lgfn, Tok - Kluane - Aishihik Lake - Marsh Lake

Die Sauerteig-Pancakes im Sourdough Campground in Tok sind nicht wirklich empfehlenswert, zu sauer. Der Kaffee war die übliche Plörre. Dazu gab es Fruchtsaft und das ganze kostete uns dann doch erstaunliche 32 US $.

Nach dem Frühstück versuchte ich meinem Vater zu telefonieren. Es war ja schliesslich ein besonderes Datum. Allerdings nahm er das Telefon nicht ab. Aus einer Eingebung rief ich meine grosse Schwester an und nach ein wenig drumherum drucksen rückte sie heraus, dass mein Vater seit einer Woche im Spital war. Sie hätten aber abgemacht, mir nichts zu sagen, da ich ja eh nichts machen kann hier drüben. Das iPad hatte sie zu sich mitgenommen und jeden Tag ein wenig geschaut, ob ich etwas geschrieben hätte, damit es so aussieht, als ob er es gelesen hätte… Jänu, ich weiss, dass er in besten Händen ist und meine Schwester informiert mich nun regelmässig über den Stand. Wir fuhren dann los, nur um kurz nach Tok eine Elchkuh und ihr Junges am Strassenrand weiden zu sehen. Leider hatte ich ziemlich Gegenlicht.
Elchkuh und Junges, leider dunkel, da im Gegenlicht
Wir fuhren dann auf dem Alaska Highway weiter in Richtung Süden. Die Strasse war gut und das Wetter war auch tadellos. Kurz vor der Grenze tankten wir nochmals eher günstiges US-Benzin. Die Tankstelle mit Souvenir-Shop war aber in den letzten Jahren auch ziemlich heruntergekommen. Ich hatte dort letztmals im 2005 mit meinem Vater halt gemacht. An der Grenze zu Kanada standen wir dann fast eine halbe Stunde in der Schlange. Vor uns war ein Bus und offenbar hatten auch ein paar Leute Probleme, denn eines der Autos wendete nach der Zollstation und fuhr zurück. Wir präsentierten unsere Pässe, wurden wie üblich danach gefragt, ob wir Waffen dabei hätten und dann entfernte uns der kanadische Zöllner auch die US-Zettel aus den Pässen. Auf der kanadischen Seite war der Alaska Highway dann eher in einem schlechteren Zustand. Teilweise war der Asphalt abgetragen und man fuhr durch den Schotter, der auch Schlaglöcher aufwies. Danach kamen wir kurz vor dem Lake Creek Campground noch zu einer spektakulären Aussicht.
Blick über den Alaska Highway und den Lake Creek
Da wir schon einige Tage Früchte mit uns herumschleppten und seit Whitehorse auch Schlagrahm dabei hatten, gönnten wir uns selbstgemachten Fruchtsalat aus Birnen, Äpfeln, Kiwi, Bananen, Mandarinen und Heidelbeeren. Den Schlagrahm machten wir nach alter Väter Sitte mit dem Schwingbesen. Heinz glaubte erst nicht ganz daran, half dann aber mit als meine Arme eher etwas lahmten :-)
Selbstgemachter Fruchtsalat und frisch geschlagener Rahm
Am nächsten Tag fuhren wir via Burwash Landing nach Destruction Bay, wo wir wieder kanadisches Benzin tankten. Das geht übrigens trotz relativ günstigen Preisen (ca 1.00 – 1.25 CHF pro Liter) ganz schön ins Tuch bei den vielen Kilometern und unserem kleinen Schluckspecht von Ford. Dort hatten wir die Gelegenheit, das gratis WLAN vom Hotel zu benützen uns vor allem mal wieder warme Zimtschnecken zu schmausen.
Zimtschnecken in Destruction Bay
Dieses Buch, das es im Souvenir-Shop zu erwerben gab, benötigen wir zum Glück nicht. Wir haben ja unsere Toilette im Motorhome und sonst gibt es in den Campgrounds ja die idyllisch gelegenen Outhouses ;-) Dann ging es weiter zum vermutlich schönsten Campground im Yukon, den «Congdon Creek Campground» am Kluane Lake. Die vergangenen Besuche hier im 1994, 1996 und 2000 waren ja noch in guter Erinnerung und doch ist es jedes Mal wieder eine Überraschung, wie blau der See ist, wie weiss die frisch mit Schnee bedeckten Gipfel der Berge rundherum sind und wie sich die frische Luft atmet hier.
Blick über den Kluane Lake in Richtung Süden vom Congdon Creek Campground aus
Dann hiess es Holz hacken und zur Belohnung für die Tat und die schöne Stimmung ein Alaska Bier trinken :-)
Camping-Tisch mit Axt und Bier im Congdon Creek Campground
Zum Nachtessen gab es selbstgemachte Bison Burger vom Holzgrill. Und nachher nochmals einen Gang zum See, wo der Wind nachgelassen hatte und diese herrliche Abendstimmung zu geniessen war.
Abendstimmung über dem Kluane Lake mit Blick gegen Norden
Die Nacht war nicht ganz so kalt, wie weiter oben. Da wirkt wohl auch der See etwas ausgleichend. Trotzdem war am Morgen früh wieder ein strahlend blauer Himmel zu bewundern und die goldgelbe Farbe des Laubs der Birken und der Espen kam schön zur Geltung.
