Ich hab mir in der Nase gebohrt!

15. Dezember 2021 - Lesezeit: 5 Minuten

Ja, dieser Blog lebt noch! Wow, fast zwei Jahre oder sind es sogar mehr?

Damals, als die Welt noch in Ordnung war und wir unsere Motorhome-Ferien im Yukon und Alaska genossen.

Und jetzt habe ich in meiner Nase gebohrt! Warum? Weil ich gespannt wie ein Flitzebogen bin.

Im November 2019 hatte ich begonnen, ein Ferienprogramm zusammenzustellen. Ich wollte eine der letzten Fernreiseverbindungen in den USA mit dem Zug machen, welche ich noch nicht bereist hatte. 

Ich hatte den Flug gebucht, die Tickets bei Amtrak gekauft, Hotels in New York, Chicago und Pismo Beach reserviert. Die Bestätigung von Avis für die Mietwagenreservation lag im Ordner in der Mailbox. Die Reise hätte über Ostern 2020 stattfinden sollen

Dann kam COVID-19… die Nachrichten aus Fernost, die Nachrichten von Italien, Deutschland, Europa. Die Nachrichten aus den USA.

Dann kam der Donnerstag, 12. März 2020. Wie jeden Morgen holte mich eine bekannte Melodie aus dem iPad aus dem Schlaf. Ein wenig schlummern, dann das Internet-Radio aktivieren und erste Nachrichten hören. Kurz nach sieben Uhr die Meldung, dass der US-Präsident Nummer 45 aufgrund steigender Infektionszahlen allen Europäern die Einreise verwehre. 😖

Irgendwie kam es ja nicht unerwartet. Also hatte ich sofort alle Hotels annulliert und auch die anderen Reservationen versucht zu canceln. Das sich bei Swiss keine Chance hatte, war offensichtlich. Auch die Webseite von Amtrak war unter der Last nicht mehr erreichbar.

Zum Glück konnte ich dann im Verlaufe des Jahres fast meine gesamten Ausgaben retten, die Währungsverluste und anderen Aufwände waren absolut trivial im Vergleich zu dem, was sich da weltweit abspielte.

Die diversen Notfall- und Taskforce-Einsätze absorbierten mich im 2020 und so waren die Ferien meist kurz und in der Umgebung, selten wirklich offline vom Geschäftsmail, selten wirklich zum Abschalten oder erholsam. Aber hey, mir ging es ja gut im Vergleich zu vielen Anderen. 

Und im Sommer 2021 kam dann plötzlich Hoffnung auf. Würde «Sleepy Joe» die Grenze bald öffnen? Die Spannung stieg, nicht nur bei mir. Und als es dann Mitte Oktober hiess, ab November könne man wieder einreisen, musste ich es noch einmal probieren.

Ich habe in der Nase gebohrt! Weil ich es noch nie tun musste. Ich holte mir die Impfung, sobald es möglich war. Ich lebte so isoliert, wie es gerade ging. Hatte mit meist den selben Personen Kontakt. Ich habe sogar mit einer Patientenverfügung begonnen, sie aber nie fertig ausgefüllt.

Ich habe in der Nase gebohrt, weil die Anspannung so hoch war und ich es einfach mal probieren musste. Weil ich diesen Samstag nach Zürich Flughafen fahren werde, um mir so einen Antigen-Test offiziell zu holen.

Ich habe in der Nase gebohrt, weil ich wirklich «furchtbar» gerne am Sonntag in die USA fliegen möchte. Und gleichzeitig sehr nervös bin. Wie wird es wohl sein? Der Flug, die Einreise? Wie wird die lange Zugreise sein? Werde ich im Speisewagen unbeschwert eine Mahlzeit geniessen können? Werde ich zum Schluss auch wieder ohne Sorgen und Probleme zurückkehren können?

Hätte ich einen Monat später zu buchen begonnen, hätte ich es wohl nicht gemacht. Zu gross die Angst, wieder kurz vor der Reise alles absagen zu müssen.

Ich habe in der Nase gebohrt und hoffe, dass das Resultat bis Samstag unverändert bleibt.

Negativer COVID-19 Antigen Selbsttest

Und natürlich freue ich mich, den Remo und seine Liebste in New York zu treffen. Und auf alles andere, das ich jetzt nicht gleich Allen verrate. 😇


Über

Limmattaler Aargauer seit 1996 in Bern lebend. Sich häufig fürchterlich über Nichtigkeiten aufregender Mensch. Glaube manchmal trotzdem noch an das Gute. In der IT arbeitender Bähnler, der hier völlig private Meinungen von sich gibt.