Zudem war es so kühl, dass ich die Heizung (bzw. die Klimaanlage) aufdrehen musste. Die Frau an der Rezeption beschrieb mir dann ein Restaurant (das gleich vis-à-vis konnte sie offenbar nicht speziell empfehlen), das man in einer Viertelmeile (d.h. 400 Meter) zu Fuss erreiche. Nach den 400 Metern war ich aber am Ende des Trottoirs und ich hatte keine Lust auf der Strasse zu gehen. Also zurück und den Wagen geholt. Das Café servierte Fisch-Tacos, die noch recht gut schmeckten. Ausser vielleicht der etwas überfälligen Mango-Stückchen. Das Dessert, ein Porter der lokalen Mammoth Brewery nahm ich mit aufs Zimmer :-)

Ein Double Nut Brown Porter der Mammoth Brewery

Auch am Montag war das Wetter nicht viel besser und so fuhr ich mit einem furchtbar wässrigen Kaffee aber ohne Frühstück los zum Tagesziel Tehachapi. Den Schlüssel habe ich abgegeben, ich traue diesen amerikanischen Vöglen nicht :-)

Die Hotelschlüssel kann man auch in diesem Vogelhäuschen deponieren

Entlang des Highway 395 waren die Benzinpreise eine Zumutung (teilweise bis fast 5 Dollar die Gallone, d.h. rund 1.25 CHF den Liter). Da ich den Lake Tahoe fast vollgetankt verlassen hatte, gedachte ich mit dem Tank bis in günstigere Gefilde zu fahren.

Der US-Highway 395 führt am Ostfuss der Sierra Nevada entlang. Die Sierra Nevada hat mitunter die höchsten Gipfel der Lower 48 der USA, durchwegs bis über 4000m hoch. Viele graue Wolken dräuten über diese Wetterscheide. Der Tioga Pass hinüber zum Yosemite Nationalpark war noch geschlossen. Er sollte gegen Ende Mai aufgehen. Aber so wie das aussah, schneite es dort oben noch heftig. Die Temperatur sank auf dem Weg bis gegen 4° C ab, so dass ich die Heizung im Wagen etwas aufdrehte. Aber im Tal selber hatte es auch immer wieder blauen Himmel und sehr schöne Wolkenformationen.

In Bishop fuhr ich gleich an ein Denny's und konnte nicht widerstehen…

Ein Blueberry-Pancake Special bei Denny's

Ich erinnerte mich noch an die Zeiten, bei denen der Kaffee bei Denny's auch nicht viel besser, aber unter einem Dollar war. Und leider gab es nur den pinken Grapefruitsaft. Ich mag den bitteren, eher sauren, gelben Saft eigentlich mehr.

Kassenbon des Frühstück bei Denny's in Bishop

Ich fuhr öfter mal zu einem Rastplatz, um mich entweder zu strecken, zu fotografieren oder mal für ein Schläfchen.

In Lone Pine machte ich kurz einen Stop in Reminiszenz an einen Aufenthalt mit Kollega Henry. Viele Western hatten Passagen, die in Lone Pine gedreht wurden.

Hotel Dow Villa in Lone Pine

Alleine Autofahren auf langen Strecken, je nachdem mit vollem Magen, macht mich trotz Musik manchmal müde und ich will nichts riskieren. Also raus, Sitz nach hinten und 20-30 Minuten dösen. Tut gut :-)

Die beiden nachfolgenden Bilder habe ich mit der Nikon geschossen (nicht mit dem iPhone) und mit der Software Perfect Black & White von ononesoftware bearbeitet. Damit kriege ich eine bessere Auflösung hin.

Eindrückliche Wolken, fotografiert mit der Nikon D200 und bearbeitet mit Perfect Black & White
Raststätte am US-Highway 395, fotografiert mit der Nikon D200 und bearbeitet mit Perfect Black & White

Ich war dann froh, als ich kurz nach 17 Uhr im Holiday Inn Express in Tehachapi eintraf. Viel vor hatte ich nicht, zum Tehachapi-Loop Eisenbahnen schauen, wollte ich nicht (wieder). Daher beschloss ich, nach ein wenig surfen im Zimmer, mal zum Bahnhof runter zu laufen und für ein Restaurant zu schauen. Dort hatte es allerdings nichts gescheites und so hatte ich wenigstens eine knappe Stunde Bewegung, bis ich wieder beim Hotel mit einem… tadaa, Denny's, war. Jä nu, besser als nix.

Das Denny's gleich der der Texaco-Tankstelle in Tehachapi

Hier noch ein Bild vom Wetter über der Sierra Nevada gegen Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang in Tehachapi hinter den Wolken über der Sierra Nevada

Morgen geht es weiter nach Pismo Beach, wo ich zwei Tage bleibe, bevor ich wieder zurück in die schöne Schweiz muss/darf/soll :-)

Urs Dienstag 07 Mai 2013 - 06:26 am | | default
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vier Kommentare

Jacques

Wenn ich die Berichte so lese, hat der Urs vorher auf der Karte alle “Denny’s” rausgesucht und angestrichen und fährt die nun ab :-)

Weiterhin viel Spass auf dem Trip

Jacques, - 07-05-’13 15:56
Ursli Himself

In der Tat Jacques, das wäre dank der Webseite von Denny’s auch recht einfach möglich. Aber meist liegt das Zeugs einfach so am Strassenrand und wer das Logo und das Motto (Open 24 hours) kennt, landet recht einfach.

Ursli Himself, (URL) - 07-05-’13 18:05
Stephan

Super Bild vom Sonnenuntergang in Tehachapi!
Zu McDoof folgendes Rezept: Egg McMuffin Meal – mit den Hash-Browns – ordern, 4 Zucker und 3 Rahm in das schwarze Heissgetränk schütten, und sich nach 2 Schlücken auf den einen O-Saft beschränken, denn man wohlweislich zusätzlich geordert hat. Man lernt aus früheren Fehlern ;-)

Stephan, - 07-05-’13 21:55
Ursli Himself

Hmm, interessant Stephan. Ich glaube, ich hatte auch schon akzeptablen Kaffee bei McDoof :-(
Naja, in Pismo im Hotelfrühstück geht er ganz in Ordnung, freue mich trotzdem auf zu Hause.

Ursli Himself, (URL) - 08-05-’13 21:16
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