Morgenlicht über den Bergen der Wrangell / St. Elias Kette beim Congdon Creek Campground am Kluane Lake
Ich wäre ja eigentlich noch gerne einen Tag geblieben, aber Heinz zog es gen Süden. Er wollte schauen, ob das Wetter dort doch noch besser würde. Wir fuhren eine knappe Stunde nach Haines Junction und schauten dort im Visitor Center, was das Wetter zu bieten hatte. Allerdings waren die Prognosen für Haines und Skagway immer noch ziemlich trübe. Wir studierten ein wenig herum, schauten uns das eindrucksvolle Video von und über die Ureinwohner am Kluane Lake und den Wrangell / St. Elias Nationalpark an und entschlossen uns dann, zum Aishihik Lake Campground zu fahren.
Blick zurück in Richtung Haines Junction und auf die Berge der Wrangell / St. Eliaskette
Kurz vor der Abzweigung auf die rund 42 Kilometer lange Schotterstrasse zum Aishihik Lake gibt es eine alte Brücke über den Fluss aus den Zeiten des ersten Baus des Alaska Highway und dieses schöne Panorama.
Panorama des Alaska Highway bei der Canyonbridge kurz vor der Abzweigung zum Aishihik Lake
Die Strasse wurde in Visitorcenter Haines Junction als in «fair condition» beschrieben. Gleich am Anfang hat es ein cattle guard, das ziemlich rumpelt und danach ging ruppig weiter mit übler Wellblechpiste. Wir brauchten fast eine Stunde bis ganz hinten. Bei den Otter Falls klettern wir die Böschung runter, um diese kleinen Wasserfälle zu fotografieren. Sie zierten die alte 5 Dollarnote Kanadas.
Otter Falls
Der Campground beim Aishihik Lake war ziemlich leer. Kein Wunder, uns begegnete ja auch kein einziges Auto auf der ganzen Strecke. Ein paar Leute hatten offenbar ihre Boote ins Wasser gelassen, wie uns die abgestellten Bootsanhänger zeigten. Wie man ein Boot diese steile, schmale Strasse hochkriegt, war uns allerdings schon etwas schleierhaft. Aber die Aussicht über diesen riesigen See war wiederum traumhaft. Er ist ein wenig gestaut und dient auch der Stromerzeugung.
Panorama vom Damm über den Aishihik Lake
Das Nachtessen bestand aus Rindsragout und Kartoffelstock. Der wurde dann etwas zur Probe. Da uns der dritte Liter der «homogenized» Milk sauer geworden war, mussten wir einen letzten Schluck Schlagrahm und einen ordentlichen Mocken Butter hinzufügen. Das Ergebnis war geniessbar. Vor dem Schlummertrunk (Gin Tonic, wie üblich :-)) gingen wir uns noch kurz die Beine vertreten. Auf einem Nachbarplatz war ein älteres Paar, mti dem wir ein paar Worte wechselten. Wir sahen sicher fünf Snoeshoe Hare, welche uns relativ nahe heranliessen. Das Fell der Bäuche und Pfoten waren schon auf weiss gewechselt und kündete den kommenden Winter an.
Ein «Lepus americanus», auch Snoeshoe Hare genannt. Photo (c) by Heinz Lenz
Spät Abends am Aishihik Lake
Die Nacht war dann ziemlich windig und gegen Morgen wurde es eiskalt. Zum Frühstück gelangen uns auf dem Gasherd mit dieser dämlichen Stahlpfanne dann das erste Mal doch noch akzeptable Pancakes. Der Trick war tiefe Hitze und nur am Rand der Pfanne backen, deshalb die etwas schräge Form ;-)
Bananenpancakes
Dann fuhr ich die Schotterstrasse zurück zum Highway. Vorne überlegten wir, wie es weitergehen sollte. Zur Diskussion stand der Kusawa Lake oder die Fahrt nach Süden. Vorne hatte ich wieder 3G-Empfang und das Wetter schaute für Whitehorse und Carcross als «akzeptabel» aus. Also fuhren wir nach Whitehorse, wo wir das Auto tankten, den Greywater-Tank entleerten und uns nochmals ein wenig mit Lebensmitteln eindeckten. Ein Sixpak Yukon Gold Bier im Liquor Store durfte auch nicht fehlen. Die kleine Flasche Brunello dazu schlug dann allerdings ziemlich aufs Portemonnaie, der kandische 50 $ Schein löste sich in 35 Cents Retourgeld auf! Nun sitzen wir im Marsh-Lake Campground, werden uns anschliessend «Chäs-Hörndli» mit orginal Gruyère (212g = 13.42 Can $) zubereiten und dann morgen nach Atlin fahren. Wir hoffen, dass es am Freitag dann dort einigermassen gutes Wetter hat.  Wenn ich am Sonntag noch guter Laune bin, werde ich ev den Abschluss der Ferien hier oben im tollen Norden von Kanada bloggen, sonst gibt es erst später mal einen Überblick über den Rest.
Urs Donnerstag 10 September 2015 - 04:10 am | | default
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